Sisteron

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Sisteron
Wappen von Sisteron
Sisteron (Frankreich)
Sisteron
Region Provence-Alpes-Côte d’Azur
Département Alpes-de-Haute-Provence
Arrondissement Forcalquier
Kanton Sisteron (Chef-lieu)
Koordinaten 44° 11′ N, 5° 57′ O44.195.9463888888889490Koordinaten: 44° 11′ N, 5° 57′ O
Höhe 448–1.145 m
Fläche 50,25 km²
Einwohner 7.408 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 147 Einw./km²
Postleitzahl 04200
INSEE-Code
Website http://www.sisteron.com/

Wahrzeichen Sisterons: Rippen aus hartem Kalkfels

Sisteron ist eine französische Gemeinde mit 7408 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Alpes-de-Haute-Provence und der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur. Sie gehört zum Arrondissement Forcalquier und ist der Hauptort des gleichnamigen Kantons Sisteron.

Der Name des Ortes wird mit einem stummen „e“ gesprochen. Im Provenzalischen sagt man Sisteroun.

Geographie[Bearbeiten]

Sisteron liegt am Ufer der Durance kurz hinter den Zuflüssen des Buëch und der Sasse, 135 Kilometer von Marseille und Grenoble entfernt, 180 Kilometer von Nizza. Der Ort mit dem Beinamen „Porte de la Provence“ (‚Tor zur Provence‘) liegt an der Grenze der Dauphiné zwischen zwei Gebirgszügen, Baume/Gache und den Montagnes de Lure/Moulard. Sisteron zieht durch sein Klima (300 Sonnentage im Jahr), seine artenreiche Landschaft, seine Gewässer und seinen Flughafen zahlreiche Touristen an.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gegend wird seit rund 4000 Jahren bewohnt. Sisteron selbst war unter dem Namen Segustero in der Römerzeit eine Station auf der Via Domitia, die Italien mit dem Rhônedelta verband. Auf der Straße nach Authon sind noch Inschriften erhalten, die seinerzeit in den Felsen geschlagen wurden. Von der Völkerwanderung wurde Sisteron verschont, von den Sarazenen jedoch geplündert.

Im 6. Jahrhundert wurde der Ort Bischofssitz, im 11. Jahrhundert errichteten die Grafen von Forcalquier eine Festung. Als Teil der Grafschaft Provence war sie deren Nordgrenze.

Sisteron kam 1483 an Frankreich, indem die Provence per Testament an König Ludwig XI. vererbt wurde. In dieser Zeit war der Ort sechs Mal von Seuchen betroffen, denen zwei Drittel der Bevölkerung zum Opfer fielen. Von 1562 bis 1594, während der Hugenottenkriege, war Sisteron umkämpft und wurde zweimal belagert. Aus dieser Zeit stammen die aktuellen Mauern und die heutige Zitadelle von Sisteron, die durch Jean Errard aus Bar-le-Duc errichtet wurden. Auf Befehl Richelieus wurde hier vom 13. Februar bis 16. August 1639 Prinz Johann Kasimir von Polen gefangengehalten, nachdem er auf einer Reise nach Spanien in Marseille verhaftet und zunächst mehrere Monate im erzbischöflichen Palais von Salon-de-Provence festgehalten worden war.

Während der Französischen Revolution blieb Sisteron royalistisch. Als Napoléon Bonaparte 1815 aus dem Exil auf Elba floh und mit einer kleinen Schar von Gefolgsleuten in Golfe-Juan landete, um nach Paris zu ziehen, war der Übergang über die Durance bei Sisteron einer der kritischen Punkte auf seiner Route, an denen militärischer Widerstand zu erwarten und sein Zug nach Paris von königstreuen Truppen verhältnismäßig mühelos zu beenden gewesen wäre. Der Gouverneur der Provinz, Marschal André Masséna, hatte jedoch vorsorglich den Befehl erteilt, alle Truppen und Vorräte aus Sisteron abzuziehen. Die von ihrer Wachmannschaft aufgegebene Brücke von Sisteron konnte deshalb in den Morgenstunden des 4. März von einer Vorhut von vierzig Leuten unter Führung von Pierre Cambronne kampflos besetzt werden, und Napoléon, dem zur persönlichen Bewachung nur noch ein Infanterist und ein Gendarm geblieben waren, zog begrüßt vom Bürgermeister und vom Unterpräfekten unbehelligt in Sisteron ein. Nachdem er fünf weitere Leute in Sisteron rekrutiert und sein erschöpftes Pferd gewechselt hatte, brach er am selben Tag mit einer Vorhut auf nach Gap, wo er in den Abendstunden eintraf.

Am 15. August 1944 wurde Sisteron von englischen und amerikanischen Flugzeugen bombardiert, wobei etwa hundert Bewohner der Stadt umkamen.

Bekannte Persönlichkeiten aus Sisteron[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Die Zitadelle von Sisteron
Kathedrale

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der Monuments historiques in Sisteron

  • Zitadelle von Sisteron
  • Kathedrale Notre-Dame des Pommiers (Unsere Liebe Frau von den Apfelbäumen), herausragendes Beispiel lombardisch-provenzalischer Architektur des 12. Jahrhunderts

Partnerstädte[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Édouard de Laplane: Histoire de Sisteron, tirée de ses archives. Nachdruck der Ausgabe von 1843, Laffette, Marseille 1974, 2 Bde.
  • Pierre de Gombert: Napoléon de l'île d'Elbe à la citadelle de Sisteron. Éditions du Socle, Aix-en-Provence 1968

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sisteron – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien