Singen (Hohentwiel)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Singen (Hohentwiel)
Singen (Hohentwiel)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Singen (Hohentwiel) hervorgehoben
47.7627777777788.84429Koordinaten: 47° 46′ N, 8° 50′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Konstanz
Höhe: 429 m ü. NHN
Fläche: 61,75 km²
Einwohner: 45.717 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 740 Einwohner je km²
Postleitzahl: 78224
Vorwahlen: 07731, 07738 (Friedingen teilw.)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: KN
Gemeindeschlüssel: 08 3 35 075
Stadtgliederung: Kernstadt und 6 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hohgarten 2
78224 Singen
Webpräsenz: www.singen.de
Oberbürgermeister: Bernd Häusler (CDU)
Lage der Stadt Singen (Hohentwiel) im Landkreis Konstanz
Bodensee Bodenseekreis Landkreis Waldshut Schwarzwald-Baar-Kreis Landkreis Tuttlingen Landkreis Sigmaringen Aach (Hegau) Allensbach Bodman-Ludwigshafen Büsingen am Hochrhein Stockach Eigeltingen Engen Gaienhofen Gailingen am Hochrhein Gottmadingen Hilzingen Hohenfels (bei Stockach) Konstanz Mainau Moos (am Bodensee) Mühlhausen-Ehingen Mühlingen Öhningen Orsingen-Nenzingen Radolfzell am Bodensee Reichenau (Landkreis Konstanz) Reichenau (Landkreis Konstanz) Reichenau (Landkreis Konstanz) Reichenau (Landkreis Konstanz) Rielasingen-Worblingen Singen (Hohentwiel) Steißlingen Stockach Tengen Volkertshausen SchweizKarte
Über dieses Bild
Blick vom Hohentwiel auf die Stadt Singen (2001)

Singen (Hohentwiel) ( anhören?/i) ist eine Stadt im Süden Baden-Württembergs, etwa 30 Kilometer nordwestlich von Konstanz und 20 Kilometer nordöstlich von Schaffhausen (Schweiz). Singen ist nach der Kreisstadt Konstanz die zweitgrößte Stadt des Landkreises Konstanz und bildet das Mittelzentrum für die umliegenden Hegau-Gemeinden. Seit dem 1. April 1956 ist Singen Große Kreisstadt.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Blick auf den Hohentwiel

Singen liegt am Westrand des Hegaus, nordwestlich vom Bodensee am Fuß des Hohentwiels, eines Phonolithenkegels (Vulkankegel), der zu den Hegaubergen gehört. Zwischen der Stadt und dem Hohentwiel fließt die Radolfzeller Aach, welche in der Gemeinde Aach (Hegau), nördlich von Singen entspringt (das Wasser stammt von der 20 Kilometer östlich von Donaueschingen bei Fridingen versickernden Donau) und nach Verlassen des Stadtgebiets westlich von Radolfzell in den Bodensee mündet.

Klima[Bearbeiten]

Weinbau am Olgaberg des Hohentwiel, oberhalb des Hegau-Klinikums Singen

Im Jahr 2008 war gemäß der Wetterbilanz des Wetterdienstes Meteomedia der Singen um 250 Meter überragende Hausberg Hohentwiel mit 2057 Sonnenstunden Viertplatzierter im Ranking zum sonnenreichsten Ort in Deutschland.[2] Im Vorjahr erreichte Singen mit 2142 auf dem Hohentwiel gemessenen Sonnenstunden den zweiten Platz in Deutschland.[3] Neben der Wetterstation von Meteomedia auf dem Hohentwiel befindet sich in rund zwei Kilometer Entfernung die von Meteomedia genutzte Hegauer Wetterstation (Wetterstation Singen; 47° 45′ 0″ N, 8° 49′ 12″ O47.758.82; 445 m ü. NN) eines anderen Netzes. Aufgrund der vielen Sonnenstunden auf dem Hohentwiel und des günstigen Vulkanverwitterungsgesteins ist am Hohentwiel Weinbau möglich. Der Hohentwiel ist mit über 500 m NN die höchste Weinlage Deutschlands.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Singen (Hohentwiel): Hilzingen, Mühlhausen-Ehingen, Volkertshausen, Steißlingen, Radolfzell am Bodensee, Moos, Öhningen und Rielasingen-Worblingen (alle Landkreis Konstanz).

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt gliedert sich in die Kernstadt (37784 Einwohner, 31. Dez. 2013) und die im Rahmen der Gemeindereform der 1970er-Jahre hinzugekommenen ehemals selbstständigen Gemeinden

Die Angaben der Einwohnerzahlen sind der Einwohnerstatistik der Stadt Singen entnommen[4].

Zu einigen Stadtteilen gehören teilweise räumlich getrennte Wohnplätze mit eigenem Namen, die oft sehr wenige Einwohner haben. Ferner gibt es auch Wohngebiete mit eigenem Namen, deren Bezeichnungen sich im Laufe der Bebauung ergeben haben und deren Grenzen dann meist nicht genau festgelegt sind. Im Einzelnen sind zu nennen:

  • zur Kernstadt: Bruderhof, Am Duchtlinger Berg, Heinrich-Weber-Siedlung, Hohentwiel, Remishof, Waldheim
  • zu Bohlingen: Ziegelhof
  • zu Friedingen: Burg Hohenfriedingen, Leprosenhaus, Neuhaus, Riedmühle, Schlosshof
  • zu Hausen an der Aach: Dornermühle
  • zu Überlingen am Ried: Gaisenrain

Raumplanung[Bearbeiten]

Singen bildet ein Mittelzentrum innerhalb der Region Hochrhein-Bodensee, zu dessen Mittelbereich die Städte und Gemeinden Aach (Hegau), Büsingen am Hochrhein, Engen, Gailingen am Hochrhein, Gottmadingen, Hilzingen, Mühlhausen-Ehingen, Rielasingen-Worblingen, Steißlingen, Tengen und Volkertshausen des Landkreises Konstanz gehören. Darüber hinaus gibt es Verflechtungen mit den Kantonen Schaffhausen und Thurgau in der Schweiz.

Geschichte[Bearbeiten]

Vor- und Frühgeschichte[Bearbeiten]

In den 1950er Jahren wurde ein großes frühbronzezeitliches Gräberfeld entdeckt. Diese Entdeckung war namensgebend für die sogenannte Singener Gruppe. Sie ist etwa von 2300 bis 2000 v. Chr. nachweisbar und war in dem Gebiet zwischen Schwäbischer Alb und dem Bodensee sowie im württembergischen Schwaben und in Bayerisch-Schwaben verbreitet. Sieben römische Fundmünzen datieren in eine Nachlimeszeit zwischen 341 bis 354 n. Chr.[5]

Stadtgeschichte[Bearbeiten]

Singen wurde 787 als Sisinga erstmals urkundlich erwähnt. Besitzungen hatte unter anderem das Kloster St. Gallen. Ab dem 11. Jahrhundert waren Edelfreie erwähnt, die sich ab 1170/80, nach ihrer neu erbauten Stammburg, der Burg Hohenfriedingen, als Herren von Friedingen bezeichnen und bis 1461 die Herren über Singen blieben. 1466 gelangte der Ort an die Familie von Fulach, 1518 an die von Klingenberg, 1530 an die Herren von Bodman, von welchen es schließlich an Österreich verkauft wurde. 1571 waren wieder die Herren von Bodman die Ortsherren, dann ab 1607 die Herren von Reischach und schließlich 1632 wieder Österreich. Diese gaben Singen 1655 an Hans Gaudenz von Rost, der die Herrschaft Singen-Mühlhausen bildete. Diese gelangte durch Heirat an die Grafen von Enzenberg, die im 18. Jahrhundert in Singen ein Schloss errichteten. 1775 kam die Herrschaft schließlich über die Grafschaft Nellenburg an Österreich. 1805 kam Singen an Württemberg und 1810 an das Großherzogtum Baden. Zunächst war Singen eine Gemeinde im Bezirksamt Radolfzell. Bei dessen Auflösung 1872 kam Singen zum Bezirksamt Konstanz.

Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Singen zu einer Industriegemeinde, die sich vor allem nach der Ansiedlung von Maggi (1887) stark vergrößerte. Daher wurde durch Erlass des Innenministeriums des Großherzogtum Baden vom 11. September 1899 der Gemeinde Singen die Stadtrechte verliehen.

Zu Beginn der NS-Diktatur wurde im März 1933 die Herausgabe der SPD-Zeitung „Volkswille“, die im Verlagshaus Thurgauer/Ekkehardstraße hergestellt wurde, verboten. Das Gewerkschaftshaus in der Schwarzwaldstraße wurde mit dem Verbot der Gewerkschaften beschlagnahmt und die Arbeitersport-Vereine aufgelöst, die sich auf dem Schnaidholz-Sportplatz betätigt hatten. Diese und andere Vorgänge der Verfolgung und des Widerstandes werden seit 1989 in einem „Geschichtspfad“ nacherlebbar gemacht.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden mehrere tausend Frauen, Kinder und Männer nach Singen verschleppt und in der örtlichen Industrie, den Unternehmen Maggi, Aluminium Walzwerk, der Georg Fischer AG und anderen Firmen zur Zwangsarbeit genötigt. Gegen Ende des Kriegs war jeder sechste Bewohner Singens ein Bürger der Sowjetunion. Sie lebten in 17 verschiedenen Lagern, eines davon auf einem Gelände in der Fittingstraße, auf dem heute die St. Theresienkapelle steht, unter der noch heute ein Strafbunker existiert. Ein „Ausländerehrenmal“ auf dem Waldfriedhof erinnert an fast 50 Opfer der Zwangsarbeit. Zu den humanitären Helfern für zahlreiche verfolgte Hitler-Gegner und Juden über die Schweizer Grenze gehörten der römisch-katholische Pfarrer August Ruf und sein Vikar Weiler. Nach der Entdeckung wurde Ruf verhaftet und starb 1944 an den Folgen der Haft, während Weiler das KZ Dachau überlebte. An Ruf erinnern ein Straßenname und eine Gedenktafel.[6]

Bei der Verwaltungsreform 1939 kam Singen zum Landkreis Konstanz und nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte die Stadt zum Land (Süd-)Baden, bzw. ab 1952 zum Regierungsbezirk Südbaden. In jener Zeit überschritt die Einwohnerzahl der Stadt die Grenze von 20.000. Daher wurde Singen bereits mit Inkrafttreten der baden-württembergischen Gemeindeordnung am 1. April 1956 zur Großen Kreisstadt erklärt. Bei der Gemeinde- und Kreisreform Anfang der 1970er-Jahre erreichte das Stadtgebiet seine heutige Ausdehnung.

Am 3. Mai 1977 wurden nach einer Personenkontrolle und anschließenden Schusswechseln die Terroristen der Rote Armee Fraktion (RAF) Verena Becker und Günter Sonnenberg in Singen festgenommen.

Auf dem Hausberg Hohentwiel, der wichtigsten touristischen Attraktion Singens, liegt die größte deutsche Festungsruine. Ihre Festungsanlagen wurden erst 1801, nachdem sie ihre militärische Funktion schon weitgehend verloren hatten, in den Napoleonischen Kriegen von französischen Truppen geschleift. Erstmals erwähnt wurde der Ort im Jahre 919 als Duellum, einer Burg im Besitz des Reiches. Im 12. Jahrhundert war sie im Besitz der Herren von Singen und teilte zunächst die Geschicke des Dorfes. 1538 wurde sie an den Herzog von Württemberg verkauft, der sie zu einer Festung ausbauen ließ. Die Festung konnte zahlreichen Belagerungen standhalten. Im 18. Jahrhundert diente sie als Staatsgefängnis und blieb auch nachdem sie von den Franzosen im Jahre 1801 geschleift worden war als württembergische Staatsdomäne. 1850 wurde der Hohentwiel Teilgemeinde der etwa 24 Kilometer nördlich gelegenen Stadt Tuttlingen, der sie 1933 formell eingegliedert wurde. Am 1. Januar 1969 wurde der Hohentwiel in die Stadt Singen umgemeindet.

Ortsteile[Bearbeiten]

Wappen Beuren an der Aach

Beuren an der Aach wurde 1204 als Bure erstmals erwähnt. Das Kloster Reichenau hatte Besitzungen im Ort. Die Ortsherren waren zunächst die Herren von Krähen, dann bis 1539 die Herren von Friedingen und im 15. Jahrhundert vorübergehend die Familie von Fulach. Über Valentin Zäggy von Stockach gelangte Beuren 1554 an Christoph Lutz Reichlin von Meldegg, in dessen Familienbesitz der Ort bis 1628 war. Dann waren weitere verschiedene Herrscherfamilien die Ortsherren, so etwa die Familie Vogt von Alten-Summerau und Praßberg und die Familie Johann Baptist von Liebenfels zu Worblingen. Schließlich gehörte Beuren zur Herrschaft Langenstein. Die hohe Gerichtsbarkeit lag bei der Grafschaft Nellenburg. 1805 kam Beuren an Württemberg und 1810 an Baden. Dann war es eine Gemeinde im Bezirksamt Stockach, aus dem der Landkreis Stockach hervorging. Erst durch die Eingliederung nach Singen kam Beuren zum Landkreis Konstanz.

Wappen Bohlingen

Bohlingen wurde 733 als Wobolginga erstmals erwähnt. Besitzungen hatte unter anderem das Kloster St. Gallen. Später gehörte es dem Bischof von Konstanz, der es durch Ministerialien verwalten ließ. Später bestand eine eigene Herrschaft Bohlingen, die ab 1416 als österreichisches Lehen in den Händen der Herren von Homburg war. 1456 gelangte die Herrschaft an das Kloster Salem, 1469 an die Grafen von Sulz und 1497 an den Konstanzer Bischof. Die Hochgerichtsbarkeit lag ab dem 15. Jahrhundert bei der Landgrafschaft Nellenburg. Bohlingen war ab 1686 Sitz eines Amtes. 1803 kam Bohlingen an Baden und war zunächst Sitz eines Amtes, das 1810 aufgelöst wurde. Dann gehörte der Ort zum Amt Radolfzell. Bei dessen Auflösung 1872 kam Bohlingen zum Bezirksamt Konstanz. Südwestlich von Bohlingen finden sich noch Reste der mittelalterlichen Burg Kastenbühl.

Wappen Friedingen

Friedingen wurde 1090 als Fridinga erstmals erwähnt. Besitzungen hatte das Kloster St. Gallen, dann das Kloster Reichenau. Schließlich gab es eine eigene Ortsherrschaft, doch war der Ort mehrfach verpfändet, darunter an die Herren von Bodman. Diese verkauften Friedingen 1538 an die Stadt Radolfzell. Die Oberhoheit oblag der Landgrafschaft Nellenburg. 1806 kam Friedingen an Württemberg, 1810 an Baden und gehörte zunächst zum Bezirksamt Radolfzell. Nach dessen Auflösung 1872 kam der Ort zum Bezirksamt Konstanz.

Wappen Hausen an der Aach

Hausen an der Aach wurde 787 als Usa erstmals erwähnt. Auch hier hatte das Kloster St. Gallen, später das Kloster Reichenau Besitz. Ebenso wie seine Nachbarn gehörte auch Hausen verschiedenen Herrschaften, bevor der Ort 1544 von den Herren von Friedingen an die Stadt Radolfzell verkauft wurde. Von 1703 bis 1759 gehörte Hausen den Freiherren von Alten-Summerau und Praßberg. Die Hochgerichtsbarkeit oblag bis 1805 der Landgrafschaft Nellenburg, bis zum Übergang an Württemberg. 1810 kam Hausen an Baden und wurde dem Amt Stockach unterstellt. Ab 1813 gehörte der Ort zum Bezirksamt Radolfzell und nach dessen Auflösung 1872 kam Hausen zum Bezirksamt Konstanz.

Wappen Schlatt unter Krähen

Schlatt unter Krähen wurde 787 als Slat erstmals erwähnt. Auch dieser Ort gehörte dem Kloster St. Gallen, dann dem Kloster Reichenau und kam über verschiedene Herrschaften 1592 an Hans Ludwig von Bodman, 1606 an Jakob Hannibal von Raitnau und schließlich durch Heirat an die Grafen von Rechberg. 1619 kam Schlatt an Rudolf Ebinger von der Burg und über dessen Nachkommen 1785 an den Überlinger Bürgermeister von Lenzenfeld, 1790 an Johann Adam von Bodman. Die hohe Gerichtsbarkeit lag bei der Landgrafschaft Nellenburg. 1808 kam Schlatt an Württemberg, 1809 an Baden und gehörte zum Amt Blumenfeld, ab 1803 zum Amt Engen. 1824 wurde Schlatt erneut dem Amt Engen, 1843 erneut dem Amt Blumenfeld und 1857 nochmals dem Amt Engen zugeordnet, wo es bis zu dessen Auflösung 1936 verblieb. Dann kam der Ort zum Bezirksamt Konstanz.

Wappen Überlingen am Ried

Überlingen am Ried wurde 1256 erstmals erwähnt. Im 14. Jahrhundert hieß es Überlingen im Ryete. Die klösterlichen Besitzungen der Insel Reichenau wurden vom Amannamt der Stadt Radolfzell verwaltet. Von dort wurde es um 1300 dem habsburgischen Amt Aach zugeordnet und kam 1538 an die Stadt Radolfzell, welche die niedere Gerichtsbarkeit ausübte. Die hohe Gerichtsbarkeit oblag der Landgrafschaft Nellenburg. 1805 kam Überlingen an Württemberg, 1810 an Baden und gehörte dann zum Bezirksamt Radolfzell. Bei dessen Auflösung 1872 kam der Ort an das Bezirksamt Konstanz.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

In die Stadt Singen (Hohentwiel) wurden folgende Gemeinden bzw. Gemeindeteile eingegliedert:

  • 1967: Bruderhof, bis dato eine Exklave der Stadt Tuttlingen
  • 1. Januar 1969: Hohentwiel (bis dato Exklave der Stadt Tuttlingen)
  • 1. Januar 1971: Überlingen am Ried
  • 1. Dezember 1971: Friedingen, Hausen an der Aach, Schlatt unter Krähen
  • 1. April 1972: Beuren an der Aach
  • 1. Januar 1975: Bohlingen

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohner
1775 747
1810 843
1825 976
1852 1.452
1861 1.532
1. Dezember 1871 ¹ 1.674
1. Dezember 1880 ¹ 1.973
1. Dezember 1900 ¹ 3.909
1. Dezember 1910 ¹ 8.359
16. Juni 1925 ¹ 11.470
16. Juni 1933 ¹ 15.536
17. Mai 1939 ¹ 18.096
Jahr Einwohner
13. September 1950 ¹ 21.766
6. Juni 1961 ¹ 33.267
27. Mai 1970 ¹ 41.256
31. Dezember 1975 45.566
31. Dezember 1980 43.529
27. Mai 1987 ¹ 42.403
31. Dezember 1990 43.689
31. Dezember 1995 44.338
31. Dezember 2000 44.733
31. Dezember 2005 45.366
31. Dezember 2010 45.826

Religionen[Bearbeiten]

Singen gehörte anfangs zum Bistum Konstanz. Bereits 1275 wurde eine Pfarrei erwähnt. 1350 taucht das Patrozinium St. Peter (später St. Peter und Paul) auf, das beim Kloster Reichenau lag. Zu ihm gehörten mehrere Filialen. Auch nach der Reformation blieb Singen überwiegend katholisch.

Herz-Jesu-Kirche

Die heutige Hauptkirche der Stadt St. Peter und Paul wurde 1778/81 unter Einbeziehung älterer Bauteile erbaut. Die Kirchengemeinde Singen kam 1821/27 zum neu gegründeten Erzbistum Freiburg. Durch starken Zuwachs der Bevölkerung wurden im 20. Jahrhundert von der Pfarrei St. Peter und Paul weitere Pfarreien abgetrennt und neue katholische Kirchen erbaut. So entstand 1908 bis 1911 die Herz-Jesu-Kirche (Pfarrei ab 1934), 1927/28 die St. Josefskirche (Pfarrei ab 1945), 1954 die Kirche Maria Königin (Liebfrauen-Pfarrei ab 1974) und 1962 die Kirche St. Elisabeth (Pfarrei ab 1973). Alle genannten Pfarreien bilden heute die Seelsorgeeinheit Singen innerhalb des Dekanats Westlicher Hegau. Die Friedhofskapelle zur Schmerzhaften Muttergottes wurde 1898 erbaut.

Auch in den Singener Stadtteilen gibt es jeweils katholische Gemeinden, die schon eine lange Tradition haben. In Bohlingen wurde bereits 1155 ein Pfarrei erwähnt. Die heutige Pfarrkirche St. Pankratius wurde im 15. Jahrhundert erbaut und 1978/80 erweitert. Auf dem Friedhof gibt es eine Kapelle St. Martin aus dem 16. Jahrhundert. In Überlingen ist seit 1360 eine Filiale der Pfarrei Bohlingen erwähnt. Eine eigene Pfarrei gibt es dort seit 1798. Die heutige Kirche zum Hl. Kreuz wurde 1862 im neogotischen Stil erbaut. Beide Pfarreien gehören zusammen mit drei Nachbargemeinden zur Seelsorgeeinheit Aachtal.

In Beuren wird 1204 eine Kirche und 1275 eine Pfarrei genannt. Die heutige Kirche St. Bartholomäus wurde 1839 bis 1841 erbaut. In Friedingen wurde 1194 eine Kirche und 1275 eine Pfarrei St. Leodegar erwähnt. Die Pfarrkirche St. Leodegar, der älteste Sakralbau in Singen, wurde im 13. Jahrhundert als Chorturmkirche erbaut, deren spätgotischer Turmunterbau, der Chorturm, heute noch steht. Das dazugehörige Kirchenschiff wurde 1728 durch einen Neubau ersetzt, der 1963 erweitert und mit einem Dachreiter vollendet wurde. Hausen an der Aach war seit dem 14. Jahrhundert eine Filiale von Singen. 1794 wurde eine Kuratie und 1820 eine eigene Pfarrei errichtet. Die Pfarrkirche St. Agatha und Katharina wurde 1826/27 erbaut. Die drei Kirchengemeinden gehören heute mit zwei weiteren Nachbargemeinden zur Seelsorgeeinheit Volkertshausen-Steißlingen.

Wenngleich die Orte im heutigen Singener Stadtgebiet bis ins 19. Jahrhundert überwiegend katholisch blieben, so gab es auf dem Hohentwiel seit der Reformation evangelische Gottesdienste. Nach der Zerstörung der Kirche auf dem Hohentwiel wurden die Gottesdienste im Domänenhof abgehalten. In Singen wurde dann 1863 eine eigene evangelische Kirche erbaut. Die Kirchengemeinde Singen wurde 1894 errichtet. 1913 wurde dann die heutige Lutherkirche erbaut. Von der Lutherpfarrei wurde 1967 die Markuspfarrei abgetrennt, nachdem bereits 1959 die Markuskirche errichtet worden war. Weitere evangelische Gemeinden sind die Paulusgemeinde und die Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde. Alle vier Kirchengemeinden im Singener Stadtgebiet gehören zum Dekanat Konstanz der Evangelischen Landeskirche in Baden. Zu den Gemeinden gehören auch die Protestanten der Stadtteile Beuren an der Aach, Friedingen und Hausen an der Aach. Die Protestanten der Stadtteile Bohlingen, Schlatt unter Krähen und Überlingen am Ried werden von den Nachbargemeinden Böhringen bzw. Aach-Volkertshausen betreut.

Die erste evangelische Kirche wurde 1918 an die alt-katholische Gemeinde abgegeben. Als St.-Thomas-Kirche ist sie Pfarrkirche für die Singener Alt-Katholiken.

Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Singen auch Gemeinden, die zu Freikirchen gehören, darunter ein ICF, eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), eine Freie evangelische Gemeinde, die Gemeinde Gottes, die Josua-Pfingstgemeinde, die Christliche Gemeinde Singen und eine Adventisten-Gemeinde. Ferner sind die Neuapostolische Kirche, die Zeugen Jehovas, die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage und die Christlich-Wissenschaftliche Vereinigung in Singen vertreten. Die Singener Muslim-Gemeinde hat im März 2007 eine eigene Moschee und ein Gemeindezentrum eröffnet.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014
in Prozent
 %
40
30
20
10
0
31,6 %
21,1 %
9,2 %
12,0 %
12,1 %
10,8 %
3,2 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
-0,4 %p
-1,8 %p
-3,5 %p
+0,3 %p
+1,7 %p
+2,7 %p
+0,9 %p
7
3
1
4
3
4
10
10 
Von 32 Sitzen entfallen auf:

Stadtrat[Bearbeiten]

Seit der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 hat der Stadtrat in Singen 32 Sitze. Das Wahlergebnis zeigen nebenstehende Diagramme.

Bürgermeister und Oberbürgermeister[Bearbeiten]

An der Spitze der Gemeinde Singen standen zunächst die Vögte, ab 1832 die Bürgermeister, die aber zunächst noch ehrenamtlich tätig waren. Ab 1904 waren die Bürgermeister hauptberuflich tätig. Daneben gab es einen Gemeinderat mit zwölf Gemeinderäten und ein weiteres Gremium, bestehend aus 36 Gemeindeverordneten. Ab 1920 gab es zwölf Gemeinderäte und 72 Gemeindeverordnete. Nach 1933 waren es nur noch zwölf Ratsherren und der Bürgermeister. 1950 bekam der Bürgermeister einen Beigeordneten an seine Seite und der Bürgermeister die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister. Dieser wird von den Wahlberechtigten für eine Amtszeit von 8 Jahren direkt gewählt. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats. Sein allgemeiner Stellvertreter war zunächst der 1. Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung Bürgermeister, doch dieses Amt wurde abgeschafft, und es gab nur noch einen ehrenamtlichen Stellvertreter. Seit 2005 gibt es das Amt des Ersten Bürgermeisters wieder, das von Bernd Häusler ausgefüllt wird. Während der Zeit ohne Oberbürgermeister ersetzte Bernd Häusler als Amtsverweser den damals scheidenden Oberbürgermeister und späteren baden-württembergischen Sozialminister Andreas Renner. Die Oberbürgermeisterwahl 2013 in Singen war die erste Kommunalwahl in Baden-Württemberg, bei der auch 16- und 17-Jährige wahlberechtigt waren[7]. Nachdem der erste Wahlgang ohne Wahlsieger geblieben war, konnte sich am 14. Juli bei knapp 48 % Wahlbeteiligung Bernd Häusler mit 50,19 % der Stimmen gegen den Amtsinhaber Oliver Ehret (49,75 %) durchsetzen und trat sein Amt im September 2013 an.

Bürgermeister bzw. Oberbürgermeister von Singen seit 1810

  • 1810–1813: Jakob Buchegger
  • 1813–1832: Anton Waibel
  • 1832–1852: Georg Weber (Amtsverweser)
  • 1852–1861: Dominik Buchegger
  • 1861–1864: Anton Waibel
  • 1864–1865: Johann Messmer
  • 1865 Georg Weber (Amtsverweser)
  • 1865–1870: Anton Schrott
  • 1870–1873: Kaspar Waibel
  • 1873–1876: Ziprian Ehinger
  • 1876–1892: Kaspar Waibel
  • 1892–1899: Josef Buchegger

Wappen[Bearbeiten]

Wappen Singen

Das Wappen von Singen (Hohentwiel) zeigt in Silber einen aufgerichteten, rot bewehrten und rot gezungten schwarzen Bären, der in den Vordertatzen einen von Gold und Blau im Spitzenschnitt gespaltenen Schild hält. Die Stadtflagge ist gelb-blau.

Das Wappen wurde kurz nach der Stadterhebung 1899 angenommen. Es handelt sich um den St. Galler Bären, der auf die Besitzungen des Klosters St. Gallen in Singen hinweisen soll. Der zweifarbige Wappenschild weist auf die Herren von Singen hin, die im 11. und 12. Jahrhundert nachgewiesen sind.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Singen unterhält Städtepartnerschaften zu La Ciotat in Frankreich (seit 1968), zu Pomezia in Italien (seit 1974), zu Celje in Slowenien (seit 1989) und seit 1993 zu Kobeljaky in der Ukraine.

Die Partnerschaft mit Celje geht zurück auf die Zusammenarbeit der IG Metall Singen mit den Gewerkschaften in Celje, sowie der Freundschaft des Männerchores Konkordia mit dem Kammerchor Celje.

Kobeljaky verbindet mit Singen, dass viele Zwangsarbeiter in Singen aus der Region Poltawa stammen. Dies wurde erst in den 1990ern durch die Nachforschungen von Wilhelm Waibel bekannt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Theater und Veranstaltungen[Bearbeiten]

Stadthalle Singen[Bearbeiten]

Die Stadthalle Singen ist ein modernes Veranstaltungszentrum am Rande der Innenstadt, in der Parklandschaft der ehemaligen Landesgartenschau unter dem Hohentwiel. Die Eröffnung war am 15. September 2007.

Die Stadthalle bietet Räume für Veranstaltungen aller Art mit Platz für bis zu 1900 Besucher. Eine vergleichbare Bühne mit Orchestergraben ist erst im schweizerischen Zug zu finden. 2008 wurde das Hotel Express by Holiday Inn mit 92 Zimmern direkt neben der Stadthalle eröffnet.

Betrieben wird das Veranstaltungszentrum vom städtischen Eigenbetrieb Kultur & Tourismus Singen (KTS). Mit einem eigenen Theater- und Konzertprogramm leistet die KTS einen wesentlichen Beitrag zum Kulturauftrag der Stadt, hinzu kommen eine Reihe von Gastveranstaltern. Von der Eröffnung bis zur Feier des fünfjährigen Bestehens am 15. September 2012 kamen rund 350.000 Besucher zu insgesamt 950 Veranstaltungen in der Stadthalle Singen. In diese Bilanz eingerechnet sind nicht die großen Events auf dem mit dem Bau der Stadthalle entstandenen neuen Rathausplatz wie das "Public Viewing" zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010 oder das Abschlussfest der SWR-„Tour de Ländle“ 2011, an denen KTS beteiligt war. Die neue Stadthalle Singen löste das frühere Gastspieltheater Kunsthalle und die Aula des Hegau-Gymnasiums als Konzertsaal ab. Zugleich vervollständigte sie die „Kulturmeile“ Singens mit der Scheffelhalle, dem Archäologischen Hegau-Museum, dem städtischem Kunstmuseum, dem Kulturzentrum GEMS, der "Musikinsel" und dem privatem Kneipentheater „Die Färbe“.

Weitere Veranstaltungszentren[Bearbeiten]

Theater wird in Singen auch in der renommierten Färbe geboten. Die Färbe ist ein privates Theater mit einer Kneipe. Aufführungen auf hohem Niveau finden dort seit 1978 statt. Dem Theater angeschlossen ist eine Ballettschule.

Das Kulturzentrum GEMS bietet Kino, Musik, Theater und Galerien. Es wurde 1978 im benachbarten Arlen eröffnet und zog Ende der 80er Jahre in das ehemalige Gasthaus Kreuz in Singen um. Die GEMS beherbergt auch das Kommunale Kino Weitwinkel und den Jazz-Club Singen.

Museen[Bearbeiten]

Das Archäologische Hegau-Museum zeigt Fundstücke und Informationen über die Lebenswelt der Menschen, die den Hegau seit dem Ende der letzten Eiszeit bis ins frühe Mittelalter besiedelten.

Das Städtische Kunstmuseum zeigt Klassische Moderne und aktuelle Kunstströmungen am Bodensee.

Das MAC Museum Art & Cars zeigt Werke klassischer Moderne und zeitgenössischer Kunst aus der Sammlung der Südwestdeutschen Kunststiftung, sowie Oldtimer in Wechselausstellungen.

Bauwerke[Bearbeiten]

Die bedeutendste Sehenswürdigkeit und Wahrzeichen der Stadt ist der Hohentwiel mit seiner Burgruine, der Festung Hohentwiel. Die heutige Anlage geht auf eine Burg aus dem Jahr 914 zurück, die im 10. Jahrhundert Sitz der schwäbischen Herzöge wurde. Im 12. und 13. Jahrhundert war sie Sitz eines Rittergeschlechts und um 1300 gelangte sie in den Besitz der Thurgauer Familie von Klingenberg. 1521 wurde sie württembergisch. Die württembergischen Herzöge bauten 1553/54 ein Schloss unter Einbeziehung der mittelalterlichen Burg. Im 16. Jahrhundert wurde der Hohentwiel zu einer Landesfestung ausgebaut und im 18. Jahrhundert diente die Anlage als Staatsgefängnis. 1800/01 wurde die Burg von den Franzosen geschleift. Zur Anlage gehört auch eine protestantische Kirche, die während des Dreißigjährigen Krieges als schlichter Saalbau errichtet wurde. Der Turm dient heute als Aussichtsturm.

Panorama-Blick über die Festung Hohentwiel hinunter nach Singen

In der Stadt gibt es ein 1809/10 nach Plänen von Hans Konrad II. Vogler erbautes Schloss. Es wird heute vom Hegau-Museum genutzt.

Inschrift an der Scheffelbrücke

Die Scheffelbrücke ist eine rund 20 Meter lange Steinbrücke über die Radolfzeller Aach. Die Brücke wurde während der Inflationszeit 1923 gebaut und kostete laut Inschrift 1.520.940.901.926.024 (eineinhalb Billiarden) Mark. Sie gilt damit als „die teuerste Brücke der Welt“.

Die Scheffelhalle wurde 1925 als „provisorischer Bau“ für ein großes Sängerfest gebaut und steht als „ausgeprägter Vertreter der expressionistischen Architektur“ unter Denkmalschutz. Durch großen Instandhaltungsstau ist ihre Erhaltung gefährdet.

Dem Schloss benachbart ist das Rathaus, das 1960 nach den Plänen von Hannes Ott erbaut wurde. In hellem Travertin mit blanken Aluminiumfenstern erbaut, die Zeuge der Bedeutung des Metalls am Ort sein sollten, ist es ein gelungener Vertreter einer klassizistisch geneigten modernen Architektur. Im Sitzungssaal befindet sich das ca. 12x5 m große Fresko "Krieg und Frieden" des Malers Otto Dix. Auch das Trautzimmer (Standesamt) wurde von Otto Dix mit einer Wandmalerei, Motiv: Paradiesszene, ausgestattet.

Die katholische Hauptkirche in Singen ist St. Peter und Paul, errichtet im Jahr 1778/81 unter Einbeziehung älterer Bauteile. Weitere Kirchen sind die 1908 bis 1911 erbaute Herz-Jesu-Kirche, eine neoromanische Pfeilerbasilika von Raimund Jeblinger, die 1927/28 erbaute St. Josefskirche, die 1954 erbaute Kirche Maria Königin und die 1962 erbaute Kirche St. Elisabeth. Die evangelische Lutherkirche wurde 1913 erbaut. Weiter gibt es die Markuskirche aus dem Jahr 1959, die Pauluskirche und die Dietrich-Bonhoeffer-Kirche. Die alte evangelische Kirche aus dem Jahr 1863 ist heute die altkatholische Kirche St. Thomas.

In den Singener Stadtteilen gibt ebenfalls katholische Kirchen bzw. Kapellen (siehe Abschnitt Religionen).

2008 wurde der Hegau-Tower, ein 18-geschossiges modernistisches Hochhaus, aus dem Büro des deutsch-US-amerikanischen Architekten Helmut Jahn, Chicago, fertiggestellt.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Fasnetsfigur Hooriger Bär der Poppelezunft Singen

Zu den wichtigsten regelmäßigen Veranstaltungen Singens zählt das Hohentwielfestival. Dies umfasst neben Konzerten aus Jazz, Pop, Rock und Klassik auch das Burgfest. Beim Burgfest wird auf über zehn Bühnen innerhalb und unterhalb der Ruine ein reichhaltiges Programm geboten.

Die Singener „Fasnet“ (Fastnacht) gilt als fünfte Jahreszeit. In der Kernstadt gibt es zwölf Narrenvereine, die das Brauchtum mit Umzügen, Bällen und Narrenspiegeln pflegen.

Die Maifeier am 1. Mai in und um der Scheffelhalle mit reichhaltigem kulturellem Angebot und kulinarischen Spezialitäten der ausländischen Vereine.

Im zweijährigen Rhythmus (in ungeraden Jahren) findet im Frühjahr die Leistungsschau der IG Singen-Süd im Gewerbegebiet statt.

Im Juni ist das Stadtfest mit Musikdarbietungen, Flohmarkt, Vereinsdarbietungen und Kunsthandwerkermarkt das Ziel für vergnügungsfreudige Singener.

Am Wochenende um den 11. November Martinimarkt mit verkaufsoffenem Sonntag.

Kunst im öffentlichen Raum[Bearbeiten]

Bereits seit 1928 ist das Thema „Kunst im öffentlichen Raum“ Teil des Singener Innenstadtkonzepts. Beginnend mit einer Glasfensterarbeit im Städtischen Krankenhaus von August Babberger, „Erweckung einer Tochter, Kreuzigung, Heilung eines Aussätzigen“ folgten weitere, teilweise kontrovers diskutierte Kunstwerke im öffentlichen Raum. Mit die bekanntesten sind z.B. das Wandbild „Krieg und Frieden“ von Otto Dix im 1960 neu erbauten Ratssaal und das Wandbild „Adam und Eva“ an der Hauptwand im Trauzimmer des Rathauses. Ebenfalls im Jahr 1960 entstand für den Bürgersaal des Rathauses das Triptychon „Der Mensch in der Gemeinschaft“ von Curth Georg Becker. In der Stadt selbst wurde Erich Hausers Stahlplastik in der Fußgängerzone, welche 1985 als Geschenk in den Besitz der Stadt Singen überging, zu einem bekannten Wahrzeichen der Stadt. Es folgten weitere Kunstobjekte, so die 1979 von der Künstlerin Gerlinde Beck entworfene „Lichtfugenstele“, welche zunächst an der Kreuzung August-Ruf-Straße/Schwarzwaldstraße aufgestellt wurde. Anschließend versetze man sie an den heutigen Standort mit Signalwirkung; vor das Städtische Kunstmuseum Singen in der Ekkehardstraße, das bei der Diskussion über vermehrte Kunst im öffentlichen Raum stets fördernd mitwirkte. 1995 kam die Stahlskulptur Robert Schads mit dem Titel „Singen“ auf dem Heinrich-Weber-Platz hinzu. 1997 fand die Großplastik aus Beton und Zement „Paradiesbaum“ von Peter Lenk ihren Standort an der Kreuzung Scheffel- und Hegaustraße.

Einen wahren „Boom“ der Kunst im öffentlichen Raum erfuhr Singen mit dem Kunstprojekt „Hier, Da und Dort“ zur Landesgartenschau 2000. Unter anderem entstanden damals:

  • „Männliche Figur“, Holzplastik von Stephan Balkenhol im obersten Arkadengang des denkmalgeschützten Wasserturms der Firma Maggi
  • Zweiteilige Installation von Guido Nussbaum: „Achtung Bauarbeiten - Die Singener Variationen“ gegenüber dem Singener Hauptbahnhof und „Schilderbouquet“ auf der Verkehrsinsel Georg-Fischer-Straße/ Güterstraße im Industriegebiet
  • „Plan 2“, Wandbild von Gerold Miller an einer Fassade Kreuzung Freiheits- und Erzbergerstraße
  • „Located World“, eine Lichtinstallation von Joseph Kosuth am oberen Abschluss des Singener Rathausgebäudes
  • „Singen“, Buchstabeninstallation von Harald F. Müller an der Nordwand des DRK Gebäudes
  • „Local Park Express“, von Kirsten Mosher im Rathaus
  • „Brunnenstube“, Rauminstallation von Roman Signer im Wasserspeicher auf dem Ambohl
  • „Frontierland“, von Catherine Beaugrand im Stadtgarten in der Nähe der Stadthalle
  • „Golden Apples“, von Ilya Kabakov, ebenfalls im Stadtgarten Singen in der Nähe der Stadthalle.

Die neuesten Werke in Singens öffentlichem Raum sind das „Singener Kapitell“, eine monumentale Stahlplastik auf einem Betonsockel von Markus Daum (2010), sowie die Holzskulptur „Begegnung“ des Künstlers Klaus Prior von immenser Höhe am Kreisverkehr der Georg-Fischer-Straße.[8]

Kulturelle Besonderheiten[Bearbeiten]

Im Jahr 2003 wurde in Singen der Verein der Jenischen e. V. gegründet, die erste Vereinigung von Jenischen in Deutschland. 2004 fand in der Singener Scheffelhalle das erste Kulturfest der Jenischen statt. 2005 folgte ein Bootsch-Turnier, womit der Verein der Jenischen diese traditionelle und spezifische Sportart der Jenischen weltweit erstmals im Rahmen einer öffentlichen Sportveranstaltung der Bevölkerung präsentierte.

Sportanlagen[Bearbeiten]

Sport ist in Singen ein wichtiger Bestandteil der Freizeitgestaltung. Das spiegelt sich in der Vielzahl der vorhandenen Sportstätten wider. Darunter sind ein Hallenbad, ein Freibad (Aachbad), die Radrennbahn, eine Indoor-Kartbahn, mehrere Fußballplätze und -stadien, Tennisplätze, Tennishallen und Schießsportanlagen. Für nahezu jede Sportart findet sich ein Verein mit entsprechenden Einrichtungen, von Hundesport über Judo, Boxen bis Baseball ist in Singen fast alles möglich, was das Herz begehrt. Seit dem 19. Oktober 2005 steht den Schulen in Singen und Leichtathleten offiziell ein Stadion mit blauer Tartanbahn zur Verfügung. Dies ist erst das zweite überhaupt in Deutschland- nach dem Berliner Olympiastadion.

In den 1990ern fanden in Singen Rennen der DTM statt. Der Stadtkurs (der so genannte Alemannenring) befand sich im Industriegebiet im Süden der Stadt.

Vereine[Bearbeiten]

Musikvereine[Bearbeiten]

In Singen gibt es mehrere Chöre und eine Jugendmusikschule. Diese unterhält zahlreiche Ensembles u. a. das Symphonische Jugendblasorchester der Jugendmusikschule. Ferner gibt es mehrere Blasorchester in der Kernstadt und den sechs Ortsteilen. Im Rahmen des städtischen Kulturprogrammes finden regelmäßig Symphonie- und Kammerkonzerte statt. Die Veranstaltungsreihe Studiokonzerte präsentiert experimentelle Musik abseits der ausgetretenen Pfade. Beim jährlichen Hohentwielfest finden regelmäßig Konzerte mit internationalen Stars der Rock- und Pop-Szene sowie Klassik-Konzerte auf der Festungsruine Hohentwiel statt. In Singen gibt es zwei Fanfarenzüge, den Fanfarenzug der Poppelezunft 1860 und den Fanfarenzug Blau-Weiss Singen e.V.

Sportvereine[Bearbeiten]

In Singen gibt es mehrere Fußballvereine, unter anderem den FC Singen 04, ein Verein aus der Oberliga Baden-Württemberg . Der höchstklassige Handballverein ist die DJK Singen in der Landesliga. Weitere Vereine bieten unter anderem Leichtathletik und Boxen an. Der Skiclub Singen e. V. besteht seit 1924 und hat am Hausberg Hohentwiel angefangen; aus dem Skiclub Singen, hat sich der Kanuclub Singen in Moos/Iznang am Bodensee abgespalten. Die SSF Singen ist für den Schwimmsport in Singen seit den 1970ern zuständig. Der Minigolf Verein BGC Singen spielt derzeit in der Regionalliga Süd.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Singen und seine Wirtschaft sind geprägt durch die ortsansässigen Großunternehmen sowie durch einen breiten Mittelstand. Der gut sortierte Einzelhandel und große Filialunternehmen haben Singen zur Einkaufsmetropole für den Hegau und die benachbarten Schweizer Städte und Gemeinden gemacht.

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

In Singen besteht ein Anschluss an die Bundesautobahn 81 (StuttgartSchaffhausen). Am nahe gelegenen Autobahnkreuz Hegau zweigt die Bundesautobahn 98 nach Stockach und Friedrichshafen sowie die autobahnähnliche Schnellstraße B 33 nach Konstanz ab. Durch das Stadtgebiet verlaufen außerdem die Bundesstraßen 34 und 314.

DeinBus.de verbindet Singen durch eine Fernbuslinie mit Freiburg.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Bahnhof
Regionalbahn nach Schaffhausen im Bahnhof Singen

Der Bahnhof Singen ist ein wichtiger regionaler Eisenbahnknoten und Umsteigebahnhof im südlichen Baden-Württemberg, an dem heute drei, früher aber fünf Eisenbahnstrecken aufeinandertreffen.

Singen ist Ausgangspunkt der Gäubahn nach Stuttgart. Auf dieser Strecke ist Singen unter anderem Halt der Intercity-Züge zwischen Stuttgart, Schaffhausen und Zürich. Außerdem halten in Singen die Züge der Schwarzwaldbahn, die Singen mit Offenburg und Konstanz verbindet. Die Hochrheinbahn stellt Verbindungen nach Basel her.

Im Regionalverkehr halten InterRegioExpress und Regional-Express-Züge, die umsteigefreie Verbindungen nach Karlsruhe, Stuttgart, Basel und über Friedrichshafen nach Ulm anbieten. Regionalbahn-Linien verbinden Singen mit Schaffhausen und Bülach, der Regionalzug Seehas verbindet Singen unter anderem mit Engen sowie Radolfzell, Konstanz und einigen Bodenseegemeinden und hält im Stadtgebiet außerdem an den Haltestellen Singen Industriegebiet und Singen Landesgartenschau.

Früher führte von Singen aus die Randenbahn nach Beuren-Büßlingen, ebenso gab es eine Strecke über Rielasingen nach Etzwilen (CH). Die Stadt gehört dem Verkehrsverbund Hegau-Bodensee an.

Der Güterverkehr wird über ein Containerterminal im Industriegebiet abgewickelt, welches Verbindungen bis Italien anbietet.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Große ansässige Industriebetriebe sind die Maggi, Georg Fischer AG, das Aluminiumwerk Amcor Flexibles Singen GmbH sowie die Takeda Pharma (vormals Altana Pharma AG). Die Firma Nestlé unterhält seit vielen Jahren ein PTC (Produkt- und Technologie-Center). Weitere große Arbeitgeber sind die Stadtverwaltung und das Hegau-Bodensee-Klinikum. Singen ist Sitz der Volksbank Hegau und der Zehnacker facility management-Gruppe.

Medien[Bearbeiten]

In Singen (Hohentwiel) erscheint die Tageszeitung Südkurier aus Konstanz mit einer Singener Lokalausgabe. Ferner gibt es das Singener Wochenblatt.

Seit April 2003 betreibt der regionale Fernsehsender Regio TV Bodensee (bis Anfang 2011 unter dem Namen Euro 3 bzw. REGIO TV Euro 3) ein Studio in der Stadt. Regionale Radiosender sind Radio 7 (Studio Tuttlingen, 102,5 MHz), SWR3 (97,1 MHz) und Radio Seefunk (105,3 MHz). Im März 2006 hat die unabhängige Internet-Tageszeitung Bodensee Rundschau ihren Betrieb aufgenommen. In Singen ist auch der Sender Deutsches Wetter Fernsehen und die wetter.com AG, die von dem Singener Manfred Klemann gegründet wurden, zuhause.

Behörden, Gerichte und Einrichtungen[Bearbeiten]

In Singen befindet sich eine Außenstelle des Landratsamts Konstanz, ein Finanzamt und seit 1929 ein Amtsgericht, das zum Landgerichtsbezirk Konstanz gehört. Singen ist Sitz eines der größten Hauptzollämter Deutschlands mit knapp über 1000 Beschäftigten. Die Stadt ist auch Sitz des Regionalbüros Bodensee-Hohenzollern des Erzbistums Freiburg, zu dem die Dekanate Westlicher Hegau (in Engen), Östlicher Hegau (in Mühlingen), Konstanz, Linzgau (in Meersburg), Meßkirch, Sigmaringen und Zollern (in Hechingen) gehören.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Das schulische Angebot umfasst vier reine Grundschulen (Bruderhofschule, Hardtschule, Grundschule Beuren an der Aach, Grundschule Friedingen), sechs Grund- und Werkrealschulen (Schillerschule, Hebel-Schule, Waldeck-Schule, Beethovenschule, Grund- und Hauptschule Bohlingen, Grund- und Hauptschule Überlingen), die beiden Realschulen (Ekkehard-Realschule und Zeppelin-Realschule), die zwei Gymnasien (Hegau-Gymnasium und Friedrich-Wöhler-Gymnasium) sowie die Förderschulen (Pestalozzischule und Wessenbergschule).

Daneben gibt es die beruflichen Schulen Hohentwiel-Gewerbeschule (Technische Schule und Technisches Gymnasium) und Robert-Gerwig-Schule (Kaufmännische Schule und Wirtschaftsgymnasium), die Haldenwang-Schule für Körper- und Geistigbehinderte mit Schulkindergarten für Geistigbehinderte sowie einen Schulkindergarten für Sprachbehinderte.

Die Abendrealschule, die Krankenpflegeschule am Hegau-Bodensee-Klinikum, eine private Schule für Erziehungshilfe Schloß Bohlingen, die Volkshochschule und die städtische Jugendmusikschule runden das schulische Angebot Singens ab.

Volkssternwarte Singen[Bearbeiten]

Die Volkssternwarte Singen e. V. liegt im süd-westlichen Teil der Stadt Singen am Hohentwiel. Auf dem Flachdach der Zeppelin-Realschule befindet sich die Drei-Meter-Kuppel mit den Instrumenten. Die Sternwarte wird seit 1984 von der Astronomischen Arbeitsgemeinschaft der Volkssternwarte Singen e. V. betrieben. Die Mitglieder arbeiten ehrenamtlich. Jeden ersten Freitag im Monat, bei jeder Wetterlage, ist die Sternwarte für die interessierte Bevölkerung geöffnet. Bei astronomischen Ereignissen werden Sonder-Führungen angeboten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Die Stadt Singen (Hohentwiel) hat folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen:

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Bekannte Bewohner[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Erich Keyser (Hrsg. im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages ): Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte. Band IV, 2. Teilband: Badisches Städtebuch. Kohlhammer, Stuttgart 1959.
  • Das Singener Rathaus. Zur Einweihung am 30. Oktober 1960. Herausgegeben von der Stadt Singen (Hohentwiel), 1960.
  • Das jährlich im MARKORPLAN-Verlag erscheinende Singener Jahrbuch. mit Singener Chronik.
  • Wilhelm J. Waibel: Schatten am Hohentwiel: Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene in Singen. Konstanz 1995, ISBN 3-926937-22-X.
  • Michael S. Berchmann: Es geschah in Singen (Hohentwiel): Ein Bilderbuch aus dem Herzen der Stadt in den Jahren 1949 bis 1991. Bonn 1998, ISBN 3-9805081-6-1.
  • Herbert Berner, Reinhard Brosig (Hrsg.): Singener Stadtgeschichte. 3 Bde. Thorbecke, Sigmaringen (teilw. Verlag des Südkurier, Konstanz) 1987/94.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Singen (Hohentwiel) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Singen (Hohentwiel) – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Spiegel Online: Wetterbilanz 2008, Tabelle Sonnenscheindauer vom 2. Januar 2009, zuletzt abgerufen am 4. Januar 2009
  3. Wetterbilanz fürs Land. 2007 fiel viel zu warm aus. In: Stuttgarter Zeitung online
  4. Einwohner Singen Statistiken
  5. Liste 3: Enddatierung der nachlimeszeitlichen Münzen in Südwestdeutschland. S. 423–430, hier S. 428. in: Claudia Theune: Germanen und Romanen in der Alamannia: Strukturveränderungen aufgrund der archäologischen Quellen vom 3. bis zum 7. Jahrhundert. Verlag Walter de Gruyter, 2004, ISBN 3-11-017866-4.
  6. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 83f.
  7. 'SWR Landesschau aktuell zur Oberbürgermeisterwahl in Singen' Amtsinhaber schrammt am Sieg vorbei
  8. www.kunstmuseum-singen.de
  9. Hermann Koch: In memoriam Walter Wiederhold. Hildener Jahrbuch 6/1960 S.17