Sissi-Syndrom
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Als Sissi-Syndrom (auch SISI-Syndrom) wird seit 1998 eine angebliche Form der Depression bezeichnet, unter der besonders aktiv wirkende Menschen leiden sollen. Die Depression vom Sisi-Typ ist durch Unrast, Sprunghaftigkeit, körperliche Hyperaktivität, rasche Stimmungsschwankungen, Fasten, übertriebenen Körperkult, Selbstwertprobleme und zahlreiche Selbstbehandlungsversuche charakterisiert. Bei etwa einem Drittel der weiblichen Depressiven sollen diese untypischen Symptome im Vordergrund stehen und das Erkennen erschweren.[1]Ein Werbeslogan der Industrie dazu lautet Das Sissi-Syndrom – Trotz Power depressiv.
Die Existenz des Sissi-Syndroms ist stark umstritten, Jörg Blech sieht das Sissi-Syndrom in seinem Buch Die Krankheitserfinder als Beispiel für erfundene und propagierte Krankheiten, so genanntes Disease Mongering. Der Name tauchte zum ersten Mal in einer Werbung auf, er wurde von einer PR-Firma erfunden und erlangte im Zusammenspiel mit Medien und deren Lesern Bekanntheit.[2]
Benannt wurde das Syndrom nach Sissi, der Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn (wegen verschiedener Schreibweisen ihres Spitznamens siehe dort), die von dieser Form der Depression betroffen gewesen sein soll.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Möller, Laux, Deister Psychiatrie und Psychotherapie Thieme: 2005, ISBN 3-13-128543-5, S.85
- ↑ Krankhaft krank. 3Sat Kulturzeit, 4. September 2003
[Bearbeiten] Literatur
- Jörg Blech: Die Krankheitserfinder - Wie wir zu Patienten gemacht werden. Fischer (S), Frankfurt 2003, ISBN 310004410X
- J. Blech: Die Abschaffung der Gesundheit. Der Spiegel, 33/2003 vom 11. August 2003, Seite 116
- W. Harth, A. Hillert: Sissi-Syndrom & Tanorexie In: Ärzte Woche, 40/2007

