Singer-Songwriter

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Singer-Songwriter Dar Williams im Juli 2004
Typischer Vertreter der Gattung Singer-Songwriter: David Munyon

Ein Singer-Songwriter (steht für beide Geschlechter; etwa: „Sänger und gleichzeitig Texter und Komponist“) ist ein Künstler, der seine eigenen Texte schreibt, vertont und singt, wobei er seinen Gesang in der Regel mit Gitarre, Klavier oder anderen Instrumenten selbst begleitet. Der Begriff bezieht sich üblicherweise auf englischsprachige Sänger. Für Künstler im deutschsprachigen Raum wird meist der Begriff Liedermacher, im französischen Sprachgebiet der Begriff auteur-compositeur-interprète verwendet. Beispiele für letzteren sind Charles Aznavour, Georges Brassens und Georges Moustaki. Im italienischen Sprachgebiet spricht man von Cantautori, mit Beispielen wie Lucio Dalla, Francesco de Gregori, Antonello Venditti und Angelo Branduardi. Texte und Stile können sich aufgrund der verschiedenen musikalischen Wurzeln regional stark unterscheiden.

Entwicklungsgeschichte im US-Zusammenhang[Bearbeiten]

Etwa 1965 wurde nach einem Begriff für eine Musik- und Darbietungsform gesucht, die vor allem durch Bob Dylan populär wurde. Musiker und Sänger wie beispielsweise Joni Mitchell, Laura Nyro, Tim Buckley, Patti Smith oder Leonard Cohen mit stark unterschiedlichen musikalischen Grundlagen prägten ab den späten 60er-Jahren durch ihr spezifisches Auftreten ein eigenes Genre. Folkbands schufen ihre Musik gemeinsam, während Singer-Songwriter Musik und Texte selber schrieben und teils solo mit Gitarre oder Klavier, teils mit einer kleinen Begleitband interpretieren.

Im Gegensatz zur traditionellen Folk- oder Countrymusik mit Akustikgitarre und Mundharmonika war nun auch der Einsatz von E-Gitarren nicht mehr unüblich. Singer-Songwriter ließen zunehmend Rockelemente in ihre Musik einfließen. Neben politischen Inhalten wurden auch private Themen textlich thematisiert. Musikalische Einflüsse gab es auch aus Soul, Jazz und dem Psychedelic Rock.

Eine der Singer-Songwriter, die das Genre Anfang der 1970er-Jahre endgültig etablierten, war Carole King, deren Album Tapestry aus dem Jahr 1971 sich mehr als 25 Millionen Mal verkaufte. Bei den Grammy Awards 1972 erhielt Carole King vier Auszeichnungen, was bis zu diesem Zeitpunkt noch keiner Künstlerin gelungen war. Ihr Song You've Got a Friend gilt als Meilenstein des Genres. Dieser Song wurde von James Taylor ebenfalls im Jahre 1971 für sein Album Mud Slide Slim and the Blue Horizon aufgenommen und schaffte es bis auf den ersten Platz der Singlecharts in den USA. Auch Taylor wurde 1972 für seine Gesangsleistung mit einem Grammy Award ausgezeichnet.

Während in den späten 1970ern und frühen 1980ern eher Popelemente vorherrschten, gibt es zum Beispiel mit Suzanne Vega seit Ende der 80er-Jahre wieder hauptsächlich weibliche Künstler, die sich der Singer-Songwriter-Tradition anschlossen. Seit den 1990er-Jahren sind Tracy Chapman, K. D. Lang, Alanis Morissette, Sheryl Crow und Tori Amos erfolgreich. Zu den jüngsten international erfolgreichen Singer-Songwritern zählen James Blunt, Amy Macdonald, Kate Nash, Taylor Swift, Sarah Brendel, Ed Sheeran, Tori Kelly und Milow.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Morrison, Craig : American Popular Music. Rock and Roll. Vorwort von Kevin J. Holm-Hudson. New York / NY : Checkmark Books, 2006, S. 219-221