Sion
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
| Sion (dt. Sitten) | |
|---|---|
|
|
|
| Basisdaten | |
| Kanton: | Wallis |
| Bezirk: | Sion |
| BFS-Nr.: | 6266 |
| PLZ: | 1950 |
| UN/LOCODE: | CH SIR |
| Koordinaten: | (594446 / 120213)46.2333337.366654500Koordinaten: 46° 14′ 0″ N, 7° 22′ 0″ O; CH1903: (594446 / 120213) |
| Höhe: | 500 m ü. M. |
| Fläche: | 25.6 km² |
| Einwohner: | 28'871 (31. Dezember 2007)[1] |
| Website: | www.sion.ch |
| Karte | |
Sion (dt. Sitten, lat. Sedunum; walliserdeutsch Sittu) ist eine politische Gemeinde und der Hauptort des Kantons Wallis in der Schweiz. Sion ist auch Hauptort des Bezirks Sion (District de Sion).
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
Ausgrabungen beweisen, dass die Gegend des heutigen Sion bereits in der Steinzeit besiedelt war. Die Dolmen von Petit-Chasseur (2900-2200 v. Chr.) gehören zu den herausragenden Relikten des Megalithbaus im Alpenraum. Im Jahre 2008 wurde eine der grössten keltischen Nekropolen der Schweizer Alpen mit über 200 Gräber freigelegt. Die Gräber stammen aus der ersten Eisenzeit zwischen 800-500 v. Chr.
Als im Jahre 15 v. Chr. die Römer das bis dahin keltische Wallis eroberten, entstand die Siedlung Sedunum, vermutlich an der Stelle des Oppidums der Seduner. 580 wurde der Bischofssitz von Martigny hierher verlegt, und seit 999 amtierte der Bischof gleichzeitig als Landesherr.
Nahe bei der Stadt, auf dem Felde "la Planta" siegten am 13. November 1475 Oberwalliser und Berner über die Savoyer.
1968 wurde die Gemeinde Bramois mit Sion vereinigt.
Siehe hierzu auch die Artikel Dolmen von Petit-Chasseur, Geschichte des Wallis und Bistum Sitten.
[Bearbeiten] Bevölkerung
| Bevölkerungsentwicklung | |
|---|---|
| Jahr | Einwohner |
| 1860 | 3'030 |
| 1920 | 6'964 |
| 1980 | 22'877 |
| 1990 | 25'336 |
| 2000 | 27'171 |
| 2002 | 27'697 |
Während Sion in der Mitte des 19. Jahrhunderts noch eine zweisprachige Stadt war (1870 sprachen noch über 50 % der Einwohner Deutsch), hat das Französische inzwischen die deutsche Sprache weitgehend verdrängt. Etwa 70 % der Sittener sind französischer, nur noch 5 % deutscher und ebenfalls 5 % italienischer Muttersprache.
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Städtepartnerschaften
- Wiblingen in Deutschland
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
In Sion gibt es mehrere Museen, darunter ein Naturhistorisches Museum, ein Archäologisches Museum und das Musée de Valère, das Kultgegenstände, Mobiliar, Waffen und Uniformen ausstellt.
[Bearbeiten] Bauwerke
Charakteristisch für Sion ist das mittelalterliche Stadtbild, beherrscht von den Felsen Valère (621 m) mit der Wallfahrtskirche Notre-Dame de Valère (12./13. Jahrhundert) und Tourbillon (655 m) mit der Ruine des ehemaligen bischöflichen Schlosses aus dem 13. Jahrhundert. Die Basilique de Valère oder Basilika von Valeria ist die Kirche auf dem südlichen der zwei Burghügel an der östlichen Altstadtgrenze. Sie beherbergt die älteste spielbare Orgel der Welt, die ca. 1430 erbaut wurde.
In der Altstadt selbst befindet sich die sehenswerte Kathedrale Notre-Dame-du-Glarier aus dem 15. Jahrhundert. Sie besitzt noch einen romanischen Turm, der aus dem 12. Jahrhundert stammt.
Südwestlich der Kathedrale befindet sich die Kirche St-Théodule. Sie wurde 1516 vom Baumeister Ulrich Ruffiner als spätgotischer Bau begonnen, jedoch erst zwei Jahrhunderte später fertiggestellt. Weiter östlich liegt das Rathaus der Stadt. Es wurde 1657 bis 1665 im Renaissancestil erbaut und birgt in seinem Treppenvorhaus römische Inschriftensteine.
[Bearbeiten] Sport
Von Sion aus sind viele Wintersportgebiete des Wallis erreichbar, weshalb sich die Stadt schon mehrmals um die Austragung der Olympischen Winterspiele beworben hat, zuletzt um jene von 2006. Damals wurde Sion jedoch von der Bewerbung Turin (Torino 2006) geschlagen.
Bekanntester Fussballverein ist der zweifache Schweizer Fussballmeister und Pokalsieger FC Sion, der 2009 in seinem 11. Cupfinal den 11. Titel gewann, also jedes Finale für sich entscheiden konnte. Ausserdem ist der FC Sion die erste Mannschaft, welche als Zweitligist Pokalsieger wurde.
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
Die Stadt gilt als eine der trockensten der Schweiz und ist auch überdurchschnittlich mild. Dank ihres Klimas besitzt Sion nach Satigny GE und Chamoson VS die drittgrösste Weinanbaufläche der Schweiz. Bekannteste Weine aus dem Wallis sind der weisse Fendant (aus der Chasselas- bzw. Gutedel-Traube gekeltert) und der rote Pinot Noir sowie der Dôle, ein Verschnitt aus Pinot-Noir- und Gamay-Trauben. Die grösste Weinbaugenossenschaft der Schweiz, Provins, hat ihren Hauptsitz ebenfalls in Sion.
Neben dem Weinbau spielen auch Obst- und Gemüseanbau, Uhren-, Elektroapparate-, Tabak- und Holzverarbeitungsindustrie eine Rolle. Der Dienstleistungssektor konzentriert sich vor allem auf den Fremdenverkehr.
[Bearbeiten] Verkehr
Sion liegt an der Eisenbahnlinie Lausanne-Brig und an der ehemals wichtigen Alpen-Transitstrecke Lausanne-Simplon-Domodossola. Die Stadt besitzt einen kleinen Flughafen, der etwas westlich von der Stadt angesiedelt ist.
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
- André Luisier, Jurist und Publizist
[Bearbeiten] Einzelnachweise
[Bearbeiten] Weblinks
- Offizielle Website der Stadt Sion (deutsch und französisch)
Aarau | Altdorf | Appenzell | Basel | Bellinzona | Bern | Chur | Delsberg | Frauenfeld | Freiburg | Genf | Glarus | Herisau (Trogen) | Lausanne | Liestal | Luzern | Neuenburg | Sarnen | Schaffhausen | Schwyz | Sitten | Solothurn | Stans | St. Gallen | Zug | Zürich
Arbaz | Grimisuat | Salins | Savièse | Sion | Veysonnaz
Kanton Wallis | Bezirke des Kantons Wallis | Gemeinden des Kantons Wallis

