Simyo

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simyo GmbH
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Rechtsform GmbH
Gründung 30. Mai 2005
Sitz Düsseldorf
Leitung Nicolas Biagosch
Mitarbeiter 41 (2012)[1]
Umsatz 131,7 Mio. Euro (2012)[2]
Branche Mobilfunk
Website www.simyo.de

Die simyo GmbH ist einer der ersten Mobilfunk-Discounter in Deutschland. Simyo nutzt das E-Plus-Netz.

Gegründet wurde das Unternehmen mit Sitz in Düsseldorf im Mai 2005 von einem vierköpfigen Team um Rolf Hansen, dem damaligen Geschäftsführer. Beteiligt waren zunächst E-Plus mit 90 % und die simyo-Geschäftsführung mit 10 %; am 3. Januar 2007 gab E-Plus die vollständige Übernahme von simyo bekannt.[3]

Simyo hat kein eigenes Mobilfunknetz, sondern agiert als Mobilfunkprovider und nutzt die Netzinfrastruktur der Konzernmutter, ohne jedoch ausdrücklich als deren Tochter-Marke aufzutreten. Der Verkauf der SIM-Karten und das Serviceangebot erfolgt über das Internet[4] oder über eine Bestellhotline.[5] Die Werbung betont den No-frills-Charakter dieses Konzepts etwa durch den Claim „Weil einfach einfach einfach ist“.[6]

Geschichte[Bearbeiten]

Im Juli 2005 bot Simyo einen Tarif von 19 ct/Min. – in alle Netze an.[7] Der Provider mobilcom versuchte anfangs, den Vertrieb von Simyo mit einer einstweiligen Verfügung zu stoppen, da E-Plus anderen Providern nicht die gleichen Konditionen eingeräumt und diese nicht rechtzeitig über den Start des Simyo-Angebots informiert habe.[8] Die Bundesnetzagentur (vormals RegTP) entschied diesen Rechtsstreit am 12. Juli 2005 zugunsten von Simyo, und begründete dies damit, dass es sich bei Simyo nicht lediglich um einen neuen Tarif [handele], sondern um eine Produktinnovation: Aufgrund ihrer kommerziellen, technischen und vertrieblichen Gestaltung, die auf kostenträchtige, bislang übliche Komfortmerkmale verzichte, unterscheide sie sich in wesentlichen Details von herkömmlichen Prepaid-Angeboten.[9]

Der Erfolg des Vorreiters Tchibo (in Kooperation mit O₂) und der Markteintritt Simyos Anfang 2005 hatte Mitte 2005 mehrere ähnliche Angebote von anderen Billiganbietern und einen allgemeinen Preisrückgang auf dem deutschen Mobilfunkmarkt zur Folge.[10]

Obwohl Simyo nicht der erste Mobilfunk-Discounter auf dem deutschen Markt ist – bereits ab Oktober 2004 hatte O₂ in Kooperation mit Tchibo den ersten Mobilfunk-Discounter mit einem rund-um-die-Uhr Tarif angeboten[11] – wird Simyo zugesprochen, mit seinem Konzept einen allgemeinen Preisrückgang auf dem deutschen Mobilfunkmarkt eingeläutet zu haben.[10][12] Nach dem erfolgreichen Start von Simyo wurden mehr als 15 weitere Mobilfunk-Discounter gegründet, davon mindestens sieben im Netz von E-Plus.

Im Februar 2007 läutete Simyo eine neue Preisrunde für Datenübertragungen bei den NoFrills-Anbietern ein. Seit dem 1. Juni 2007 bietet Simyo Zugang zum UMTS-Netz an. Neukunden erhalten automatisch eine UMTS-SIM-Karte, Bestandskunden können diese kostenpflichtig nachbestellen.[13] Seit Oktober 2007 bietet Simyo unter dem Namen „simyo Flat“ für eine monatliche Pauschale Telefonate ins deutsche Festnetz sowie zu Simyo-Teilnehmern an.[14] Seit November 2008 bietet Simyo zudem einen Datentarif an, in dem innerhalb von 30 Tagen an das Datenvolumen von 1 GB pauschal abgerechnet werden. Im Juni 2011 wurde Simyo um die Tarifoption EU Internetpaket 50 erweitert. Damit lässt sich in über 55 Ländern weltweit eine mobile Internetverbindung herstellen.

Zum Ende des Jahres 2010 zählte Simyo 1,32 Mio. Kunden.[15]

Simyo im Ausland[Bearbeiten]

Simyo wird sowohl in den anderen Mobilfunknetzen der E-Plus-Muttergesellschaft KPN Mobile in den Niederlanden und in Belgien (BASE) als auch in Spanien (Orange) und Frankreich (Bouygues) mit ähnlichen „No-frills“-Angeboten vertrieben.

Tarif[Bearbeiten]

SIM-Karte von Simyo

Simyo bietet einen Tarif an: den Simyo-Einheitstarif. Der frühere Tarif Simyo Basic ist für Bestandskunden weiterhin gültig; gegen eine einmalige Gebühr (5 €) können diese aus dem Tarif Simyo Basic in den Einheitstarif wechseln. Ein Wechsel aus dem Einheitstarif nach Simyo Basic ist nicht möglich.

Im Simyo-Einheitstarif kann ein Kunde zusätzlich folgende Tarifoptionen buchen:

  • die Tarifoption Flat Internet
  • die Tarifoption Flat SMS
  • die Tarifoption Flat Festnetz
  • die Tarifoption Flat simyo
  • die Tarifoption Kostenstopp 39 €
  • die Tarifoption EU Internetpaket 50

Im Tarif Simyo Basic ist das Buchen der Tarifoption Flat SMS nicht möglich. Flat Festnetz und Flat simyo sind hier in der Tarifoption Flat simyo & Festnetz gebündelt enthalten.

Seit 1. November 2010 beinhaltet der Einheitstarif einen Kostenstopp. Hierbei werden nach Erreichen eines Gesamtentgeltes von 39 Euro im Kostenstopp-Monat keine weiteren Gebühren mehr für Inlandsgespräche und SMS in alle Netze sowie Datenverbindungen berechnet. Nicht im Kostenstopp enthalten sind Verbindungen und Kurzmitteilungen zu Sonderrufnummern. Auch die Entgelte für die Tarifoptionen werden nicht auf die 39 Euro angerechnet. Neukunden erhalten den Kostenstopp automatisch, Bestandskunden können ihn im Einheitstarif hinzubuchen. Darüber hinaus kann bei Bedarf ein Datenpaket von einem Gigabyte hinzugebucht werden.[16] Im Tarif Simyo Basic ist er nicht erhältlich; hierzu ist zunächst ein Wechsel in den Einheitstarif erforderlich. Im Januar 2014 wurde das Aktivitätsfenster deutlich verkürzt. Prepaid Kunden von Simyo müssen nach den neuen AGB mindestens einmal innerhalb von drei Monaten eine Aktion ausgeführt haben, sonst darf das Unternehmen die Karten kündigen[17].


Nachdem sich Simyo wie die meisten anderen Mobilfunkdiscounter lange Zeit nur auf Prepaid-Verträge konzentrierte, hat das Unternehmen am 1. September 2008 den sogenannten Simyo-Einheitstarif in einer Postpaid-Variante eingeführt.[18] Diese Variante ist jedoch mit Vorsicht zu genießen, da ein Wechsel zurück zu Prepaid nicht möglich ist und bisher der Kostenstopp in der Postpaid-Variante nicht richtig funktioniert.[19] Seit 2012 bietet Simyo eine Allnet-Flat auf Rechnung an, die sich an dem Angebot von Yourfone orientiert.

Kundenservice[Bearbeiten]

Zur Verbesserung seines Kundenservice hat Simyo im Sommer 2008 die Simyo-Paten ins Leben gerufen.[20] Das sind Kunden, die freiwillig Fragen anderer Kunden beantworten. Dabei ziehen die Paten den Nutzen, dass sie, falls es sich bei dem Fragesteller um einen Interessenten handelt, wenn der Fragesteller eine Simyo-Karte bestellt, den Freundschaftswerbebonus als Guthaben für Ihre eigene SIM-Karte erhalten (dieser Bonus bewegt sich zw. 5 und 10 Euro). Für Fragen von Bestandskunden gibt es keinerlei Vergütung. Die Paten können höchstens anhand der Frage erkennen, ob es sich bereits um einen Kunden handelt oder um einen Interessenten. Die Pressestimmen zu dem neuen System sind teils sehr kritisch.[21] Möglicherweise wollte Simyo lediglich einen billigen Support aufbauen, denn die Antwortsuchenden werden immer auf die Paten verwiesen und finden nur über Umwege die direkten Kontaktdaten von Simyo. Anfangs waren es 300 Paten. Über die Jahre hat sich deren Zahl auf ca. 40 reduziert (die genaue ist unklar, da jeder Pate seinen Status individuell auf inaktiv setzen kann, wenn er gerade keine Fragen erhalten will). Nach über drei Jahren sollte das Patensystem umstrukturiert werden. Es sollten erstmals wieder neue Paten aufgenommen werden und das System sollte insgesamt überarbeitet werden. Diese Reform ist jedoch weitestgehend gescheitert. So gut wie kein neuer Pate ist aktiv geworden, Bestandspaten haben aufgrund des geänderten Incentivierungsmodus ihre Mitarbeit frustriert eingestellt.

Derzeit arbeitet Simyo nach eigener Aussage an einer erneuten Reform des Patensystems.

Des Weiteren leistet Simyo über Twitter und Facebook Hilfestellung bei Kundenproblemen. Simyo gibt sich als junge frische Marke und nutzt schon länger soziale Netzwerke, um mit Kunden in Kontakt zu treten. Näheres zu Simyo, den Aktionen und Support lässt sich auch im Simyo Blog lesen. Auch dort findet der Hilfesuchende Rat von Kunden und von Simyo. Im April wurde jedoch der Support im Internetforum Telefon-Treff vorerst eingestellt.[22]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Veröffentlichung im elektronischen Bundesanzeiger
  2. Veröffentlichung im elektronischen Bundesanzeiger
  3. E-Plus übernimmt Discounter Simyo komplett. Heise Newsticker, 3. Januar 2007
  4. simyo sieht Internet als günstigsten Vertriebskanal Teltarif.de 23. Mai 2006
  5. http://www.simyo.de/de/informieren/aktuell/bestellhotline.html
  6. simyo Website Kurzprofil des Unternehmens
  7. http://www.test.de/Billiger-mobil-Simyo-1269629-2269629/
  8. http://archiv.chip.de/news/c1_archiv_news_17209042.html
  9. Bundesnetzagentur: Tätigkeitbericht 2004/2005. Bonn, Dezember 2005. Kapitel Einführung der Marke Simyo durch E-Plus
  10. a b Simyo-Konzept soll weitere Nachahmer finden. Heise Newsticker, 20. Juli 2005
  11. Für eine Hand voll Cent – die Haken bei billigen Mobilfunkangeboten. Heise Newsticker, 29. Juni 2005
  12. Preiskampf im Mobilfunk Teltarif.de 5. Juni 2005
  13. Ab sofort UMTS bei simyo und Blau Teltarif.de 30. Mai 2007
  14. Handy-Flatrate auch von Simyo, Heise Newsticker 1. Oktober 2007
  15. Jahresabschluss der Simyo GmbH zum 31. Dezember 2010, veröffentlicht am 8. November 2011 im elektronischen Bundesanzeiger
  16. Maximal 39 Euro im Monat: Simyo führt Kostenstopp ein – Artikel bei Golem.de, vom 18. Oktober 2010
  17. Neue AGB bei Simyo und Blau.de: nur 3 Monate bis zur Kündigung – abgerufen am 30. Januar 2014
  18. Den Einheitstarif von simyo gibt es jetzt auch als Postpaid-Variante – Artikel bei teltarif.de, vom 1. September 2008
  19. Simyo: Probleme mit Kostenstopp – Artikel bei mobilfunk-talk.de, vom 17. August 2011
  20. simyo Pate: Weil Kunden einfach die besseren Berater sind! – Blogeintrag im Simyo Blog, vom 13. November 2008
  21. Outsourcing bei Simyo - Kunden auf Kundenfang – Artikel bei teltarif.de, vom 16. Juni 2008
  22. Achtung, simyo ist ab sofort mit dabei. Abgerufen am 15. April 2012.