Sketische Wüste

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Wadi Natrun in Hieroglyphen
M20 V28 U1 X1 N33A
O49

Sechet-hemat
Sḫ.t-ḥm3.t
Salzfeld
Kloster Dair Anbā Maqār
Kloster Dair Anba Bischoi

Die Sketische Wüste, auch als Skete oder Wüste Sketis bezeichnet, ist ein Wüstental (Wadi), das als Ausläufer der Sahara (Libysche Wüste) etwa 100 km südöstlich der ägyptischen Hafenstadt Alexandria und südwestlich des Nildeltas liegt, auf halber Strecke an der Autostraße nach Giza. Es ist auch als Wadi an-Natrun (arabisch ‏وادي النطرون‎, DMG Wādī an-Naṭrūn „Natrontal“) bekannt. Der Name Sketis wird im christlich-koptischen Verständnis als vom griechischenAskese“ abstammend gedeutet, leitet sich aber vom altägyptischen Sechet-hemat (Salzfeld) ab. Von der Bezeichnung leitet sich die weitere Bedeutung für den Begriff Skite ab, unter dem man unter anderem eine kleine Kapelle oder Kirche mit einigen separat umliegenden Einsiedler- oder Klausnerhäuschen versteht. Bereits bei den spätantiken Mönchsschriftstellern, die das Leben der Einsiedler beschrieben, wurde der Begriff Sketis auch als Sammelbegriff für die anderen Eremitensiedlungen im westlichen Nildelta verwendet.

Die Sketis ist neben der Nitria (Natronsee) und der Kellia (Zellenwüste), eines der Gebiete südwestlich des Nildeltas zwischen Alexandria und Giza, wo sich in der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts eine der Grundformen des christlichen Mönchtums entwickelte, nämlich die der Eremitengemeinschaft. Hierher zogen sich nach dem Vorbild des Heiligen Antonius Christen zurück, um der Welt in Askese zu entsagen. Unter ihnen befanden sich die Heiligen Arsenius, Makarios der Ägypter (der das geistige Zentrum dieser Einsiedlerkolonie darstellte), und Makarios von Alexandria, der der Gemeinschaft als Abt vorstand. Die Klöster waren immer wieder Überfällen der Berber und Beduinen ausgesetzt. Abbas Makarios führte das auf die Sünden der Mönche zurück; er sagte über die Verwüstung der Sketis zu den Brüdern: „Wenn ihr seht, daß nahe beim See ein Kellion gebaut wird, dann wisset, daß ihre Verödung nahe ist. Wenn ihr Bäume seht, dann steht sie vor der Tür, und wenn ihr Knaben seht, dann nehmt eure Mäntel und geht davon.“ (Apophthegmata 458)

Nach der islamischen Eroberung Ägyptens im 7. Jahrhundert wurden viele Klöster im Wadi Natrun aufgelöst. Im Jahr 705 wurde unter dem Emir Abd-al-Aziz den Mönchen die Ungläubigensteuer abgepresst. Der arabische Historiker al-Maqrīzī berichtet, dass viele Mönche gefoltert und getötet, die Kirchen zerstört und die Kreuze zerbrochen wurden.

Heute befinden sich in diesem von der Autobahn Alexandria-Kairo durchschnittenem Wüstental noch vier Klöster:

Das Wadi an-Natrun bekam seinen Namen als bereits in der Antike genutzter Abbauort von natürlich vorkommendem Natron, das unter anderem zur Mumifizierung und zur Glasherstellung genutzt wurde.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wadi an-Natrun – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. en:Monastery of Saint Macarius the Great
  2. vgl. en:Paromeos Monastery
  3. vgl. en:Syrian Monastery
  4. vgl. en:Monastery of Saint Pishoy

30.4319530.246878Koordinaten: 30° 25′ 55″ N, 30° 14′ 49″ O