Skagen Havn

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Skagen Havn
Daten
Eigentümer Frederikshavn Kommune
Betreiber Skagen Havn
Baubeginn Februar 1904
Kosten 1.430.283 DKK
Eröffnung 19. November 1907
Hafentyp Seehafen
Fischereihafen
Industriehafen
Kreuzfahrerhafen
Yachthafen
Gesamtfläche des Hafens 1.015.000 m², davon[1]
Landfläche: 645.000 m²
Wasserfläche: 370.000 m²
Umschlagsmenge 293.000 Tonnen (Stand: 2010[2])
Durchschnittliche Öffnungstage (Jahr) 365 Tage/Jahr
Website www.skagenhavn.dk
Geografische Informationen
Ort Skagen
Region Region Nordjylland
Staat Dänemark
Skagen Havn mit den historischen „Fischspeichern“ (Fiskepakhusene)  im Hintergrund (Juli 2008)
Skagen Havn mit den historischen „Fischspeichern“ (Fiskepakhusene) im Hintergrund (Juli 2008)
Koordinaten 57° 43′ 1″ N, 10° 35′ 3″ O57.71694444444410.5841666666670Koordinaten: 57° 43′ 1″ N, 10° 35′ 3″ O
Skagen Havn (Nordjylland)
Skagen Havn
Lage Skagen Havn

Skagen Havn ist der Seehafen von Skagen und liegt an der Ålbæk Bugt im Kattegat nahe Grenen, der Nordspitze Jütlands. Der Industriehafen, in dem 2010 rund 293.000 Tonnen Güter umgeschlagen wurden,[2] gilt als größter Fischereihafen Dänemarks.[3][4] Zudem legen hier neben Yachten auch Kreuzfahrtschiffe an. Der 1907 eröffnete Hafen ist im Besitz der Frederikshavn Kommune und wird in kommunaler Selbstverwaltung betrieben.

Skagen Havn ist an das Eisenbahnnetz angeschlossen, und über die Primærrute 40, Dänemarks nördlichste Fernstraße, kann die dänische Autobahn Frederikshavnmotorvejen erreicht werden, die mit der Europastraße 45 einhergeht.

Hafenverhältnisse[Bearbeiten]

Auf einer Fläche von 1.015.000 m², davon 645.000 m² Landfläche und 370.000 m² Wasserfläche, erstrecken sich Kaianlagen über eine Länge von insgesamt 5,5 Kilometer, davon 970 m mit 9 m Wassertiefe.[1]

Bei Einfahrt vom Meer in den Äußeren Vorhafenbecken (Ydre Forhavnsbassin) teilt sich das Gebiet in einen Vesthavn (Westhafen) mit fünf Hafenbecken und einen Østhavn (Osthafen) mit zwei Becken. Im Mittelbecken (Mittelbassinet) im Vesthavn zwischen der alten Pier (Gamle Pier) und Pier 2 liegt der Yachthafen Skagen Lystbådehavn.[5]

Der Hafen kann – abhängig von Wind, Strömung und Seegang – im Äußeren Vorhafenbecken von Schiffen mit bis zu 150 m Länge, 25 m Breite und maximal 9,0 m Tiefgang befahren werden. Das Kreuzfahrtschiff Silver Cloud war mit einer Länge von 156 m[6] das bisher größte Schiff, das jemals im Hafen anlegte.[7]

Der mittlere Tidenhub schwankt um 0,3 Meter; bei einer durch Weststürme ausgelösten Flut (Sturmhochwasser) kann der Pegelstand auf 1,4 m über den mittleren Meeresspiegel steigen; nach Oststürmen sinkt der Meeresspiegel auf bis zu 0,9 m unter Normalmaß.[5]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Fischerei war seit Beginn Haupterwerbszweig der Stadt, die jedoch keinen Hafen besaß, sodass die Fischer ihre Boote per Seilwinden an Land ziehen mussten. Ein Entwurf aus den 1880er Jahren, der einen durch Kanäle verbundenen Doppelhafen zwischen dem Skagerrak und dem Kattegat vorsah, wurde verworfen. Auf Druck der Fischer wurde 1888 ein neuer Vorschlag ausgearbeitet, der die Basis für ein 1903 verabschiedetes Gesetz über den Bau eines Hafens bildete.[8]

Die Ausschreibung konnte das Unternehmen Gunnarson & Søn og Elzelingen, das die Höhe der Baukosten auf 1.430.238 Kronen bezifferte, im Januar 1904 für sich entscheiden. Nach dreieinhalbjähriger Bauzeit eröffnete der dänische König Friedrich VIII. am 19. November 1907 den neuen Hafen. Zeitgleich wurden der Sitz des Hafenmeisters, „Fischspeicher“ (Fiskepakhusene) und ein vom dänischen Architekten Hack Kampmann (1856–1920) entworfenes Zollgebäude errichtet.[8]

Erweiterungen und Ausbau des Hafens[Bearbeiten]

Anfang der 1930er Jahre wechselten immer mehr Fischer zur lukrativeren Schleppnetzfischerei. Eine Hafenerweiterung schien unausweichlich, und so wurden 1937 im Osten ein neues Hafenbecken und 1938 eine Fischauktionshalle fertiggestellt. Eine 1943 beschlossene Erweiterung im Westen verzögerte sich wegen der deutschen Besetzung Dänemarks im Zweiten Weltkrieg und konnte erst 1952 in Angriff genommen werden. Nach Fertigstellung unter anderem eines neuen Hafenbeckens für Trawler galt Skagen Havn als modernster Fischereihafen des Landes.[8]

In den 1960er Jahren boomte die Fischerei und zum Hafen zählten mehr als 400 Fischkutter. Infolgedessen wurde von 1964 bis 1979 für 35 Mio. DKK das Gebiet im Osten um 120 ha Land und 14 ha Wasserfläche erweitert. Es folgten Vertiefungsmaßnahmen im Vesthavn 1985 und 1991 und im Østhavn 1993.[8]

Seit dem Verkauf des Hafens an die Skagen Kommune im Jahr 2001 wird Skagen Havn als kommunaler Selbstverwaltungshafen betrieben, der von einer siebenköpfigen Direktion geleitet wird. Nach einer Gebietsreform in Dänemark ging er 2007 in den Besitz der Frederikshavn Kommune über.

Der Østhavn wurde 2005, 2007 und zuletzt 2010 auf nunmehr neun Meter vertieft. 2006–2007 errichtete die Werft Karstensens Skibsværft zwischen Pier 3 und 4 ein Trockendock in den Ausmaßen 135 × 25 × 8 Meter[1], das für 7.500 Tonnen schwere Schiffe ausgelegt ist.[9] Im selben Zeitraum wurde durch Aufschüttung 110.000 m² Land hinzugewonnen, das anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Hafens 2007 offiziell eingeweiht wurde.[8]

Im Zuge der Errichtung eines Fischterminals von 2007 bis 2008 wurde die alte Auktionshalle renoviert und eine Kühlanlage mit gesicherter Kühlkette aufgestellt. Zur gleichen Zeit begannen im Äußeren Vorhafenbecken die Arbeiten zu einer RoRo-Rampe und einem 170 m langen Kai, der für 9 m tiefgehende Schiffe ausgelegt ist.[8]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Skagen Havn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Skagen Havn Offizielle Webpräsenz (dänisch, englisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Skagen Havn: Fakta & Beskrivelse, abgerufen am 11. Mai 2012 (dänisch)
  2. a b Danske Havne: Godsomsætning for de enkelte havne 2002-2010, abgerufen am 11. Mai 2012 (dänisch)
  3. Skagen Havn: Skagen Havn, abgerufen am 11. Mai 2012 (dänisch)
  4. Skagen Havn: Årsberetning 2011 (PDF; 637 kB), abgerufen am 11. Mai 2012 (dänisch)
  5. a b Kort & Matrikelstyrelsen: Skagen Havn. In Den danske Havnelods vom 11. April 2012, abgerufen am 11. Mai 2012 (dänisch)
  6. Silversea: Silver Cloud, abgerufen am 11. Mai 2012
  7. Skagen Havn: Besejlingsforhold, abgerufen am 11. Mai 2012 (dänisch)
  8. a b c d e f Skagen Havn: Havnens historie, abgerufen am 11. Mai 2012 (dänisch)
  9. Skagen Havn: Værfter og reparation, abgerufen am 11. Mai 2012 (dänisch)