Sindschar

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Sindschar
Lage
Sindschar (Irak)
Sindschar
Sindschar
Koordinaten 36° 19′ N, 41° 52′ O36.32361111111141.864444444444520Koordinaten: 36° 19′ N, 41° 52′ O
Staat Irak
Gouvernement Ninawa
Basisdaten
Höhe 520 m
Einwohner 39.875 (2006)

Sindschar (kurdischشەنگالŞengal, arabisch ‏سنجار‎, DMG Sinǧār) ist eine irakische Stadt in der Provinz Ninawa mit 39.875 Einwohnern (Stand 2006). Gleichzeitig ist Sindschar auch Hauptstadt eines gleichnamigen Distriktes. Die Stadt liegt südlich des Dschabal Sindschar.

Die Bewohner Sindschars sprechen hauptsächlich Kurmandschi, welches ein Dialekt der kurdischen Sprache ist, und gehören der religiösen Minderheit der Jesiden an. Die Stadt wird von der irakischen Zentralregierung verwaltet. Der Status der Stadt ist nicht geklärt. Laut Artikel 140 der irakischen Verfassung soll eine Volksabstimmung entscheiden, ob sie weiterhin von der Zentralregierung oder der Autonomen Region Kurdistan verwaltet werden soll.

Terroranschlag 2007[Bearbeiten]

Hauptartikel: Anschlag von Sindschar

Am 14. August 2007 explodierten in den beiden Dörfern al-Khatanijah und al-Adnanijahin bei Sindschar zeitgleich mehrere mit Sprengstoff beladene LKW. Mehr als 500 Menschen wurden innerhalb einer Stunde getötet, darunter viele Kinder und Frauen. Die Zahl der Toten stieg schließlich auf 700. Hunderte Verletzte mussten in Zelten untergebracht werden, da es im umliegenden Krankenhaus an Platz fehlte. Das Dorf Giruzer wurde durch die Explosion vollkommen zerstört.

Zu dem Anschlag hat sich keine Organisation bekannt. Jedoch werden islamistische Extremisten als Täter vermutet, denn sie halten die Jesiden, die die Sonne und das Feuer verehren, für Götzendiener.

Flucht und Vertreibung von Jesiden[Bearbeiten]

In den Monaten Juli und August 2014 fliehen tausende von in Sindschar lebenden Jesiden vor den sunnitischen ISIS-Kämpfern vor allem in den Höhenzug des Dschabal Sindschar, zum Teil auch in die Türkei oder in die Autonome Region Kurdistan.[1][2] Sie werden dabei von der kurdischen Armee militärisch unterstützt; seit kurzem haben US-amerikanische Kampfbomber begonnen, die ISIS durch Zerstörung militärischen Geräts (Lastwagen, Artillerie, Panzer) aufzuhalten. US-amerikanische und türkische Transportflugzeuge versorgen die Flüchtliche auf dem Sindschar-Gebirge mit Lebensmitteln.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Washington Post:Islamic State seizes town of Sinjar, pushing out Kurds and sending Yazidis fleeing
  2. Handelsblatt.de:Bangen um Angehörige, Jesiden in Deutschland gehen auf die Straße