Ski

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Sportgerät. Zu anderen Bedeutungen siehe Ski (Begriffsklärung)
Carving Ski, Sandwich-Bauweise

Ein Ski oder (vor allem in Bayern und Österreich) Schi ist ein brettförmiges Sportgerät, das vorwiegend paarweise zur Fortbewegung auf Schnee, mit einer Bindung an den Skistiefeln oder -schuhen befestigt wird. Jeder Ski hat eine Lauffläche und eine Schaufel. Die Form der Skis unterscheidet sich nach der damit ausgeübten Sportart oder speziellem Einsatzbereich. Neben den Skis für die Fortbewegung auf Schnee gibt es auch spezielle Wasserskis und Grasskis, herkömmliche Skis können auch auf Sand oder speziellen Matten verwendet werden.

Das Wort „Ski“ wurde im 19. Jahrhundert vom norwegischen ski „Scheit“ (gespaltenes Holz) oder „Schneeschuh“ entlehnt, das seinerseits von gleichbedeutenden altnordischen skíð abstammt und mit dem deutschen Wort „Scheit“ urverwandt ist. Als Pluralform sind laut Duden „Ski“, „Skier“ und „Skis“ zulässig. Die Aussprache ist vornehmlich wie „Schi“, kann aber lokal oder in Dialekten auch als „Schki“ (beispielsweise Walliserdeutsch) angetroffen werden. Die Schreibweise „Schi“, die vorwiegend in Österreich und teilweise Bayern gebräuchlich ist, hat ihre Wurzeln in der Nationalsozialistischen Bewegung, sie wurde durch einen NSDAP Erlass vom 3. Januar 1942 von Adolf Hitler persönlich „dringend empfohlen“.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

[Bearbeiten] Skifunde

Der berühmteste Skifund ist der mit einem Alter von 4500 Jahren datierte „Ski von Hoting“, er wurde in einem Moor bei Hoting in Schweden gefunden. Es handelt sich um ein 110 cm langes und 10 cm breites Brett. Eine 4000 Jahre alte in Stein gemeißelte Abbildung eines Skifahrers wurde auf der norwegischen Halbinsel Rødøy gefunden.[1]

Bislang galten Skifunde aus Kalvträsk im nördlichen Schweden mit einer Datierung von 3200 Jahren vor unserer Zeitrechnung als älteste Skis. Anfang des 21. Jahrhunderts kamen jedoch bei Ausgrabungen in Vis im Nordwesten Russlands durch die Russische Akademie der Wissenschaften einige Skifragmente zu Tage, die auf rund 8300 Jahre vor unserer Zeitrechnung datiert werden konnten. Diese Tatsache bedeutet, dass die nachweisbare Geschichte des Skis doppelt so alt ist als bisher angenommen.

Aufgrund dieser Funde sowie einiger mittelalterlicher Abbildungen wird die Erfindung des Skis oft dem Volk der Saami zugeschrieben. Diese Meinung ist jedoch nicht unumstritten, da Skis in vielen schneereichen Gegenden auf der ganzen Erde als frühes Fortbewegungsmittel Verwendung fanden.

[Bearbeiten] Skis als Fortbewegungsmittel

Darstellung skifahrender Sámi mit typischen Lappland Skis von 1767
Skandinavische Ski Soldaten

Die Völker Skandinaviens benutzen Skis, die der heutigen Form am nächsten kommen. Viele Siedlungen lagen abgeschieden, in hügeligem, zum Teil steilem Terrain. Da sich viele Menschen Pferde und Schlitten nicht leisten konnten, waren Skis als günstiges Fortbewegungs- und Transportmittel sehr beliebt. Auch Frauen benutzten Skis; in vielen Sippen verwendeten sie besondere „Mädchen Skis“, die etwas kürzer, schmäler und leichter (oft aus Birkenholz) waren.

In den verschiedenen Regionen Skandinaviens entwickelten sich die Skis unterschiedlich. Einige waren kürzer und leichter, andere breiter und länger. Alle waren kunstvoll verziert und konnten am Muster der Sippe zugeordnet werden. In einigen Regionen benutzte man eine Zeit lang unterschiedlich lange Skis, einen Langski – Gleitski, oft bis zu 3 m lang, und einen kurzen, Fellüberzogenen „Schwungski“ zum Abstoßen - „Andor“, die Bewegungsform mit diesen Skiern erinnert an Tretroller fahren. Es gab viele verschiedene Skiformen, von völlig abgeflachten Oberseiten bis zu runden oder spitzen Rücken (Kehlung), auch die Laufflächen waren unterschiedlich gearbeitet: plan oder mit Längsrille; diese hatte wiederum eine runde oder kantige Form. Einige Skiläufer unterschieden auch zwischen linkem und rechtem Ski. Auch auf Holzart und Weise, wie Skis aus dem Stamm geschnitten wurden, legte man bereits Wert. Esche, Birke und Kiefer waren beliebte Hölzer für die Herstellung von Skis. Eine Skiform, die zum Teil noch im 20. Jahrhundert in Lappland verwendet wurde, besteht aus einem vorne und hinten hoch gebogenen Ski, mit einer offenen Lederschlaufe als Bindung. Dieser Ski wurde traditionell mit einem einzelnen Skistock gefahren.

Auch am amerikanischen Kontinent wurden Skis schon früh verwendet. Der Goldrausch lockte europäische Siedler an, die mit hohen Bergen und extremen Wetterbedingungen konfrontiert waren. Die Skandinavier, 80% davon Norweger, hatten ihre Skis mitgebracht, die am amerikanischen Kontinent „Snow-Shoes“ genannt wurden. John Tostensen, der sich John „Snow-Shoe“ Thompson nannte, war ein aus Norwegen eingewanderter Postbote, der sich als Skihersteller einen Namen machte. Seine Geschwindigkeitsrekorde bei der Postzustellung waren maßgeblich an der Verbreitung von Skis in Nordamerika beteiligt. Rasch wurden Skis von Kalifornien bis zum Klondyke beliebt. Aufzeichnungen von ersten Skirennen der Goldgräber um 1860 berichten von überdimensionalen Skis, die bis zu vier Meter lang waren.

[Bearbeiten] Skis als Heeresausrüstung

Im achten Jahrhundert unternahm der dänische Wikingerfürst Ragnar Lodbrok einen Feldzug nach Nordnorwegen. Sein Heer unterlag einem kleinen Haufen norwegischer Bauern, die sich mit Skis ausgerüstet viel besser im Schnee bewegen konnten, als die schwer bewaffneten Wikinger. Aus der Zeit König Sverres, um das Jahr1200, tauchen erstmals Erwähnungen von Skisoldaten auf, die in verschiedenen nordischen Kriegen und auch im Zusammenhang mit Aktionen während des 30jährigen Krieges eine Rolle spielen. In verschiedenen Ländern wie, Finnland, Schweden, Norwegen, Frankreich, Italien, Schweiz und Österreich begann man bereits vor dem ersten Weltkrieg mit einer systematischen Skiausbildung im Heer. Der Franzose Henri Duhamel gilt für die Alpenländer als Vorreiter, er besorgte sich bei der Weltausstellung 1879, in Paris am schwedischen Stand ein Paar Ski und gab seine Empfehlung ab Skis als Ausrüstung für Soldaten der französischen Truppen zu verwenden.

[Bearbeiten] Skis als Sportgerät

In Telemarken wurden im 18. Jhdt. Skis zum „Spaßgebrauch“ und für Rennen entwickelt. Diese Telemarkskis erreichten eine für ihren Einsatzbereich vollkommene Form. Das Kviteseid-Skimodell - Hersteller Knut Haugen - bildet noch heute das Grundmuster für moderne Carving-Skis. Auch Sondre Norheim aus Morgedal war ein leidenschaftlicher Skiläufer und experimentierte viel. Mit seinen Erfindungen und Verbesserungen der Ausrüstung leitete er sozusagen die „Telemark-Epoche“ ein. Sein unentwegtes Experimentieren an Schwüngen und Sprüngen führte ihn zur Erfindung der ersten Seilzugbindung - seine geniale Idee: Skis und Stiefel mit Hilfe einer Weidenrute fest zu verbinden. Dadurch wurde das Kurvenfahren sehr erleichtert und Ski-Springen überhaupt erst möglich. Sondre Nordheims Entwicklungen sind als Grundlage für den modernen Skisport zu sehen.

Fridtjof Nansen durchquerte 1888 Grönland von Osten nach Westen auf Skis, nachdem Frankreich und England bereits in mehreren erfolglosen Versuchen an Schnee und Kälte scheiterten. Diese Expedition machte Nansen zu einem Nationalhelden. Das Buch, das er über seine Erlebnisse veröffentlichte zog eine Masse von neuen Skifahrern mit sich, die in die Fußstapfen der Ski-Pioniere treten wollten. Das Skierlebnis Nansens fand Nacheiferer bei Tausenden von Studenten, und junge norwegischen Auswanderer verbreiteten den Skilauf in ganz Europa.

Auch Mathias Zdarsky, Maler und Bildhauer aus dem österreichischen Lilienfeld, erstand ein Paar Ski aus Norwegen. Wie Duhamel in Frankreich kämpfte er nicht nur gegen die Bindung, sondern mit der Sperrigkeit, besonders auf steilen Abfahrten. Er erkannte, dass die nordischen Skis für alpines Terrain viel zu lang waren. Mit einer Säge kürzte er die Skis auf 1,80m und erhielt so drehfreudige Skis mit einem kleineren Radius. Maßgeblich zum Fortschritt trug auch seine Entwicklung der „Lilienfelder Bindung“ bei. Eine eiserne Fersenhalterung verhinderte das seitliche Abgleiten des Fußes und sicherte die Stabilität. Zdarsky erklärte seinen Ski zum „Alpinski“.

Die Skiwelle entwickelte sich am Anfang des 20. Jhdts. in Europa so stark, dass daraus ein Markt entstand. Da die aus Skandinavien importierten Skis zu teuer und sperrig waren, wurden Wagner und Tischler im Alpenraum zu Skiherstellern. Der endgültigen Teilung von nordischen und alpinen Disziplinen und Skiformen wurde durch die Arlbergtechnik begründet. Hannes Schneider perfektionierte die Abfahrtstechnik der damaligen Zeit. Er entwickelte die skandinavischen Methode mit alpinen Erfahrungen aus mehr als einem halben Jahrhundert weiter. Die Arlbergtechnik ist als Beginn der Ära des Skitourismus und der professionellen Skiherstellung zu sehen.

[Bearbeiten] Chronik der bedeutendsten Skientwicklungen

Erika Mahringer unterwegs zur Bestzeit im Kombinationsslalom mit dem ersten Kunsstoff-Skibelag Cellulix, Olympische Winterspiele 1948
  • Mitte 18. Jahrhundert: Entwicklung der Telemarkschweifung (Ski-Taillierung), Norwegen
  • Mitte 19. Jahrhundert: Erfindung der Seilzugbindung, Sondre Norheim, Norwegen
  • Etwa 1850: Erste Skis mit Vorspannung, Norwegen
  • Um 1890: Entwicklung der Lilienfelder Stahlsohlenbindung und des „Alpinskis“ – Mathias Zdarsky, Österreich
  • 1893: Entwicklung des ersten Skis in Verbundbauweise (zweilagiges Holzlaminat) – H.M. Christiansen, Norwegen
  • 1928 – 1929: Entwicklung und Patentierung von Stahlkanten für Skis – Rudolf Lettner, Österreich
  • 1932: Entwicklung von haltbaren dreilagigen Skilaminaten mit wasserfestem Leim – Björn Ullevoldsaeter, Label Splitkein, Norwegen und unabhängig George Aaland, Seattle, USA, Label Anderson & Thompson
  • 1944: Cellulix, erster Kunststoffbelag, Dynamic Skis, Frankreich
  • 1945: Patent und Bau von Prototypen von ersten laminierten Skis aus Aluminium mit Holzkern, Wayne Pierce, David Richey, Arthur Hunt, Chance-Vought Aircraft, USA
  • 1946: Erster laminierter Sandwich-Ski mit Holzkern und Kunsstoff-Laminaten, Gomme Ltd, Großbritannien
  • 1948: Erstmaliger Einsatz und Durchbruch von Kunststoffbelägen bei Olympischen Spielen, Dynamic Skis, Frankreich
  • 1947: Erster Prototyp von Honeycomb mit Aluminium in Verbundbauweise, Howard Head, USA
  • 1949: Der „Metall-Ski“ bedeutet eine Revolution im Skibau, Head, USA
  • 1955: P-Tex, erster Skibelag auf Polyethylen-Basis setzt sich sofort gegenüber anderen Kunststoffbelägen durch, KOFIX – Karl Kofler, Österreich
  • 1959: Erste erfolgreiche Umsetzung von Fiberglas-Laminaten, Fred Langendorf und Art Molnar, Label „Toni Sailer“, Canada
  • 1966: Erstes Patent für extrem taillierte Ski „Carving-Ski“ unter dem Namen „Kaninke“, Zvonje Debeljak, Slowenien
  • Um 1968: Verbundbauweisen aus verschiedenen Materialien (Kunststoff, Aluminium, Holz) setzten sich rasch durch, diese Werkstoffe sind auch heute noch Basismaterialien im Skibau.
  • Ab 1970: Alle großen Skifirmen stellen auf Massenproduktion um.
  • Ab 1978/79: Einbindung von Schäumtechniken zur kostengünstigen Massenproduktion und Beginn der Produktionsauslagerung in Billiglohnländer
  • 1991: Erste Carvingski tauchen am Markt auf.
  • 1996: Alle Firmen präsentieren Carvingski.
  • 1997: Der Carvingski wird zum Standardski.

[Bearbeiten] Skitypen

[Bearbeiten] Alpinski

Auswahl aktueller Alpin-Skimodelle diverser Hersteller der Saison 2009/10, World Skitest 2009, Kategorie Innovationen

Alpinskis sind speziell für das Abfahren konstruiert. Sie sind mit Stahlkanten versehen, die guten Halt im Schnee und auf Eis gewährleisten. Die Geometrie und der Aufbau von Alpinskis variiert je nach Einsatzbereich.

Moderne Alpinskis werden fast ausschließlich als sogenannte Carving-Skis hergestellt. Daneben gibt es auch Spezialskis für bestimmte Anwendungsbereiche im alpinen Skisport:

  • Speedskis sind spezielle Rennskis für den Abfahrtslauf, den Super-G und das Geschwindigkeitsskifahren. Sie sind besonders lang und haben einen großen Konstruktions-Radius. Die von der FIS festgelegte Mindestlänge für den Abfahrts-Weltcup der Männer liegt bei 215 cm, der vorgeschriebene Mindestradius beträgt 45 m. Speedskis für Geschwindigkeitsrennen sind breiter als Skis für die alpinen Disziplinen, zwischen 2,25 und 2,40m lang und nahezu parellelkantig, um die Gefahr des Verschneidens bei sehr hohen Geschwindigkeiten zu reduzieren und eine gleichmässige Druckverteilung zu erleichtern. Speedskis sind nicht wie landläufig angenommen steif und hart, sondern werden je nach Pistenbedingungen so weich wie möglich gewählt, um optimale Gleiteigenschaften zu erzielen.
  • Mit Twintips, Skis mit sowohl vorn als auch hinten aufgebogenen Enden, kann selbst im Tiefschnee rückwärts (auch fakie genannt) gefahren, gesprungen und gelandet werden.
  • Powderskis (auch Fatboys) sind besonders breite Skis für das Fahren im Tiefschnee (meist haben diese auch einen großen Konstruktions-Radius).
  • Buckelpisten-Skis sollen vor allem "spritzig" sein, daher werden Ski-Eigenschaften bevorzugt, die schnell gedrehte Richtungsänderungen und Belastungswechsel ermöglichen. Manche Ski-Firmen bieten spezielle Modelle, "Mogul Skis" an, es eignen sich aber auch alle anderen Skis, die eine "spritzige" Fahrweise unterstützen und nicht zum Verschneiden auf den Kanten neigen. Wesentliche Merkmale dafür sind Länge, Konstruktions-Radius und gute Rebound-Eigenschaften. Buckelpisten-Rennskis haben einen durchschnittlichen Konstruktions-Radius zwischen 20 und 30 m, die Breite der Skimitte liegt im Schnitt bei etwa 63 - 68 mm. Als bevorzugte Skilänge gilt im Allgemeinen die Körpergröße. Die Wahl der Härte bzw. Flexeigenschaften fällt bei den einzelnen Athleten sehr individuell aus, zwischen extrem hart und relativ weich. Für Freizeit-Skifahrer, die gelegentlich gerne Buckelpisten fahren, eignen sich am besten hochwertige Allround-Skis in Körperlänge, mit Konstruktions-Radien zwischen 20 und 25 m. Die mittlere Skibreite für den Freizeit-Gebrauch auf Publikums-Buckelpisten kann etwas breiter als bei Buckelpsiten-Rennskis sein.
  • Zum Telemarken wurden früher spezielle Telemarkskis, sogenannte Fjellskis, benutzt. Heute werden taillierte Pistenskis, Tourenskis oder Freeride-Skis verwendet. Die angebotenen speziellen Telemarkskis sind größtenteils Pendants zu den oben genannten Modellen.

[Bearbeiten] Misch- und Sonderformen

  • Tourenskis können sowohl zum aufsteigen und als auch zum abfahren verwendet werden. Für den Austieg werden Steigfelle an der Unterseite angebracht. Man unterscheidet Klebefelle, die auf den Belag geklebt werden, Spannfelle, die mittels Spannvorrichtung an Skispitzen und -enden angebracht werden und kombinierte Klebe-/Spannfelle. Reine Spannfelle werden fast nicht mehr verwendet. Ein wesentlicher Bestandteil von Tourenskis sind Tourenbindungen, die so konstruiert sind, dass für den Aufstieg der Skischuh nur an der Schuhspitze fixiert ist und für die Abfahrt auch die Ferse fixiert werden kann.
  • Monoskis sind besonders breite Skis, auf denen zwei Skibindungen parallel in Fahrtrichtung montiert sind. Dieses Funsportgerät lag in den 1980er Jahren im Trend, ist aber heute nur noch äußerst selten auf den Pisten zu sehen.
  • Der Skwal ist eine etwas schmälere Mischform aus Monoski und Snowboard aber einiges breiter als ein normaler Ski. Der große Unterschied zum Snowboard und Monoski zeigt sich in der Position des Benutzers, denn dieser steht auf dem Skwal mit den Füssen hintereinander in Fahrtrichtung, wie beim Slalomski am Wasser. Der Skwal wurde 1992 von Thias Balmain, Frankreich, entwickelt.
  • Skiboards, beispielsweise „Big Foot“ von Kneissl, „Snowblade“ von Salomon, ermöglichen eine relativ einfach erlernbare Bewegungsform und bieten gerade Anfängern einen leichten Einstieg ins Skifahren. Der Nachteil zum langen und für den Anfänger oft schwieriger manövrierbaren Standardski ist die geringe Stabilität von Skiboards.
  • Firngleiter, im Alpenraum häufig als Figl bezeichnet, sind ebenfalls sehr kurz und oft etwas breiter als Skiboards. Sie werden insbesondere für das Befahren schmaler Firnrinnen benutzt.
  • Fassdauben (auch Daubenskis genannt) sind die frühen Vorreiter von Skis in vielen Gegenden. Sie sind als Sportgerät schon lange verschwunden und werden nur mehr zu Demozwecken und bei sogenannten Fassdauben-Rennen zur Publikumsunterhaltung eingesetzt.

[Bearbeiten] Nordische Ski

Verschiedene Skating Skis, Langlauf

Im nordischen Skisport werden zwei grundlegend unterschiedliche Skitypen eingesetzt. Beiden gemein ist, dass sie eine Bindung haben, bei der nur die Schuhspitze fixiert wird, die Ferse aber frei bleibt.

  • Langlaufskis sind schmale, lange Skis, die vorwiegend zum Laufen verwendet werden. Abfahrten und insbesondere das Fahren von Kurven sind nur eingeschränkt möglich. Die Länge des Skis hängt in erster Linie von dem Körpergewicht und der gewählten Lauftechnik ab (nur teilweise von der Körperlänge). Unterschieden werden:
    • Klassische Rennskis sind besonders schmal (4 bis 5 cm), haben keine Stahlkanten und sollten nur auf gespurten Loipen verwendet werden. Sie sind in der Mitte leicht nach oben gebogen. Die Skispannung muss so gewählt werden, dass der mittlere Bereich (Steigzone) nicht ständig den Schnee berührt. Die Steigzone wird mit Haftwachs behandelt oder weist Steighilfen (z. B. in Form von Schuppen) auf. Die Gleitzonen vor und hinter der Steigzone werden mit Gleitwachs behandelt.
    • Skatingskis sind im Gegensatz zu den klassischen Skis etwas kürzer und haben eine flachere Schaufel und einen anderen Spannungsverlauf. Es gibt keine Steigzone.
    • Cruising-Skis sind etwas breiter (5 bis 7 cm) und kürzer.
    • Touringskis sind über 7 cm breit, manchmal auch mit einer Stahlkante versehen, geeignet für Wanderungen und Fahrten im freien Gelände.
  • Sprungskis sind besonders breite Skis (bis zu 20 cm), die in Längen um 2,50 m verwendet werden. Sie sind nur für die Benutzung von Skisprungschanzen geeignet.

[Bearbeiten] Bauweisen

Sandwichbauweise Querschnitt

Seit den 1960er-Jahren haben sich im Zuge der Industrialisierung aus einfachen Methoden des Skibaus zunehmend Verfahren entwickelt, die einer Massenfertigung zweckdienlich sind. Diese Produktionsverfahren sind sehr werkzeuglastig und bringen Produkte hervor, die meistens qualitativ nicht an Erzeugnisse in Handarbeit heranreichen. Der Großteil der am Markt befindlichen Skis im niedrigen Preissegment wird in sogenannten Schäumverfahren hergestellt. Innovationen auf diesem Sektor vollziehen sich sehr langsam, da eine Umrüstung von Maschinen und Werkzeugen sehr kostenintensiv ist. Allerdings gibt es auch einige hochwertige Schaum- oder Verbundkonstruktionen mit sehr geringem Gewicht, die speziell im Touren-Rennskibereich Verwendung finden.

  • Injektionsverfahren

Bei dieser Konstruktion wird zwischen Unter- und Obergurt Polyurethan-Schaum (PU-Schaum) eingespritzt, der dann aushärtet.

  • Verbundbauweise

Mit der sogenannten Verbundbauweise, bei der Holzstreifen in den Schaumkern eingelegt werden, erzielt man eine höhere Steifigkeit und eine bessere Schwingungsdämpfung.

  • RIM-Bauweise (Reactive Injection Molding)

Ein Holzkern wird mit hochverdichtetem PU-Schaum verklebt. So wird der Ober- und Untergurt durch den Schaum mit dem Holzkern verbunden.

  • Schalenbauweise (Cap)

Bei dieser Bauweise besteht der Obergurt und die Seitenwangen aus einem Stück. In diese Schale werden der Kern (Holz, Schaum oder kombiniert), die Kanten, der Untergurt und die Lauffläche eingelegt und verklebt. Man unterscheidet hier die echte Cap-Bauweise, bei der die Schale eine tragende Schicht darstellt, und eine kosmetische Schalenbauweise, bei der eine Schale einfach nur das „Innenleben“ des Skis verdeckt.

  • Sandwichbauweise (mit Seitenwangen) – Sidewall Laminated Skis

Diese Skis bestehen aus mehreren Schichten. Der Aufbau in Handarbeit erfolgt in einer der Skigeometrie entsprechenden Form (Mould). Man beginnt mit dem Aufbau von unten mit dem Belag, den Kanten und einer Auflage für die Kanten. Anschließend wird ein Fasergelege aus Polyester, Karbon oder anderen Materialien (Untergurt) und nach Bedarf auch oft eine Aluminiumlegierung (Titanal) eingelegt. Danach folgt ein Holzkern, je nach Konstruktion auch ein Kernabschluss seitlich, Seitenwangen und oberhalb des Holzkerns wieder Fasergelege (Obergurt) und nach Bedarf Versteifungsmaterialien. Den Abschluss bildet eine Deckfolie und die Skioberfläche. Das Ganze wird in der Form fixiert und mit Epoxidharzen unter Hitze und Druck in einer Presse verklebt.

Skis, die hochwertigsten Ansprüchen gerecht werden sollen, werden in dieser Bauweise hergestellt, da sie die präziseste Verarbeitung gewährleistet und die Skis einfacher modifiziert bzw. individualisiert werden können (Profil des Kernes, Ummantelung des Kernes, Schichten und ähnliches).

  • Torsionskasten-Prinzip und Wickeltechnik

Das Torsionskasten-Prinzip ist eine sehr aufwändige Bauweise. Um den Kern wird ein Fieberglasschlauch laminiert (Torsionskasten). So befindet sich das Glasfasermaterial auch im senkrechten Bereich und macht den Ski verwindungsärmer und daher auch sehr eisgriffig. Da dieses Verfahren sehr arbeitsintensiv ist und sich nicht immer positiv auswirkt, verliert es gegenüber der Sandwichbauweise mit Seitenwangen an Bedeutung und wird zur Zeit nur bei manchen Rennskis verwendet.

Anmerkungen

  • Auch die echte Cap-Konstruktion erfolgt streng genommen in Sandwichbauweise, denn diese Bauweise bedeutet, dass zwischen den tragenden Gewebelagen ein Stützstoff vorhanden ist (Holz, Pu-Schaum etc.).
  • Das Gegenstück einer Cap-Konstruktion ist eine Ausführung mit Seitenwangen, bei der die Decklage nicht bis zur Kante heruntergezogen wird und stattdessen extra Seitenwangen eingelegt werden. Der englische Ausdruck Sidewall Laminated ist daher viel treffender.
  • Es gibt nicht nur die reinen Konstruktionstypen, sondern auch Mischkonstruktionen, wie Kombination von Sandwich mit klassischen Seitenwangen (in der Mitte und hinten) und Cap (vorne), wodurch man auf weichere, biegsamere und tolerantere Schaufel (Schwungansatz) und auf Stabilität und Griffigkeit im Schwungverlauf zielt.
  • Auch eine Kombination einer niedrigen Seitenwange mit einer Capabdeckung wird angewendet, dabei kann die Seitenwange verschiedenartig modifiziert werden.
  • Die Beta-Konstruktion mit in den Ski eingearbeiteten Röhren (Tubes) ist eine kommerzielle Bezeichnung von Atomic: Power Channels (ebenfalls eine Marke von Atomic) sind Bestandteil davon, bei Dynamic heißen diese Röhren Air Channels. Fibre Tube war die Bezeichnung bei Kästle-Skis Ende der 1990er-Jahre (noch vor der Übernahme durch Benetton) mit zwei bzw. drei Röhren. Das Prinzip ist keinesfalls neu, so hatten auch LL-Ski von Germina dieses Konstruktionsprinzip schon vor vielen Jahren in Verwendung.

[Bearbeiten] Literatur

  • Willy Goepferich: Wie baue ich mir selbst – Schneeschuhe (Skier) und Bobsleighschlitten (ca. 1920, Neuauflage 2006). Survival Press, Radolfzell, ISBN 3-937933-13-1
  • Heinz Polednik: Weltwunder Skisport. Wels 1969
  • Fritz Heinrich: Die wichtigsten Leistungen, Ereignisse und Neuerungen im Schilauf 1935/36. In: Hanns Barth (Hrsg.) Bergsteiger und Schiläufer. Leipzig 1937
  • Bruno von Tetmajer: Meine Erinnerungen an Mathias Zdarsky seine Lehren und Wirkungen. In: Zdarsky-Blätter, Folge12. Lilienfeld 1967
  • Walter Bauer: Fridtjof Nansen - Humanität als Abenteuer. Fischer-Taschenbuch. 1981
  • Fridtjof Nansen: Auf Schneeschuhen durch Grönland. Hamburg 1892
  • Mathias Zdarsky: Einiges zur Geschichte des alpinen Skifahrens. In: Der Schnee. Wien 1928
  • Ekkehart Ulmrich. In: 100 Jahre Skitechnik - 40 Jahre Interskikongresse. Schriftenreihe des Deutschen Skiverbandes, Heft 21 1992 S. 78
  • Friedl Wolfgang. Mathias Zdarsky - Der Mann und sein Werk. Beitrag zur Geschichte des alpinen Schifahrens von den Anfängen bis zur Jetztzeit. Lilienfeld 1987
  • Archiv Internationaler Skiverband FIS [www.history.fis-ski.com]
  • Privatarchiv Nicola Werdenigg [www.kunstpiste.com]

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Spektrum 2/2005, S. 47

[Bearbeiten] Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Ski – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik
Commons Commons: Ski – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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