Simon-Dach-Straße

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Simon-Dach-Straße
Wappen
Straße in Berlin
Simon-Dach-Straße
Basisdaten
Ort Berlin
Ortsteil Friedrichshain
Angelegt Ende 19. Jahrhundert
Anschlussstraßen Niederbarnimstraße (Nord)
Querstraßen Boxhagener Straße, Grünberger Straße, Krossener Straße, Kopernikusstraße, Revaler Straße
Plätze keine
Nutzung
Nutzergruppen Straßenverkehr
Technische Daten
Straßenlänge 600 Meter

Die Simon-Dach-Straße ist eine gegen Ende des 19. Jahrhunderts angelegte Straße, die sich im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, Ortsteil Friedrichshain befindet. Im Jahr 1903 erhielt sie ihren Namen nach dem deutschen Liederdichter Simon Dach.

Lage und Geschichte[Bearbeiten]

Die Grundstücks-Aktiengesellschaft Berlin-Mitte hatte die Straße auf Basis des Bebauungsplans, Abteilung XIV, als Straße 14 anlegen lassen. Sie lag in Teilen (Parzellen 1–7 und 35–46) im damaligen Vorort Boxhagen-Rummelsburg, die Nummern 8–34 gehörten dagegen zu Alt-Berlin.[1] Am 15. September 1903 erhielten beide Teile ihren aktuellen Namen Simon-Dach-Straße. Der Verkehrsweg verläuft in Süd-Nord-Richtung von der Boxhagener Straße zur Revaler Straße. Sie kreuzt die Grünberger Straße, den Straßenzug Kopernikusstraße–Wühlischstraße und die Krossener Straße. Anfangs ging von der Simon-Dach-Straße an der Kreuzung Kopernikus-/Wühlischstraße südostwärts auch die Simplonstraße ab.[1] Die Simplonstraße wurde jedoch in den 1970er Jahren an der Einmündung leicht nordwärts verschwenkt und mündet seither in die Wühlischstraße.

Mehrere Privatpersonen, Fabrikbesitzer, Handelsgesellschaften oder wohlhabende Handwerker ließen hier in rascher Folge mehrstöckige Mietwohnhäuser errichten. So verfügte die Simon-Dach-Straße bereits im Jahr 1912 über 46 bebaute Parzellen mit mehr als tausend Wohnungen.[1]

Die Gründerzeithäuser sind im Zweiten Weltkrieg weitestgehend erhalten geblieben, wurden baulich zwar mehrfach verändert, stehen aber noch immer. Nach der Wende gingen viele Wohngebäude an die ehemaligen Hausbesitzer oder deren Erben zurück. Sie wurden modernisiert und saniert. So kam es, dass aus der einst ruhigen Wohnstraße ab der zweiten Hälfte der 1990er Jahre eine belebte Café-, Kneipen-, Restaurant- und Bar-Meile wurde. Daneben haben sich ein paar kleinere Designläden niedergelassen.

Gastronomiebetriebe in der Simon-Dach-Straße

Die Simon-Dach-Straße unterliegt ebenso wie die angrenzenden Straßen seitdem einer voranschreitenden Gentrifizierung. Im Sommer gibt es rund 1900 Freiluftsitzplätze in etwa 20 Gaststätten. Begünstigt wurde dies durch die sehr breiten Bürgersteige, den Baumbestand und die Verkehrsberuhigung.

Probleme entstanden jedoch zwischen den Anwohnern und den Gastronomiebetreibern aufgrund nächtlicher Ruhestörungen, worauf im März 2002 die Anwohnerinitiative „Die Aufgeweckten“ entstand, die durchsetzte, dass der Biergartenbetrieb für den Straßenabschnitt zwischen Kopernikusstraße und Boxhagener Straße, außer bei wenigen Kneipen mit Sondergenehmigung, werktags auf die Zeit bis 22 Uhr und am Wochenende bis 23 Uhr beschränkt wurde. Zwischenzeitlich werden diese Beschränkungen von den Kneipen allerdings wenig beachtet beziehungsweise weitestgehend aufgehoben, sodass der Außenbetrieb bis in die frühen Morgenstunden möglich ist, ohne dass die Polizei oder das Ordnungsamt einschreiten.[2][3]

Um den Durchgangsverkehr zwischen Stralauer und Frankfurter Allee einzudämmen, wurde 2005 ein Stück der Simon-Dach-Straße zur Einbahnstraße umgebaut. So ist sie von Grünberger bis zur Boxhagener Straße nur noch in einer Richtung befahrbar.

Besonderheiten[Bearbeiten]

Rudolf-Paetzold-Gedenktafel

Im Wohnhaus Nummer 33 lebte der Soldat und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime Rudolf Paetzold (* 24. November 1919, † 16. Januar 1944). Am Gebäude befindet sich seit den 1980er Jahren eine Gedenktafel.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Simon-Dach-Straße – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Simon-Dach-Straße. In: Berliner Adreßbuch, 1912, Teil III.
  2. Krieg und Friedrichshain. In: taz, 29. August 2002
  3. Auch nach 22 Uhr wird in den Biergärten gezapft. In: Berliner Zeitung, 29. August 2002

52.51166666666713.456944444444Koordinaten: 52° 30′ 42″ N, 13° 27′ 25″ O