Sit-in

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Sitzstreik)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Artikel Sit-in und Sitzblockade überschneiden sich thematisch. Hilf mit, die Artikel besser voneinander abzugrenzen oder zusammenzuführen (→ Anleitung). Beteilige dich dazu an der betreffenden Redundanzdiskussion. Bitte entferne diesen Baustein erst nach vollständiger Abarbeitung der Redundanz und vergiss nicht, den betreffenden Eintrag auf der Redundanzdiskussionsseite mit {{Erledigt|1=~~~~}} zu markieren. DF5GO 21:52, 22. Jul. 2011 (CEST)
Sit-in gegen Homophobie in Mailand

Unter Sit-in (zu deutsch: Sitzstreik) versteht man seit den 1960er Jahren eine gewaltfreie, insbesondere von der internationalen Studentenbewegung und noch heute im Kampf gegen Rassendiskriminierung u. Ä. angewandte Demonstrationsform. Sie wurde indessen schon in den 1930er Jahren von amerikanischen Arbeitern als Streiktaktik verwendet.

Entwicklung[Bearbeiten]

Das erste Sit-in wurde von afroamerikanischen Studenten am 1. Februar 1960 in Greensboro (North Carolina) in einem Restaurant der Woolworth-Gruppe veranstaltet, das für Weiße reserviert war. Rasch nahm die Bürgerrechtsbewegung die neue Form des Sitzstreiks auf, um auch in anderen Restaurants in den Südstaaten gegen Rassendiskriminierung zu protestieren. Martin Luther King organisierte die 'Birmingham Campaign' (siehe hier).

Das erste als Sit-in bezeichnete Ereignis in Deutschland fand am 22. Juni 1966 an der FU Berlin statt. Den Studierenden ging es meist darum, sich durch passiven Widerstand Gehör zu verschaffen und als problematisch erkannte Strukturen und Lehrkörper zu blockieren. Ein Sitzstreik ging nicht selten in ein Teach-in über.

Sitzblockade[Bearbeiten]

Die Sitzblockade ist eine Variante, die auch in Konflikten in der Arbeitswelt und Protestbewegungen, wie dem Widerstand gegen die Atomrüstung seit den 1970er Jahren angewendet wurde.

Sitzstreik als Taktik im Arbeitskampf[Bearbeiten]

Der Sitzstreik (sit-down strike) war in den Jahren 1933 bis 1937 eine verbreitete Streiktaktik unter amerikanischen Arbeitern. Eine große Resonanz fanden die Sitzstreiks 1936/37 bei General Motors, mit denen das Unternehmen zur Anerkennung der Automobilarbeitergewerkschaft und ihrer Repräsentanten gezwungen wurde.[1] Auch in den europäischen Ländern haben in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts Arbeiter zur Taktik des Sitzstreiks bis zur Betriebsbesetzung gegriffen.

Trivia[Bearbeiten]

Heutzutage wird Sit-in oft als Scheinanglizismus verwendet, der ein gemütliches Zusammensitzen zu Hause bezeichnet.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jeremy Brecher: Streiks und Arbeiterrevolten. Amerikanische Arbeiterbewegung 1877-1970. Fischer, Frankfurt am Main 1975, S. 169ff.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]