Sir Orfeo

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Daten des Dramas
Titel: Sir Orfeo
Originaltitel: Sir Orfeo
Gattung: Romanze
Originalsprache: mittelenglisch
Autor: unbekannt
Erscheinungsjahr: ca. 1330

Die Versnovelle Sir Orfeo wurde im frühen vierzehnten Jahrhundert von einem unbekannten Autor verfasst.

Das Lais entstand aufgrund einer verlorenen Fassung eines bretonischen Autors.

Handlung[Bearbeiten]

Der König Orfeo lebt mit seiner Königin Heurodis. Ihr Leben ist frei von Störungen verlaufen. Während die Königin mit ihren Damen im Hain spazieren geht, wird sie von einer Müdigkeit befallen und schläft ein. Im Schlaf wird sie von einem Unbekannten besucht, der sie zuerst sein wunderbares Reich schauen lässt, um ihr sodann mitzuteilen, dass er sie am nächsten Tag entführen wird. Sollte sie versuchen, ihrem Schicksal zu entrinnen, werde sie Glied um Glied zerstückelt. Als König Orfeo diese Nachricht hört, versammelt er seine waffenfähigen Männer am nächsten Morgen im Hain, doch diese können nur ohnmächtig zusehen, wie die Königin vor ihren Augen, aber unbemerkt entführt wird.

Daraufhin entschließt sich der König, sein Reich einem Verwalter zu überantworten und selbst ins Exil in der Wildnis zu gehen. Er nimmt nichts mit außer seiner Harfe. Von seinem Spiel sind selbst die wilden Tiere, die Bäume, die Steine entzückt. Dort bleibt er zehn Jahre lang, bis er zufällig seine Königin sieht.

Als er diese verfolgt, wird er zu einem zauberhaften Schloss geführt, in dessen Vorhalle verschiedene Menschen wie in einem Figurenkabinett Szenarien des Todes darstellen (Kopflose, im Kindsbett gestorbene, usf.). Unter ihnen befindet sich auch seine Frau Heurodis, die wie versteinert unter einem Baum liegt.

Orfeo bittet darum, vor dem Feenkönig – nach der Art der wandernden Sänger – vorspielen zu dürfen. Dieser ist von seinem Spiel so bezaubert, dass er Orfeo die Erfüllung eines Wunsches zubilligt. Dieser verlangt, Heurodis mitnehmen zu dürfen. Als der Feenkönig ihm dies abschlagen möchte, weist Sir Orfeo auf dessen Versprechen hin.

Zum Schluss erprobt er die Treue seines Hofes, indem er verkleidet auftritt und behauptet, die Harfe – die als die Königliche sofort erkannt worden war – gefunden zu haben. Sein Volk bricht im Glauben, ihr König sei gestorben, in Klagen aus. Orfeo zeigt sich und sein Königreich wird ihm zurücküberantwortet.

Ausgaben[Bearbeiten]

  • Bliss, A.J. (Hrsg.): Sir Orfeo. OUP, Oxford 1954
  • Tolkien, J.R.R. , Sir Orfeo. In: Sir Gawain and the Green Knight, Pearl, Sir Orfeo. Übersetzt von J.R.R. Tolkien. New York, Ballantine, 2003.

Übersetzungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Briggs, Katharine: "King Orfeo", p249, An Encyclopedia of Fairies, Hobgoblins, Brownies, Boogies, and Other Supernatural Creatures. ISBN 0-394-73467-X.
  • Brouland, Marie-Therese. Le Substrat celtique du lai breton anglais : Sir Orfeo. Paris: Didier Erudition. 1990.
  • Shuldham-Shaw, Patrick, The Ballad King Orfeo. In: Scottish Studie 20: 124*26. 1976.
  • Sisam, Kenneth, Sir Orfeo. In: Fourteenth Century Verse and Prose. Oxford: Oxford University Press. 1921.
  • Mitchell, B., "The Faery World of Sir Orfeo." Neophilologus, 48 (1964), 156-9.
  • Allen, D., "Orpheus and Orfeo: The Dead and the Taken." Medium Aevum, 33 (1964), 102-11.