Sino-amerikanische Beziehungen

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Die sino-amerikanischen Beziehungen bezeichnen die politischen Beziehungen zwischen der Volksrepublik China und den Vereinigten Staaten von Amerika (USA). Diese Beziehungen bestehen auf einer Vielzahl von Ebenen, vorwiegend jedoch in einer politischen und einer wirtschaftlichen Dimension. Einen starken Einfluss auf die sino-amerikanischen Beziehungen ausübend ist der Status der USA als einzig verbleibende Supermacht der Welt nach dem Ende des Kalten Krieges und dem Zerfall der Sowjetunion. Demgegenüber steht China als aufstrebende Großmacht, nachdem sich das vormals sozialistische Land seit den 1970er Jahren zunehmend dem Ausland geöffnet und weitreichenden wirtschaftlichen Reformen unterzogen hat. Auf diesem Kontrast aufbauend sind die Beziehungen zwischen der Volksrepublik China und den Vereinigten Staaten deutlich dualistisch geprägt: einerseits steht China im Wettbewerb mit den USA, andererseits braucht es die USA als Partner, wenn es auf internationaler Ebene an Status gewinnen will und den Zustand regionaler Stabilität, welcher eine Grundvoraussetzung für die wirtschaftliche Entwicklung Chinas darstellt, nicht gefährden will.

Geschichtliche Grundlagen der chinesisch-amerikanischen Beziehungen[Bearbeiten]

Die Beziehung zwischen China und den USA ist im Vergleich zu Chinas Beziehungen mit ehemaligen europäischen Großmächten wie Frankreich, Großbritannien oder Russland sowie Japan weniger stark durch die Periode der 100 Jahre nationaler Demütigung geprägt, da die USA weniger stark zur Zeit von Chinas Schwäche im 19. Jahrhundert in China intervenierten und weniger Ungleiche Verträge erzwangen. Auch waren es die USA welche maßgeblich zum Scheitern von Vorhaben der europäischen Mächte, China direkt unter sich aufzuteilen, mit seinem Bestehen auf die Politik der offenen Tür (Open Door Policy) beitrugen. Ausgangspunkt für diese Politik der offenen Tür war der Wunsch der USA eines gleichberechtigten Zugangs zu China, seinen Märkten und seinen Ressourcen für alle Großmächte. Insbesondere John Hay, ein US-amerikanischer Staatssekretär, schickte 1899 Briefe an alle Großmächte, in denen er sie darum bat, die territoriale und administrative Integrität Chinas anzuerkennen und eine unbeschränkte Verwendung für alle beteiligten Länder in den durch die Ungleichen Verträge bestimmten Häfen in den jeweiligen Einflusssphären der europäischen Kolonialmächte und Japans zu erlauben.

Literatur[Bearbeiten]

  • Chenghong Li: Increasing Interdependence between China and the US and its Implications for Chinese Foreign Policy. In: New Dimensions of Chinese Foreign Policy, herausgegeben von Sujian Guo und Shiping Hua, Lexington Books, New York 2007, Seiten 203–232.
  • Liu Ji: Making the Right Choices in Twenty-first Century Sino-American Relations. In: Chinese Foreign Policy, Pragmatism and Strategic Behavior, herausgegeben von Suisheng Zhao, M. E. Sharpe, New York 2004, Seiten 243–255.
  • Evan S Medeiros: Strategic Hedging and the Future of Asia-Pacific Stability. In: China's International Relations in Asia, herausgegeben von Li Mingjiang, Routledge, London 2010, Band I, Seiten 62–81.
  • Ingar Solty: Die China-Politik der USA zwischen Einbindung und Eindämmung. In: Das Argument 296, 54. Jg., Nr. 1/2, Seiten 69–81.
  • Robert G. Sutter: Chinese Foreign Relations, Power and Policy since the Cold War. Rowman & Littlefield Publishers, Inc., New York 2008, Kapitel 6, Seiten 155–188.
  • Wang Jisi: China’s Search for Stability with America., In: Foreign Affairs, Vol. 84, Nr. 5, September/Oktober 2005, Seiten 39–48.