Sjálvstýrisflokkurin

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Die ersten 8 Abgeordneten der Selbstverwaltungspartei 1906. Unter anderem Mads Andreas Winther (stehend ganz rechts), Jóannes Patursson (vorne, 2.v.l.) und Símun av Skarði rechts neben ihm.

Sjálvstýrisflokkurin (deutsch Selbstverwaltungspartei) ist eine sozialliberale Partei der Färöer. Sie wurde 1909 gegründet. Zuletzt erreichte sie bei der Wahl 2011 4,2 Prozent der Wählerstimmen und einen von 33 Løgtingsitzen.

Informell existierte die Partei bereits 1906, als sich die Sambandsflokkurin zur Løgtingswahl stellte, aber erst 1909 konstituierte sie sich als zweite Partei auf den Färöern. Erster Vorsitzender war Jóannes Patursson.

Im Gegensatz zu Samband trat Sjálvstyri für die Autonomie der Färöer von Dänemark ein. Sie vereinte also die nationalistischen Kräfte, die sich bereits auf dem Weihnachtstreffen der Färöer 1888 vereint hatten. Zunächst war die Selbstverwaltungspartei in der Minderheit, konnte aber erstmals 1918 die Mehrheit der Abgeordneten stellen. Erst als der Mitbegründer Jóannes Patursson 1939 eine neue nationalbetonte Partei Fólkaflokkurin gründete, verlor Sjálvstyri deutlich an Gewicht. Seit dem Zweiten Weltkrieg blieb die Sjálvstýrisflokkurin stets unter der 10 %-Marke. Als Partei in der Mitte des politischen Spektrums konnte Sjálvstyri trotz ihrer niedrigen Mandatszahlen das Zünglein an der Waage ausmachen. So war Sjálvstyri oft an Regierungskoalitionen beteiligt. Im färöischen politischen Koordinatensystem steht die Partei eher links in der Mitte, und auch in der Frage der Selbständigkeit der Färöer vertritt sie heute eine sehr moderate Position, zumal ihre Forderungen mit der Anerkennung der färöischen Sprache und dem Autonomiegesetz der Färöer im Wesentlichen erfüllt wurden. Die Unabhängigkeit von Dänemark wird heute vorwiegend von Fólkaflokkurin (konservativ) und Tjóðveldi (sozialistisch) angestrebt.

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