Sirikit

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hochzeitsfoto von Sirikit und Bhumibol Adulyadej, 1950
Sirikit in New York (1960)
Sirikit mit Wladimir Putin, Moskau 2007

Sirikit (* 12. August 1932 in Bangkok, voller Titel: Somdet Phra Nangchao Sirikit Phra Borommarachininat „Ihre Majestät Königin Sirikit“, Thai สมเด็จพระนางเจ้าสิริกิติ์ พระบรมราชินีนาถ, Aussprache: [sǒmdèt pʰráʔ naːŋʨâːw sìríkìt pʰráʔ bɔ̀ːrommárâːtʨʰíniːnâːt], anhören?/i) ist seit 1950 Königin von Thailand.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Königin Sirikit, geboren unter dem Namen Mom Rajawongse Sirikit Kitiyakara, ist die Tochter von Prinz Nakkhatra Mangala, dem Fürsten von Chanthaburi, und Mom Luang Bua Kitiyakara. Sie ist eine Urenkelin von König Chulalongkorn (Rama V.). Sie besuchte den Kindergarten an der Rachini-Schule, bevor sie in der Konventschule St. Francis Xavier im Bangkoker Bezirk Dusit Unterricht erhielt. Als ihr Vater Botschafter in Frankreich, später in Dänemark und schließlich in England wurde, setzte Sirikit ihre Ausbildung in diesen Ländern fort. Zum Schluss besuchte sie ein Internat in Genf.

In Paris begegnete Sirikit 1947 zum ersten Mal Bhumibol Adulyadej, dem späteren König Rama IX. Die beiden sind durch ihre gemeinsame Abstammung von König Chulalongkorn entfernt verwandt. Nach Bhumibols schwerem Autounfall im Oktober 1948 in der Nähe von Lausanne besuchte ihn Sirikit oft im Krankenhaus. Es entwickelte sich eine Beziehung, die im Juli 1949 zur Verlobung und zur Heirat am 28. April 1950 im Sra-Pathum-Palast in Bangkok führte. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor: Prinzessin Ubol Ratana, Kronprinz Maha Vajiralongkorn, Prinzessin Maha Chakri Sirindhorn und Prinzessin Chulabhorn Walailak.

Königin Sirikit wird in Thailand ebenso sehr verehrt wie König Bhumibol.

Als Bhumibol Adulyadej 1956 für 15 Tage in ein buddhistisches Kloster ging, wie es für männliche Thailänder üblich ist, führte Königin Sirikit die Geschäfte des Königshauses. Seither trägt sie den Titel Phra Borommarachininat („Königin und Regentin“)

Seit dem 12. August 1956 ist die Königin Präsidentin des Roten Kreuzes in Thailand. In dieser Position sorgte sie für die Errichtung mehrerer Flüchtlingslager an der Grenze zu Kambodscha, als 1979 etwa 40.000 Khmer vor der Schreckensherrschaft von Pol Pot die Flucht nach Thailand ergriffen.

Während und nach der ausführlichen Reise des Königspaars durch Europa und Nordamerika im Jahr 1960 erntete Sirikit große öffentliche Aufmerksamkeit. Insbesondere die Unterhaltungspresse würdigte ihre Attraktivität und ihr Modebewusstsein.[1] 1965 zeichnete das Magazin Vanity Fair sie als „bestangezogene Frau der Welt“ aus.[2]

Ihr unermüdlicher Einsatz für Toleranz gegenüber der muslimischen Minderheit im Süden Thailands (Provinzen Pattani, Yala und Narathiwat) hat sie bei der dortigen Bevölkerung außerordentlich beliebt gemacht.

Während der politischen Krise 2008 bezog Sirikit Stellung für die Volksallianz für Demokratie („Gelbhemden“). Sie besuchte die Trauerfeier einer getöteten Aktivistin und spendete Geld für die Behandlung von Mitgliedern der Protestbewegung, die bei ihren Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften verletzt wurden.[3]

Nach der Königin sind zahlreiche Einrichtungen in Thailand benannt:

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sirikit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. z.B. Farah und Sirikit. Hoheiten der Mode. In: Bunte Illustrierte, 7. Juni 1967, S. 52–54.
  2. The Best Dressed List – The International Hall of Fame: Women, Vanity Fair, 7. Juli 2011.
  3. Kevin Hewinson: Thailand's conservative democratization. In: East Asia's New Democracies: Deepening, Reversal, Non-Liberal Alternatives. Routledge, Oxford/New York 2010, S. 136.