Sitt
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Das Adjektiv sitt ist ein Wort, das das Gegenteil von durstig (also nicht mehr durstig) bedeuten soll.
Da es im Deutschen kein verbreitetes Wort mit dieser Bedeutung gab, wurde 1999 von der Dudenredaktion in Zusammenarbeit mit dem Getränkehersteller Lipton im Rahmen eines Wettbewerbs mit mehr als 100.000 Beteiligten dieses Wort aus einer Vielzahl anderer Vorschläge ausgesucht.[1] Das Wort wurde in Anlehnung an satt gewählt, da satt das Gegenteil von hungrig ist.
Das Wort hat sich aber bis heute im allgemeinen Sprachgebrauch nicht durchgesetzt, weshalb es auch nie in den Duden oder ein anderes großes Wörterbuch aufgenommen wurde. Auch sind manche der Meinung, dass ein Unternehmen, dessen primäres Ziel es ist, Geld zu verdienen, nicht das Recht haben sollte, mit einer Werbeaktion an der Sprache als Kulturgut Veränderungen vorzunehmen. Auf der anderen Seite entscheidet die Bevölkerung, ob sie dieses Wort in den allgemeinen Sprachgebrauch übernimmt oder nicht.
Als Lösung wird oft die Verwendung des Begriffes „satt“ diskutiert. Ob sich „satt“ nur auf feste oder auch auf flüssige Nahrung bezieht, scheint im Deutschen sprecherspezifisch zu sein. So wird „satt“ von vielen Sprechern als Gegenbegriff zu „durstig“ akzeptiert und ist in dieser Bedeutung auch im (historischen) Grimmschen Wörterbuch zu finden.[2] In der Chemie wird ebenfalls der Begriff der „gesättigten Lösung“ verwendet, der die beschränkte Aufnahmefähigkeit einer Lösung bezüglich bestimmter fester, flüssiger oder gasförmiger Stoffe bezeichnet.
[Bearbeiten] Alternative Vorschläge
1975 gab es bereits in der „Welt im Spiegel“, einer Beilage der damals erscheinenden Satirezeitschrift „pardon“, einen erfundenen Herrn Schmöll, der seinen Namen als Begriff für das Gegenteil von durstig hergeben wollte: „Möchten Sie noch etwas zu trinken?“ – „Nein danke, ich bin schmöll“.
In dem 1992 erschienenen Buch „Der tiefere Sinn des Labenz“ wurde das Wort stulln dafür vorgeschlagen, was sich ebenfalls nicht durchgesetzt hat.
Andere Vorschläge waren die Bedeutungsausweitung des Wortes „gestillt“ oder die Verwendung von „getränkt“.
Die Wiedereinführung des altdeutschen Wortes wamp, welches sich im Deutschen in der Wampe gehalten hat, ist im Internet[3] oft vorgeschlagen worden.
[Bearbeiten] Lösung in anderen Sprachen
Die schwedische Sprache hingegen kennt das Wort otörstig, das wörtlich übersetzt „undurstig“ bedeutet. Man trinkt sich dort undurstig (dricka sig otörstig) und ist manchmal auch satt und undurstig (mätt och otörstig). Analoge Begriffe existieren in den anderen skandinavischen Sprachen – dänisch utørstig, norwegisch utørst bzw. utyst und isländisch óþyrstur und färöisch ótystur– sind aber selten und oft unbekannt.
In der Plansprache Esperanto kann malsoifa (undurstig) zu soifa (durstig) gebildet werden.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Spiegel Online: Wettbewerb: Sitt und satt, 7. Oktober 1999
- ↑ Universität Trier: Eintrag im Grimmschen Wörterbuch
- ↑ FAQL.de: Hungrig, durstig, satt, sitt und schmöll

