Sitges
| Gemeinde Sitges | ||
|---|---|---|
| Wappen | Karte von Spanien | |
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| Basisdaten | ||
| Autonome Gemeinschaft: | Katalonien | |
| Provinz: | Barcelona | |
| Comarca: | Garraf | |
| Koordinaten | 41° 14′ N, 1° 49′ O41.2352777777781.8110Koordinaten: 41° 14′ N, 1° 49′ O | |
| Höhe: | 10 msnm | |
| Fläche: | 43,85 km² | |
| Einwohner: | 28.142 (1. Nov. 2011)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 641,78 Einw./km² | |
| Postleitzahl: | 08870 | |
| Gemeindenummer (INE): | 08270 | |
| Verwaltung | ||
| Amtssprache: | Kastilisch, Katalanisch | |
| Bürgermeister: | Miquel Forns i Fusté | |
| Daten der Generalitat: | MuniCat | |
| Sitze im Gemeinderat: | Kommunalwahl 2011 | |
| Webpräsenz der Gemeinde | ||
| Lage der Gemeinde | ||
Sitges [ˈsidʒəs] (Provinz Barcelona), 36 km südwestlich von Barcelona, liegt zwischen den Städten Castelldefels und Vilanova i la Geltrú in der Comarca Garraf.
Inhaltsverzeichnis |
Lage[Bearbeiten]
Geografische Lage[Bearbeiten]
Der Ort an der Costa del Garraf grenzt im Norden und im Osten an die kalkigen Berge des Garraf (Naturpark). Der Süden wird durch eine 18 km lange Küste begrenzt.
Nachbargemeinden[Bearbeiten]
Die Nachbargemeinden sind im Westen Vilanova i la Geltrú, im Norden Sant Pere de Ribes, Olivella und im Osten Castelldefels.
Ortsgliederung[Bearbeiten]
Das Stadtgebiet besteht aus vier Ortsteilen:
- Sitges
- Garraf
- Les Botigues de Sitges
- Vallcarca
Verkehr[Bearbeiten]
Eine gute Verkehrsanbindung nach Westen (Tarragona) und nach Osten (Barcelona) ist sowohl durch eine mautpflichtigen Autobahn (C-32) als auch durch eine Eisenbahnlinie gegeben. Sitges ist in das S-Bahnnetz (Cercanías Linie C2-Sud) von Barcelona eingebunden. Mit Bus, Bahn und Auto ist der 15 km entfernte Flughafen von Barcelona (Prat) gut zu erreichen.
Klima[Bearbeiten]
Die Berge des Garraf bilden einen natürlichen Schutz vor den kalten Winden aus dem Norden, dadurch bildet sich ein mildes und frostfreies mediterranes Klima. Die Sonne scheint an mehr als 300 Tagen im Jahr, die durchschnittliche Temperatur beträgt 18 °C.
Geschichte[Bearbeiten]
Der Name Sitges stammt aus der vorromanischen Zeit und kommt von Sitja, was soviel wie „Kornspeicher“ bedeutet.
Bereits in der Steinzeit lebten die ersten Menschen in Sitges.
Die ältesten Ausgrabungen aus der Zeit der Iberer werden auf das 4. bis 3. Jahrhundert v. Chr. datiert.
Bereits im 1. Jahrhundert befanden sich auf dem Territorium von Sitges zwei Ortskerne. In der Römischen Zeit wurde der Hafen von Siges als Umschlagplatz für Produkte des Penedès (Region um Vilafranca) genutzt.
Im 11. Jahrhundert befand sich auf dem Platz des heutigen Rathauses eine Burg, die zu Barcelona gehörte. Von 1116 bis 1814 herrschte die Familie de Sitges. 1814 wurde Sitges frei und schloss sich der Krone an. Danach durchlebte Sitges verschiedene Kriege sowie Hungerperioden und Epidemien. In dieser Zeit lebten die Menschen hauptsächlich von der Landwirtschaft, der Fischerei und von den Waren die im Hafen umgeschlagen wurden.
Im 19. Jahrhundert profitierte Sitges von dem königlichen Dekret, dass Katalonien direkt mit Amerika Handel betreiben durfte. 27 % der Katalanen, die mit Amerika gehandelt haben, kamen aus Sitges. Der Handel betraf vor allen Kleidung, Wein und Branntwein. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kehrten viele ehemalige Einwohner, die es in Amerika zu Reichtum gebracht hatten (genannt „Los americanos“) zurück nach Sitges. Hier bauten sie prachtvolle Villen, die noch heute zu sehen sind. Mit dem mitgebrachten Kapital erbauten sie Spinn- und Schuhfabriken. Daraus entwickelte sich im 20. Jahrhundert eine große Schuhindustrie, in der 80 % der erwachsenen Bevölkerung tätig war. Heute gibt es nur noch eine Schuhfabrik.
Ab Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der Tourismus. Mit dem Bau einer Eisenbahnstrecke Sitges–Barcelona (1888) und dem Aufkommen der ersten medizinischen und therapeutischen Bäder (1887) kamen immer mehr Feriengäste aus Barcelona ins Seebad Sitges. Nach der Ankunft des Künstlers Santiago Rusiñol (1891) entwickelte Sitges seinen Ruf als Ort der Kultur und des Modernisme. Mit den 1930er Jahren wurde Sitges zu einem Zentrum des europäischen Tourismus.
2010 fand die Bilderberg-Konferenz in Sitges statt.
Strände[Bearbeiten]
Ein Anziehungspunkt für Touristen aus ganz Europa sind die 17 Strände mit feinem Sand und sauberer Wasserqualität. Etwas außerhalb des Ortes, an der Steilküste des Garraf, laden kleine Buchten zum Baden ein. Unmittelbar am Ort liegen die flachen, breiten, von Rettungsschwimmern überwachten Strände. Sechs der 17 Strände sind nach ISO 14001 zertifiziert.
Stadtbild[Bearbeiten]
Eine palmenbesäumte, breite, drei Kilometer lange Promenade erstreckt sich von der felsigen Steilküste im Osten entlang des ganzen Ortes bis zum Golfplatz im Westen. In den engen Straßen des alten Ortskerns gibt es zahlreiche Geschäfte, Bars und Lokale.
Der an den Strand angrenzende Ortsteil ist weitgehend frei von modernen Blocks und Hochhäusern. Hier gibt es zahlreiche Kleinode der Architektur, des Jugendstils und anderer Kunstepochen. Entlang der Strandpromenade gibt es prächtige Villen aus dem 20. Jahrhundert. Das alles überragende Bauwerk ist die auf einem Felsen am Strand erbaute Kirche des heiligen Bartholomäus und der heiligen Thekla.
Demografie[Bearbeiten]
| Bevölkerungsentwicklung von Sitges zwischen 1991 und 2007 | ||||
| 1991 | 1996 | 2001 | 2004 | 2007 |
| 13.109 | 16.801 | 19.893 | 23.172 | 26.225 |
Kultur[Bearbeiten]
Zahlreiche kulturelle Veranstaltungen haben Sitges bekannt gemacht. So finden jährlich das große internationale Tango Argentino Festival im Juli, ein Filmfestival für Fantasyfilm, eine Oldtimerrallye und ein Schachturnier statt. Ein Anziehungspunkt sind auch der Karneval, die zu Fronleichnam ausgelegten Blumenteppiche, die Feuerwerke und die Fiesta Major. Sitges ist ein beliebtes Reiseziel für Schwule.
Das Stadtfest zu Ehren der Schutzheiligen Santa Thekla wird in der Woche vom 23. September gefeiert.
Museen in Sitges[Bearbeiten]
- Museu Cau Ferrat - (ehemaliges Wohnhaus und Atelier Santiago Rusiñol) – u. a., Werke von Rusiñol, Ramon Casas, El Greco, Zuloaga y Picasso
- Museu Romàntic – Immobiliar und Lebensweise aus der Zeit des 18. und 19. Jahrhundert
- Museu Maricel – Werke der Romantik, Renaissance, Barock, katalanische Kultur, maritime Kultur
- Verschiedene Kunstgalerien
Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
| Bezeichnung | erbaut | Stil/Epoche | Beschreibung |
|---|---|---|---|
| Alte Stadtmauer | 13./15. Jh. | Mittelalter | Teil der Stadtmauer um den alten Stadtkern (Vila Vella). Die alten Häuser erbaut auf der Mauer wurden im 20. Jahrhundert renoviert. |
| Carrer d’en Bosc | 14. Jh. | Mittelalter | malerisches Gässchen, erbaut entlang der Innenseite der Stadtmauer. |
| Església Sant Bartomeu i Santa Tecla | 16./17. Jh. | Barock | Dies ist bereits die dritte, an dieser Stelle, erbaute Kirche. Zuvor befanden sich hier eine romanische Kapelle und um 1322 ein gotischer Tempel. |
| Ajuntament de Sitges | 1887–1889 | Historismus | Das Rathaus von Sitges |
| Casa Gorgas | 1888–1910 | Jugendstil | Wohnhaus |
| Cau Ferrat | 1893 | Wohnhaus und Atelier des Künstlers Santiago Rusiñol. Zwei ehemalige Fischerhäuser wurden von dem Künstler umgebaut. | |
| Mercat | 1889/1890 | Die ehemalige Markthalle von Sitges. | |
| Monument doctor Robert | 1907 | Denkmal des früheren Bürgermeister von Sitges. | |
| Casa Bartomeu Carbonell | 1913–1915 | Jugendstil | Wohnhaus, auch Haus der Uhr genannt. |
| Casa Miquel Utrillo | 1915 | Eklektizismus | Wohnhaus, z. Zt. ist hier die öffentliche Bibliothek Santiago Rusiñol untergebracht. |
| Maricel de Mar | 1910 | Eklektizismus | Turm mit dem Bildnis des Heiligen Michael, auf dem Platz des alten Hospital erbaut. Der gotische Torbogen stammt noch von der Kapelle des alten Hospital. |
| Maricel de Terra | 1911 | Eklektizismus | Wohnhaus mit einer großen Treppe und einem luxuriösem Salon (Goldsaal) und mehrerer künstlerisch gestalteter Räume. |
| Casa Folch i Torres | 1930–1939 | Eklektizismus | Enthält Elemente verschiedener Stile: Gotik, Renaissance und Barock |
| Can Llopis | 1793 | Neoklassizismus | Beherbergt seit 1949 das Museu Romàntic. |
| Casa Josep Mirabent Gatell | 1878 | Neoklassizismus | Wohnhaus des Malers Josep Mirabent i Gatell. |
| Casa Llorenç Cardó | 1862 | Romantik | Wohnhaus |
| Casa Sebastià Sans Bori | 1883 | Eklektizismus | Wohnhaus |
| Estació de Sitges | 1881 | Neoklassizismus | Der Bahnhof von Sitges |
| Casa Antoni Robert Camps | 1894 | Eklektizismus | Wohnhaus |
| Casa Bonaventura Blai. Villa Avelina | 1900 | Historismus | Wohnhaus |
| Casa Ferran | 1897 | Eklektizismus | Wohnhaus |
| Casa Manuel Planas Carbonell | 1881 | Jugendstil | Wohnhaus |
| Casa Pere Carreras i Robert | 1906 | Jugendstil | Wohnhaus |
| Casa Severià Vilella | 1895 | Eklektizismus | Wohnhaus |
| Villa Havenmann | 1907 | Jugendstil | Wohnhaus mit Kapelle |
| Hospital de Sant Joan | 1910–1912 | Noucentisme | Ehemaliges Krankenhaus mit Kapelle. |
| Casa Gili Casanovas | 1909 | Jugendstil | Wohnhaus |
| Casa Simó Llauradó | 1908 | Jugendstil | Wohnhaus |
| Cementiri de Sitges | Der Friedhof von Sitges mit monumentalen Grabstätten der „americanos“ (in Kuba reichgewordene Einwohner von Sitges). | ||
| Santuari del Vinyet | 1727–1733 | Neoklassizismus | Kirche wurde erstmals 1174 erwähnt und 1552 erweitert. Der größte Teil stammt aus dem 18. Jahrhundert. Der Seitenflügel links beherbergt eine 1872 erbaute, halboffene Kapelle. |
| Terramar | 1911–1929 | Noucentisme | 1923 wurde die „Gartenstadt“ Terramar durch den Industriellen Josep Armengol i Duran aus Sabadell erschlossen. Die meisten der Villen wurden durch den Architekt Josep M. Martino, in erster Line zum Meer errichtet. |
| Casa Josep Freixa | 1919 | Villa | |
| La Reserva | 1924 | Villa | |
| Torre del Garraf | 14. Jh. | Mittelalter | Wachturm, 1888 restauriert, im Ortsteil Garraf. |
| Celler Güell de Garraf | 1895 | Jugendstil | Außergewöhnliches Gebäude des Architekten Antoni Gaudí im Ortsteil Garraf. |
Freizeit[Bearbeiten]
Sitges bietet zahlreiche Möglichkeiten der Freizeitgestaltung wie Wandern oder Radfahren im Naturpark, Reiten sowie die Wassersportarten Segeln, Surfen und Schwimmen.
Sporteinrichtungen in Sitges:
- 18-Loch Golfplatz
- Yachthafen Aiguadolç mit 742 Liegeplätze
- Yachthafen Garraf mit 527 Liegeplätze
- Yachthafen Port Ginesta mit 1.442 Liegeplätze. Der größter Yachthafen Kataloniens liegt an der Grenze zu Castelldefels.
- Segelschule Club Nautic
- Hallenbad
- mehrere Fitnessstudios
Städtepartnerschaften[Bearbeiten]
Bagnères-de-Luchon im Département Haute-Garonne (Frankreich), seit 1981
Andorra (Teruel) in Aragonien, Spanien, seit 1991
Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]
- Facundo Bacardí (1814–1887), Gründer des Unternehmens Bacardi
- Joaquim Sunyer (1874–1956), Maler
- Antonio Mingote (1919–2012), Zeichner und Autor
- Carmen Cervera (* 1943), Kunstsammlerin
- Florencia Coll (* 1959), Malerin
Weblinks[Bearbeiten]
-
Commons: Sitges – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien - Offizielle Website von Sitges (katalanisch)
- Turisme Sitges (katalanisch, spanisch, englisch, französisch)
- Sehenswürdigkeiten in Sitges (katalanisch)
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Censos de Población y Viviendas 2011. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Volkszählungsergebnisse).
Canyelles | Cubelles | Olivella | Sant Pere de Ribes | Sitges | Vilanova i la Geltrú