Simmerath

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Simmerath
Simmerath
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Simmerath hervorgehoben
50.6061111111116.3008333333333540Koordinaten: 50° 36′ N, 6° 18′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Städteregion Aachen
Höhe: 540 m ü. NHN
Fläche: 111,01 km²
Einwohner: 15.022 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 135 Einwohner je km²
Postleitzahl: 52152
Vorwahlen: 02473, 02485 (Einruhr)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: AC, MON
Gemeindeschlüssel: 05 3 34 028
Gemeindegliederung: 17 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz
52152 Simmerath
Webpräsenz: www.simmerath.de
Bürgermeister: Karl-Heinz Hermanns (CDU)
Lage der Gemeinde Simmerath in der Städteregion Aachen
Belgien Niederlande Kreis Düren Kreis Euskirchen Kreis Heinsberg Aachen Alsdorf Baesweiler Eschweiler Herzogenrath Monschau Roetgen Simmerath Stolberg (Rheinland) WürselenKarte
Über dieses Bild

Simmerath ist eine Gemeinde in Nordrhein-Westfalen und gehört zur Städteregion Aachen (Regierungsbezirk Köln). Die östliche Gemeindehälfte dominiert der Rursee.

Geografie[Bearbeiten]

Das 1972 entstandene, heutige Gemeindegebiet von Simmerath erstreckt sich in einem Radius von etwa 10 km rund um den Kernort. Seine Peripherie berührt im Osten die als touristische Attraktion relevante Rurtalsperre, im Süden den Raum Monschau, im Westen die belgische Grenze mit immer noch gut erkennbaren Teilen des durch einen Wanderweg erschlossenen Westwalles und im Norden den Raum Roetgen/Aachen.

Teile des Gemeindegebiets liegen seit dem 1. Januar 2004 auf dem Territorium des Nationalparks Eifel.

Ortsteile[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gegend um Simmerath war schon zur römischen Kaiserzeit besiedelt. Die antike Verbindungsstraße führte aus Konzen über Simmerath und Kesternich nach Einruhr. Die Besiedlung ist durch Bodenfunde aus dem 2. und 3. nachchristlichen Jahrhundert, nicht jedoch durch schriftliche Quellen belegt. Eine Siedlungskontinuität in die fränkische Zeit hinein ist nicht dokumentiert. Ein „Hof zo Semmenrode“ findet sich erst wieder in einer mittelalterlichen Quelle von 1342. 1346 beginnen die kirchenrechtlichen Belege; zuvor gehörte die Pfarrei zu Konzen.

Territorial gehörte die Ansiedlung zur Herrschaft der Grafen von Monschau (Montjoie); diese ging nach dem Tode Johann III. von Schönforst-Montjoie 1433 an das Herzogtum Jülich über, in dessen Besitz Simmerath wie das gesamte Monschauer Land bis zum Ende des 18. Jahrhunderts verblieb. Nachdem 1794 das gesamte Linke Rheinufer während des Ersten Koalitionskrieges besetzt war gehörte das Gebiet von 1798 bis 1814 zu Frankreich. Simmerath und Umgebung gehörte zum Kanton Montjoie im Arrondissement Aachen im Rur-Département. Aufgrund der 1815 auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen kam die Region zum Königreich Preußen und Simmerath war ab 1816 eine Gemeinde im Kreis Monschau im Regierungsbezirk Aachen in der Provinz Großherzogtum Niederrhein welche 1822 in der Rheinprovinz aufging und bis zur Auflösung nach dem Zweiten Weltkrieg bestand. Im Zweiten Weltkrieg brachte die Ardennenoffensive im Winter 1944/45 bei dem Vormarsch der Alliierten schwere Zerstörungen mit sich.

Durch das Gesetz des Landes Nordrhein-Westfalen zur Neugliederung der Gemeinden und Kreise des Neugliederungsraumes Aachen (das so genannte Aachen-Gesetz) vom 14. Dezember 1971 wurden mit Wirkung vom 1. Januar 1972 der Gemeinde Simmerath die bisher selbständigen Gemeinden Eicherscheid, Kesternich, Lammersdorf, Rurberg, Steckenborn und Strauch eingegliedert[2] und der Kreis Monschau aufgelöst. Dieses erweiterte Simmerath ist seither eine von neun Gemeinden (neben Herzogenrath, Alsdorf, Würselen, Baesweiler, Eschweiler, Stolberg, Roetgen und Monschau), die nach der Neugliederung zum ehemaligen Kreis Aachen, der heutigen Städteregion Aachen gehören.

Lammersdorf gehörte schon vorher zum Amt Simmerath, Kesternich, Rurberg/Woffelsbach, Steckenborn und Strauch waren selbstständig, Eicherscheid war vorher bei Imgenbroich und Einruhr/Erkensruhr bei Dreiborn. Durch die Eingemeindung wurden einige derjenigen Ortschaften, die (neben anderen) schon im Mittelalter kirchenrechtlich zu Simmerath gehört hatten, kommunalpolitisch wieder zu Simmerath „zurückgeholt“, nämlich Dedenborn, Kesternich, Strauch, Rollesbroich, Witzerath, Lammersdorf und Paustenbach. In der Zwischenzeit hat jedoch jeder dieser Ortsteile seine eigene Identität und seine eigenen Wirtschaftsfaktoren entwickelt, so dass die Gemeinde Simmerath sich heute als ein Zusammenschluss von heterogenen Strukturen darstellt.

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009
Wahlbeteiligung: 66,8 %
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50
40
30
20
10
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49,0 %
25,3 %
13,4 %
6,2 %
6,1 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
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+1,3 %p
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Rathaus

Gemeinderat[Bearbeiten]

Bei der Gemeinderatswahl am 30. August 2009 ergab sich folgende Sitzverteilung:

Bürgermeister[Bearbeiten]

Hauptamtlicher Bürgermeister war bis zum 20. Oktober 2009 Hubert Breuer von der CDU. Am 21. Oktober 2009 hat Karl-Heinz Hermanns die Nachfolge angetreten. Gemeindedirektor bis 1999 war Arnold Steins.

Wappen, Banner und Flagge[Bearbeiten]

Der Gemeinde Simmerath ist mit Urkunde des Regierungspräsidenten in Köln vom 9. Dezember 1975 das Recht zur Führung eines Wappens, eines Siegels und einer Flagge sowie eines Banners verliehen worden.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Blau ein goldenes (gelbes) S.“ Das Gemeindewappen stellt ein blaues S auf goldenem Grund dar. Das S symbolisiert die nach der kommunalen Neugliederung 1972 entstandene neue Gemeinde Simmerath und ihre Lage am Rursee. Der goldene Wappengrund soll auf die frühere Zugehörigkeit zur Landesherrschaft Jülich hinweisen.[3]

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Beschreibung des Banners:„Das Banner der Gemeinde ist Gelb-blau-gelb im Verhältnis 1:4:1 längsgestreift mit dem etwas über der Mitte nach oben verschobenen Wappen ohne Schild.“

Beschreibung der Flagge:„Die Hissflagge der Gemeinde ist Gelb-blau-gelb im Verhältnis 1:4:1 quergestreift mit dem zur Stange hin verschobenen Wappen ohne Schild.“[4]

Gemeindekontakte[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Simmerath

Simmerath, Kirche
Johanniskapelle von 1665 am neuen Standort
typischer Winkelhof, das älteste erhaltene Wohn- und Nutzgebäude Simmeraths, 1781, vielleicht älter

Museen[Bearbeiten]

  • Bauernmuseum Lammersdorf, ein bäuerliches Ensemble aus der Zeit um 1900
  • Naturkundliche Bildungsstädte Nordeifel
  • Nationalpark-Tor Rurberg mit Ausstellung zu den Fließgewässer im NP und Stillgewässer – Talsperren – um den Nationalpark, Öffnungszeiten: täglich 10:00 – 17:00 Uhr, freier Eintritt
  • Heilsteinhaus mit Nationalparkinfopunkt in Einruhr, Brunnenanlage frei zugänglich im Innenhof, Öffnungszeiten NP-Infopunkt: Mo-Do: 10:00 – 13:00 Uhr, Fr-So: 10:00 – 17:00 Uhr

Kriegsgräberstätte[Bearbeiten]

  • Sowjetische Kriegsgräberstätte Simmerath-Rurberg. Simmerath erhielt die Obhut über diese Kriegsgräberstätte. Russische Tote des Zweiten Weltkriegs aus der weiten Umgebung, wurden hier bestattet. Die Eingangshalle ist zudem ein prämiertes Gebäude

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Die Johanneskapelle (1665) ist das älteste, noch erhaltene Bauwerk des Kernorts. Beim Ausbau der B 399 1968 musste sie etwa 100 m versetzt werden.
  • Eine für die Nordeifel typische Winkelhof-Anlage (Hauptstr. 63) datiert laut Giebel von 1781, könnte aber älter sein (was wegen starker Veränderungen des Baus nicht beweisbar ist).
  • Der überwiegende Teil der heutigen Simmerather Bausubstanz stammt von nach 1950. Das Simmerather Rathaus, architektonisch verwinkelt und mit achteckiger Brunnenanlage versehen, stammt von 1975.
  • Die übrigen Sehenswürdigkeiten und touristischen Attraktionen der Gemeinde Simmerath befinden sich nicht im Kernort, sondern in den 1971 eingemeindeten Ortsteilen (dort beschrieben).

Befestigung[Bearbeiten]

2014 neu in die Denkmalliste der Gemeinde Simmerath wurde das Bodendenkmal Befestigung Meyssenburg, aus dem 14. Jahrhundert, an Rande von Huppenbroich.

Biologie[Bearbeiten]

Blauschillernde Feuerfalter im Feuchtgebiet bei Simmerath 2010
Vorderflügellänge 12 bis 14 mm

Eine geplante Erweiterung des Gewerbegebietes wird durch eine biologische Seltenheit fraglich gemacht. In diesem Feuchtgebiet bei Kesternich befindet sich eine Inselpopulation des überaus seltenen Blauschillernde Feuerfalter (Lycaena helle), einer stark vom Aussterben bedrohten, etwa fingernagelgroßen Falterart.[5] Der Standort hier ist bemerkenswert, da die Population hier zu den größten europaweit zählt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenanbindung[Bearbeiten]

Durch die Ortsmitte führen die Bundesstraßen 399 (Düren – belg. Grenze) und 266 (Simmerath – Linz am Rhein). Nächste Autobahnanschlüsse bestehen bei Aachen an die A 44 und die A 4 sowie bei Mechernich an die A 1.

ÖPNV-Anbindung[Bearbeiten]

Am Busbahnhof in Simmerath (Simmerath Bushof) treffen verschiedenste regionale Buslinien aus verschiedensten Richtungen zusammen. Es bestehen gute Verbindungen u. a. nach Aachen und Monschau. Die ehemals bedeutende Vennbahn, noch bis 2001 als Museumsbahn genutzt, welche einen Bahnhof in Lammersdorf besaß, ist stillgelegt und wurde 2010 für die Errichtung eines internationalen Vennbahnradweges abgebaut.

Buslinienübersicht:

  • SB63 Vogelsang – Einruhr – Simmerath – Roetgen – Aachen
  • 68 Rurberg – Strauch – Kesternich – Simmerath – Lammersdorf – Roetgen – Rothe Erde – Aachen
  • 81 Simmerath – Kesternich – Steckenborn – Nideggen-Schmidt – (Vossenack)
  • 82 Simmerath – Konzen – Imgenbroich – Monschau
  • 86 Simmerath – Bickerath – Paustenbach – Lammersdorf – Vossenack

Auf sämtlichen Linien gilt der Tarif des Aachener Verkehrsverbundes (AVV) und das Euregio-Ticket.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Die heterogene Wirtschaftsstruktur der Gemeinde Simmerath erklärt sich durch die unterschiedliche geografische Lage und Geschichte der einzelnen Ortsteile. Der Kernort und sein Umland sind industriell geprägt und es dominieren Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe mit dem zentralen "Berufsbildungs- und Gewerbeförderungszentrum" (BGZ), gegründet 1969 und eröffnet 1972 als Kooperationsmaßnahme der Handwerkskammer Aachen mit der Gewerkschaft IG Bau-Steine-Erden und der "Stiftergemeinschaft zur Förderung des Handwerks in der Region Aachen e. V.". Hier konzentriert sich die überbetriebliche Ausbildung für alle Bau- und Ausbauberufe, für das Dachdecker- sowie für das Tischler- und das Bäckerhandwerk. Im Jahr 2011 wurde das BGZ zusätzlich und als das erste und einzige im Kammerbezirk Aachen mit einer innovativen Tiefenrettungsanlage ausgestattet, womit die Bergung aus großen Tiefen für spezielle Rettungsteams trainiert werden kann. Dagegen haben Dedenborn, Steckenborn und Strauch einen agrarischen Charakter und der Tourismus ist die Haupteinnahmequelle der am Rursee und im Umfeld des Nationalparks gelegenen Ortsteile, d.h. Rurberg, Woffelsbach, Einruhr und Erkensruhr/Hirschrott.

Das Energieversorgungsunternehmen Trianel plant in Simmerath die Errichtung des Pumpspeicherkraftwerks Rur mit 640 MW Leistung.

Das größtes ansässige Unternehmen ist die Otto Junker GmbH in Lammersdorf: Herstellung von Industrieöfen und Edelstahlgießerei

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Die Eifelklinik St. Brigida ist ein Krankenhaus mit 75 Betten in privater Trägerschaft. Das Krankenhaus wurde im August 2010 aufgrund finanzieller Schwierigkeiten der damaligen Malteser Trägergesellschaft an die Artemed Kliniken verkauft[6] und in Eifelklinik St. Brigida umbenannt.

  • Rettungsleitstelle der Städteregion Aachen
  • Touristinformationen in Rurberg und Einruhr

Bildung[Bearbeiten]

  • Schulen: Grundschulen, Sekundarschule, Fachoberschule für Soziales, höhere Handelsschule, Rettungsdienstschule (LANO), Berufsgrundschuljahr, Förderschule und Berufsbildungszentrum
  • Naturkundliche Bildungsstätte Nordeifel

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Simmerath – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Simmerath – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014. (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 309.
  3.  Rolf Nagel: Rheinisches Wappenbuch. Rheinland Verlag, Köln 1986, S. 197.
  4. s. Flaggen und Banner und die dortigen Quellenangaben
  5. Ein kleiner Schmetterling sorgt für fast unlösbare Probleme in Eifler Nachrichten 27.Januar 2009, Seite 13 Nordeifel
  6. http://www.an-online.de/sixcms/detail.php?template=an_detail&id=1377663&_wo=Nachrichten:Topnachrichten