Singhofen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Singhofen
Singhofen
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Singhofen hervorgehoben
50.2744444444447.8363888888889317Koordinaten: 50° 16′ N, 7° 50′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Lahn-Kreis
Verbandsgemeinde: Nassau
Höhe: 317 m ü. NHN
Fläche: 15,66 km²
Einwohner: 1820 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 116 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56379
Vorwahl: 02604
Kfz-Kennzeichen: EMS, DIZ, GOH
Gemeindeschlüssel: 07 1 41 129
Adresse der Verbandsverwaltung: Am Adelsheimer Hof 1
56377 Nassau
Webpräsenz: www.vgnassau.info
Ortsbürgermeister: Hans Schmid (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Singhofen im Rhein-Lahn-Kreis
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Über dieses Bild

Singhofen ist eine Ortsgemeinde im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Nassau an.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Singhofen liegt im Nordwesten des Taunus (westlicher Hintertaunus), rund 5 Kilometer südlich der Lahn. Auf einer Höchfläche zwischen dem Mühlbachtal im Westen und Dörsbachtal im Osten, liegt der Ort auf einer Höhe von 317 m über NN.

Gemeindeteile[Bearbeiten]

Zu Singhofen gehören auch die Wohnplätze Augustinermühle, Birkenhof, Hof Bubenborn, Tennermühle, Lindenhof, Neubäckersmühle, Neumühle und Schulmühle.[2]

Klima[Bearbeiten]

Der Jahresniederschlag beträgt 735 mm. Die Niederschläge liegen im mittleren Drittel der in Deutschland erfassten Werte. An 48 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Juni. Im Juni fallen 1,7-mal mehr Niederschläge als im Februar. Die Niederschläge variieren kaum und sind gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur 17 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte[Bearbeiten]

Funde auf dem Hügelgräberfeld „Wildstruth", angelegt zwischen 800 bis 500 v. Chr., weisen auf eine lange Siedlungsgeschichte hin. Die Alteburg genannte Siedlungsstätte wurde im 5. Jahrhundert v. Chr. als befestigter Ort angelegt, wie durch Funde von Feuerstellen und Scherben bei Ausgrabungen 1905 gezeigt wurde. Singhofen wurde im Jahr 1139 erstmals in einer Schenkungsurkunde des Trierer Erzbischof Albero von Montreuil erwähnt, die er Ende Juni 1139 auf einer Trierer Diözesansynode zur Gründung von Kloster Arnstein ausstellen ließ. Sie enthält die Gründungsanerkennung des Klosters und eine Aufzählung dessen Besitzungen, Schenkungen des Grafen Ludwig III. von Arnstein und seiner Gemahlin Guda. Darunter werden drei Höfe in Singhofen genannt. Um das Jahr 1158 erwarb Heinrich II. von Katzenelnbogen mit der Grafschaft Nassau 29 Dörfer auf dem Einrich, darunter auch Singoven. Die Grundherrlichkeit von Sinckofen wurde 1346 an das Kloster Arnstein verpfändet.

Um 1420 gab es 16 Haushalte im Dorf, das bis zum Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges auf mehr als 50 anwuchs. Dreiviertel der Bevölkerung kam im Kriegsverlauf durch Plünderungen und Brände um, der frühere Dorfkern, der am Kircheborn oder Alten Born (Quelle) lag, wurde zerstört. Um 1681 waren wieder 37 Haushalte zu verzeichnen. 1774 kam Singhofen zu Alt-Nassau, dann 1866 mit dem 1806 gegründeten Herzogtum Nassau zu Preußen.

Der Grundstein der evangelischen Kirche wurde am 5. Mai 1839 gelegt. Die Einweihung, die mehr als 2000 Einwohner miterleben durften, erfolgte dann am 13. Dezember 1840. Im Volksmund wird sie auch „Einrichdom“ genannt.

Etymologie[Bearbeiten]

Auf dem derzeitigen Stand der Forschung ist man sich sicher, dass sich Singhofen aus zwei Wortteilen zusammensetzt:

a) -hofen: von Hube, evtl. immer als Mehrzahl: tres (drei) huben (aus der Schenkung von 1139)
b) Seng-, Sing-: hier gibt es nach dem deutschen Wörterbuch von Grimm drei Möglichkeiten:

b 1) Zingel (Singel) = Einzäunung, Umfriedung; Singhofen = eingefriedete Höfe
b 2) Singel = kleine runde Kieselsteine (Kiesvorkommen); Singhofen = Höfe auf dem Kies
b 3) Seng = Rodung durch Brand (beste Erklärung); Singhofen = Höfe der Brandrodung

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Singhofen besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat::[3]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2014 6 4 6 16 Sitze
2009 6 5 5 16 Sitze
2004 5 6 5 16 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Gold ein zwölffaches blaues Windrad mit doppelter Windfahne über einem aus dem Schildfuß wachsenden, aus fünfzehn schwarzen Pfählen stilisierten dreitürmigen Palisadenwall.“ Das Ortswappens wurde 1991 genehmigt.

Das Windrad symbolisiert das Wendleps genannte 27fache Lamellenwindrad (ca. 21 m hoch und 7 m im Durchmesser), das 1907 als Wasserpumpe (zur Speisung des Hochbehälters) errichtet und 1987 zum Industriedenkmal erhoben wurde. Es steht seitdem unter Denkmalschutz und ist das Wahrzeichen von Singhofen. Der stilisierte Wall im Schildfuß repräsentiert das Ringwallsystem der ersten Siedlung Alteburg.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Christian Minor (1813-1892), Posthalter und Wirt in Singhofen, nassauischer Landtagsabgeordneter

Sonstiges[Bearbeiten]

In Singhofen befindet sich die 1975 in Betrieb genommene, zentrale Abfalldeponie des Rhein-Lahn-Kreises.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Singhofen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile 2010, Seite 44 (PDF; 2,3 MB)
  3. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen