Skiliftkarussell Winterberg

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Blick aus Sessellift Quick-Jet am Poppenberg zum Herrloh mit St.-Georg-Schanze, Sessellift und Pisten im Skiliftkarussell Winterberg (Winter)
Luftbild: Herrloh mit Schanze (Sommer)

Das Skiliftkarussell Winterberg bei Winterberg im nordrhein-westfälischen Hochsauerlandkreis ist ein Wintersportgebiet im Rothaargebirge. Es hat sich mit benachbarten Skigebieten, unter anderem jenem bei Altastenberg, dem Postwiesen-Skigebiet bei Neuastenberg und dem Skigebiet Willingen zum Ticketverbund Wintersport-Arena Sauerland zusammengeschlossen.

Der Begriff „Karussell“ verweist auf ein zusammenhängendes Areal aus Skipisten und -liften, das vergleichbar mit einer Skischaukel, mehrere Täler und Berge miteinander verbindet.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Das Skiliftkarussell liegt im Naturpark Rothaargebirge westlich bis südwestlich von Winterberg auf etwa 590 bis 810 m Höhe. In dem besonders von der Büre durchflossenen Gebiet liegen – sortiert nach Höhe in Meter (m) über Normalhöhennull (NHN)[1][2] – diese Berge:

  • Poppenberg (745,8 m)
  • Herrloh (732,9 m) sowie
  • Sürenberg (Bremberg-Nordostausläufer)

Das Skiliftkarussell weist eine West-Ost-Ausdehnung von rund 2,5 Kilometern (km) und eine Nord-Süd-Ausdehnung von etwa 2 km auf. Den niedrigsten Punkt bildet die Talstation der Sesselbahn Kappe mit 590 m[3], die höchste Stelle die Bergstation eines Liftes auf dem Bremberg (ca. 810 m), da der Kahle Asten nicht bis zum Gipfel mit Liften erschlossen ist.

Liftanlagen und Abfahrten[Bearbeiten]

Zur Wintersaison 2013/14 verfügt das Skigebiet laut Betreiberangaben über insgesamt 25 Aufstiegsanlagen, davon 23 Anlagen für den Skibetrieb und 2 Rodellifte.[4] Die Beförderungsleistung aller Anlagen summiert sich auf rund 37.000 Personen pro Stunde und wird vor allem durch kapazitätsstarke Sesselbahnen generiert.[5] Zu den die oben genannten sechs Berge erschließenden Liftanlagen für den Skibetrieb zählen:

  • eine 8er-Sesselbahn
  • fünf 6er-Sesselbahnen
  • vier 4er-Sesselbahnen
  • eine 2er-Sesselbahn
  • 10 Schlepplifte, darunter 3 Seil- bzw. Übungslifte
  • 2 Förderbänder

Im Skiliftkarussell wurde 2012 die erste 8er-Sesselbahn Deutschlands in Dienst gestellt, die als Besonderheit eine unterirdisch errichtete Talstation aufweist.[6] Die neueste Anlage ist eine kuppelbare 6er-Sesselbahn an der Kappe, die zum Winter 2013/14 ihren Betrieb aufnehmen wird.[7] In den Jahren 2010 bis 2013 wurden 5 Sesselbahnen, 1 Schlepplift und 1 Förderband neu errichtet und eine Sesselbahn modernisiert. Das Skiliftkarussell weist somit den modernsten Bestand und die höchste Anzahl an Sesselbahnen aller deutschen Skigebiete auf.[5]

Das Skigebiet hat nach Betreiberangaben 32 Abfahrten mit einer Gesamtlänge von 20,5 km. Nach dem Schwierigkeitsgrad werden 10 km als leicht (blau), 9 km als mittelschwer (rot) und 1,5 km als schwer (schwarz) eingestuft.[8] Mit 150 Schneeerzeugern können 28 Abfahrten auf 19 km Länge maschinell beschneit werden.[9] Zu den längsten Abfahrten zählen die Verbindung vom Bremberggipfel zur Büre (ca. 1,6 km)[10] sowie die Waldschneise an der Kappe (1,2 km)[11], den größten Höhenunterschied überwinden die Abfahrten an der Kappe – Slalomhang, Waldschneise und Panoramaabfahrt – mit rund 180 m.

Weitere Wintersportanlagen[Bearbeiten]

Im Skiliftkarussell befinden sich weitere Wintersportanlagen, darunter die St.-Georg-Schanze auf dem Südwesthang des Herrlohs und vier weitere kleine Skisprungschanzen auf dessen Nordwesthang, die Bobbahn Winterberg auf der Nordostflanke der Kappe und ein Langlaufstadion am Bremberg. Die St.-Georg-Schanze, und die Bobbahn Winterberg werden für Wettkämpfe genutzt. Auf der Schanze wurden bereits Deutsche Meisterschaften und der Sommer-Grand-Prix der Nordischen Kombination ausgetragen. Auf der Bobbahn finden in den Wintermonaten Wettkämpfe im Bob-, Rodel- und Skeletonsport statt; dort wurde mehrmals die Wok-WM als Fernsehsendung von ProSieben veranstaltet.

Sommernutzung[Bearbeiten]

Im Sommer wird im Skiliftkarussell insbesondere das Areal an der Kappe touristisch genutzt, unter anderem durch einen Radsportpark, eine Sommerrodelbahn und eine Wanderbrücke mit Aussichtsplattformen. Für Mountainbiker laufen hier eine Sesselbahn und ein Schlepplift im Sommerbetrieb. Die Liftbetreiber am Poppenberg haben in den Sommermonaten den ersten deutschen Mountainboardpark eingerichtet. Ein Schlepplift und eine Sesselbahn befördern die Sportler zu fünf verschiedenen Strecken mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad, darunter ein Mountainboarder-Crossparcours und eine grüne Piste.[12]

Verkehr und Wandern[Bearbeiten]

Zum Skiliftkarussell besteht eine direkte Anbindung von den Bundesstraßen 236 und 480, die hier zwischen Winterberg und Neuastenberg einen gemeinsamen Abschnitt westlich von Winterberg bilden und durch den Herrlohtunnel führen. Während der Tunnel die Auslaufbereiche der von drei Schleppliften bedienten Skipisten am Herrloh unterführt, überquert nahe dem Bremberg eine Skibrücke und eine Sesselbahn den gemeinsamen Bundesstraßenabschnitt. Von diesem Abschnitt zweigen die Landesstraße 640 nach Altastenberg und weitere Stichstraßen ab. Mehrere Parkplätze, die auch Wanderern als Start- und Zielpunkt in die Region dienen, sind vorhanden. Durch das Gebiet führen unter anderem der Rothaarsteig und der Europäische Fernwanderweg E1.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  2. Topographisches Informationsmanagement, Bezirksregierung Köln, Abteilung GEObasis NRW (Hinweise)
  3. Liftdatenbank, auf lift-world.info / seilbahntechnik.net
  4. Lift- und Pisteninfo, auf skiliftkarussell.de
  5. a b Lifte/Bahnen Winterberg/Skiliftkarussell, auf skiresort.de
  6. Artikel Leitner baut in Winterberg die erste 8er-Sesselbahn Deutschlands, auf skiwelt.de
  7. Aktuell, auf skiliftkarussell.de
  8. Abfahrten, auf skiliftkarussell.de
  9. Beschneiung, auf skiliftkarussell.de
  10. Pisten Winterberg/Skiliftkarussell, auf skiresort.de
  11. FAQ's – häufige Fragen, auf skiliftkarussell.de
  12. Pistenspaß ganz ohne Schnee. In: Kölner Stadt-Anzeiger/Rhein-Sieg-Anzeiger (Köln, Nr. 170, 23. Juli 2008), auf ksta.de

Weblinks[Bearbeiten]