Sirmium

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Der konservierte Kaiserpalast von Sirmium.
Ergrabene Baureste im Stadtbereich.

44.97972222222219.609722222222Koordinaten: 44° 59′ N, 19° 37′ O

Karte: Serbien
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Sirmium
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Serbien

Sirmium (griechisch Σίρμιον Sirmion) war während der Spätantike Hauptstadt der römischen Provinz Pannonia secunda und Zentrum der Militärpraefektur Illyricum. Die historische Landschaft Syrmien zwischen Save und Danuvius (Donau) wurde nach dieser antiken Stadt benannt. Die Fundstätte liegt innerhalb der heutigen Stadt Sremska Mitrovica, die zur serbischen Vojvodina gehört.

Sirmium war eine bedeutende Stadt des Balkanraums. Der römische Kaiser Mark Aurel bezog hier während der Markomannenkriege eines seiner Hauptquartiere. In der Spätantike war Sirmium dann auch kaiserliche Residenz. Hier fanden auch die Synoden von Sirmium (357–359) statt. Noch heute finden sich dort einige Ruinen aus römischer Zeit. Nach den Römern gab es verschiedene Herren: Ab 504 beherrschten die Ostgoten die strategisch wichtige Stadt. Nach dem Ende der gotischen Herrschaft stand Sirmium unter Kontrolle der Gepiden und war deren Hauptstadt. Nach Zerschlagung des Gepidenreiches im Jahre 567 durch die Langobarden fiel Sirmium an das oströmische Reich, welches hierdurch am Vorabend des Langobardeneinfalls in Italien seine größte Ausdehnung erreichte. 582 fiel es an die Awaren. 870 wurde Sirmium von Papst Hadrian II. zum Sitz des Erzbischofs von Pannonien und Großmähren gemacht. Der tatsächliche Bischofssitz war allerdings Mosapurc im Plattensee-Fürstentum, da Sirmium zu dieser Zeit dem Großbulgarischen Reich angehörte. 1020 eroberten die Byzantiner die Stadt zurück, die mit einigen Unterbrechungen bis zum ausgehenden 12. Jahrhundert byzantinisch blieb. Danach war Sirmium zwischen Ungarn und Serben umkämpft, während der Herrschaft der Türken verlor die Stadt an Bedeutung.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Wendelin Kellner: Ein römischer Münzfund aus Sirmium (Gallienus–Probus). In: Denkschriften d. Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse. 133, Österr. Akad. d.Wissenschaften, Wien 1978, ISBN 3-7001-0256-9 (Veröffentlichungen der Kommission für Numismatik. 7 – Thesaurus nummorum Romanorum et Byzantinorum. T 2.).
  •  Miroslava Mirković: Sirmium – its history from the 1. century A.D. to 582 A.D.. Belgrad 1993.
  •  Dragoslav Srejović (Hrsg.): Roman imperial towns and palaces in Serbia. Sirmium, Romuliana, Naissus. In: Gallery of the Serbian Acad. of Sciences and Arts / Galerija Srpske Akademije Nauka i Umetnosti. 73, Belgrad 1993.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sirmium – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien