Sint-Truiden

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Sint-Truiden
Wapen van Sint-Truiden.svg Vlag van Sint-Truiden.svg
Sint-Truiden (Limburg)
Sint-Truiden
Sint-Truiden
Staat Belgien
Region Flandern
Provinz Limburg
Bezirk Hasselt
Koordinaten 50° 49′ N, 5° 11′ O50.8155555555565.1866666666667Koordinaten: 50° 49′ N, 5° 11′ O
Fläche 106,90 km²
Einwohner (Stand) 39.769 Einw. (1. Jan. 2013)
Bevölkerungsdichte 372 Einw./km²
Postleitzahl 3800 bis 3806
Vorwahl 0032 - 11/12
Bürgermeister Veerle Heeren
Adresse der
Kommunalverwaltung
Kazernestraat 13
3800 Sint-Truiden
Webseite www.sint-truiden.be

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Sint-Truiden (Limburgisch: Sintruin, Französisch Saint-Trond) ist eine Stadt im Süden der belgischen Provinz Limburg. Sie liegt rund 15 Kilometer südwestlich von Hasselt in der fruchtbaren Landschaft Haspengau und hat 39.769 Einwohner (Stand: 1. Januar 2013).

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Gliederung des Stadtgebiets: Aalst, Brustem, Duras, Engelmanshoven, Gelinden, Gorsem, Groot-Gelmen, Halmaal, Kerkom-bij-Sint-Truiden, Ordingen, Runkelen, Velm, Wilderen, Zepperen

Geschichte[Bearbeiten]

Um die Mitte des 7. Jahrhunderts gründete der hl. Trudo auf einer kleinen Anhöhe inmitten der heutigen Stadt ein Kloster. Schon bald entstand eine Siedlung um das Kloster, das durch die vielen Pilger, die zum Grab des hl. Trudo strömten, großen Reichtum anhäufte. Abt Adelardus ließ im 11. Jahrhundert eine große Abteikirche und mehrere kleinere Kirchen erbauen. Er ließ den Ort von einer hölzernen Palisade umgeben und die Tore verstärken. 1129 ersetzte eine Steinmauer die Palisade. Das Heranwachsen zur Stadt verdankte Sint-Truiden dem einträglichen Tuchhandel. Reiche Kaufleute knüpften Handelsbeziehungen in viele Städte des Heiligen Römischen Reiches, Englands und Nordfrankreichs. Wirtschaftliche und gesellschaftliche Angelegenheiten regelten die 13 Zünfte der Stadt, die später auch Mitbestimmungsrechte an der Stadtregierung erwirkten. Sint-Truiden gehörte zunächst zum Bistum Metz, ab 1227 zum Fürstbistum Lüttich.

Ab dem Ende des 15. Jahrhunderts stagnierte die wirtschaftliche Entwicklung Sint-Truidens, ein Zustand, der bis ins späte 19. Jahrhundert anhielt. 1794 besetzten französische Truppen das Bistum Lüttich. Sint-Truiden ging damit in französischen Besitz über. Drei Jahre später wurde das Kloster aufgelöst. 1815 fiel Sint-Truiden an die Vereinigten Niederlande. Seit 1830 gehört es, mit Unterbrechung durch die deutsche Besatzung in den beiden Weltkriegen, zu Belgien.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Der Beginenhof Sint Agnes  geht auf das Jahr 1258 zurück. Die vorhandenen Häuser stammen aus dem 17. und 18. Jahrhundert und werden ergänzt durch eine gotische Kirche, in deren Innerem eine historische Orgel und Wandmalereien zu sehen sind. Die Anlage gehört seit 1998 zum UNESCO-Welterbe „Flämische Beginenhöfe”.
  • Das Rathaus mit dem Belfried am historischen Marktplatz stammt vom Anfang des 17. Jahrhunderts, die unteren Teile schon aus dem 13. Jahrhundert. Das Gebäude gehört seit 1999 zum UNESCO-Welterbe „Belfriede in Belgien und Frankreich”.
  • Die spätgotische Liebfrauenkirche (Lievenvrouwenkerk) hat einen neogotischen Kirchturm (1847–1852).
  • Der Grote Markt von Sint-Truiden ist einer der größten Marktplätze des Landes.
  • Der mächtige Kirchturm der Abdij-Abtei aus dem 7. Jahrhundert steht am Nordende des Marktes. Gegründet wurde die Benediktinerabtei vom heiligen Trudo.
  • Westlich des Marktplatzes steht der 1550 errichtete Turm der Sint-Maartenkerk, ein Kleinod der Frührenaissance. Die Kirche selbst wurde im 19. Jahrhundert im Stil der Neoromanik erbaut.
  • Die 1731 erbaute Minderbroederskerk steht an der Südseite des Marktes und schließt an die einstigen Klosteranlagen der Ursulinen an. Die Kirche ist 100 m lang, 16 m breit und 26 m hoch. Besonders bemerkenswert ist die Rokoko-Ausstattung im Inneren.

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Rathaus und Liebfrauenkirche, Sint-Truiden

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sint-Truiden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien