Sinzenich

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50.666.6480555555556175Koordinaten: 50° 39′ 36″ N, 6° 38′ 53″ O

Sinzenich
Stadt Zülpich
Höhe: 175 m ü. NN
Fläche: 4,46 km²
Einwohner: 1266 (31. Dez. 2013)
Eingemeindung: 1. Juli 1969
Postleitzahl: 53909
Vorwahl: 02252
Ortsdurchfahrt

Sinzenich ist ein Stadtteil von Zülpich im Kreis Euskirchen in Nordrhein-Westfalen. Ortsvorsteher ist Josef Heinrichs.

Lage[Bearbeiten]

Sinzenich liegt in der Zülpicher Börde. Durch den Ort fließen der Rotbach, der Marienbach und der Mühlenbach. Weitere Nachbarorte sind Linzenich, Merzenich, Floren und Schwerfen. Sinzenich liegt auf 175 m über NN. Durch den Ort verlaufen

Geschichte[Bearbeiten]

Bereits vor etwa 3000 Jahren siedelten sich in Sinzenich die Kelten an. Aber auch ein römischer Siedlungsplatz ist nachgewiesen, denn die Kirche steht auf den Fundamenten einer „villa rustica“. Dieses Landhaus gehörte einem Römer mit dem Namen Sentinius, woher sich der heutige Ortsname ableitet.

Die erste Erwähnung Sinzenichs findet sich in einer Urkunde von Otto I. aus dem Jahre 948. 1031 wurde in Sinzenich schon eine eigene Kirche genannt. St Kunibert ist heute eines der ältesten Bauwerke im Rheinland. Sie liegt im Zentrum des mittelalterlichen Ortskernes und besitzt eine außergewöhnliche Form. Diese entstand durch die Überbauung einer römischen Villa mit einer frühmittelalterlichen Saalkirche. Seit 1986 steht sie unter Denkmalschutz. Nach der Burg Sinzenich nannte sich ein Rittergeschlecht, das schon im 13. Jahrhundert vorkam. Sinzenich war seit 1500 eine Unterherrschaft im Herzogtum Jülich. 1895 wurde die Burg vom Blitz getroffen und durch das daraus entstandene Feuer eingeäschert. Neben der alten Schule steht ein Kloster aus dem 15. Jahrhundert, in dem erst Franziskaner, dann Nonnen aus Mariaweiler wohnten. Heute ist ein Teil davon als Wohnhaus erhalten.

Hauptartikel: Burg Sinzenich

Schulbetrieb hat es schon um 1600 in Sinzenich gegeben. 1867 wurde ein Schulgebäude gebaut, welches 1955 ersetzt wurde. Eine Erweiterung der Schule erfolgte 1997. Hier ist eine Grundschule untergebracht. Im frühen 19. Jahrhundert gab es im Ort acht Tuchfabriken. Aus einer dieser Fabriken entstand die heutige Papierfabrik Sinzenich, die als Zweigstelle eines großen Unternehmens seit 150 Jahren in Betrieb ist und Altpapier wiederaufarbeitet. In der Gartenstraße zeugt heute noch ein Judenfriedhof von der Anwesenheit von Juden vor dem Zweiten Weltkrieg.

Durch die kommunale Neuordnung des Kreises Euskirchen, die am 1. Juli 1969 in Kraft trat, gehört Sinzenich zur Stadt Zülpich.[1]

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Im Ort gibt es den städtischen Kindergarten „Springmäuse“.
  • Der größte Arbeitgeber in Sinzenich ist die Papierfabrik Tillmann, deren Hauptsitz im Sundern (Sauerland) liegt.
  • Des Weiteren verfügt der Ort über eine ärztliche Gemeinschaftspraxis und einen Zahnarzt.
  • Bis zum 31. Dezember 2007 hatte Sinzenich noch einen „Tante-Emma-Laden“, der durch die Schließung durch die rollenden Märkte von „Heiko“ ersetzt wurde. Dafür gibt es aber immer noch eine Metzgerei mit Bäckerei und Café, sowie zwei Gaststätten.
  • Die Raiffeisenbank ist schon seit mehreren Jahren geschlossen, der einzige Betrieb der dort noch geführt wird ist die Genossenschaft RWZ, diese soll aber in den nächsten Jahren auch wegfallen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 88.

Weblinks[Bearbeiten]