Skrewdriver

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Skrewdriver
Allgemeine Informationen
Genre(s) anfänglich Punk, dann RAC
Gründung 1977, sowie Neugründung mit anderer Besetzung 1982
Auflösung 1979, sowie erneut 1993
Gründungsmitglieder
Gesang
Ian Stuart Donaldson
Gitarre
Phil Walmsley
Gitarre
Ron Hartley
Bass
Kev McKay
Schlagzeug
John Grinton

Skrewdriver war eine englische Musikgruppe aus Blackpool, Großbritannien. Sie wurde 1976 als Punk-Band gegründet und entwickelte sich später zu einer international bekannten neonazistischen Band.

Geschichte[Bearbeiten]

Anfänge[Bearbeiten]

Die Band gründete sich 1977 als Punk-Band mit Offbeat-Elementen und spielte im Quartett Punk ohne jegliche rassistische Tendenz. Noch im Gründungsjahr erschienen mehrere Singles und die LP All Skrewed Up bei dem renommierten Label Chiswick. 1979 löste sich die Band in der ursprünglichen Formation auf.

Der Sänger und Gitarrist, Ian Stuart Donaldson (der sich meist nur Ian Stuart nannte und aus der Gegend um Blackpool kam), engagierte sich danach in verschiedenen rechtsextremen politischen Projekten, z.B. in der National Front und 1981 bei Rock Against Communism. 1982 meldete er sich mit anderen Musikern erneut unter dem Bandnamen Skrewdriver mit der nationalistischen Single Back with a Bang zurück. Bald schlugen sich klare rassistische Aussagen in den Liedtexten nieder, beispielsweise in der zweiten Single White Power (1983). War die Band anfangs noch nationalistisch im Rahmen des National-Front-Programms, bekannte sie sich zunehmend zum Nationalsozialismus und verherrlichte das nationalsozialistische Deutschland. Die Band stellt quasi den Archetypus einer neonazistischen Musikgruppe dar.

Skrewdriver wurden und werden oft mit der Oi!-Punk Szene in Verbindung gesetzt, deren Nähe sie zeitweise suchten, waren aber in dieser Bewegung immer umstritten, so führte Skrewdriver-Sänger Ian Stuart zeitweise eine persönliche Fehde mit der Band The Redskins, deren Konzerte Teile der Skrewdriver-Crew überfielen, Gary Bushell von den Gonads, dem er vorwarf, Kommunist zu sein, und mit Mensi von den Angelic Upstarts, die mitunter in körperliche Auseinandersetzungen ausarteten. Beide Gruppen sagten sich unabhängig voneinander von Oi! los, Skrewdriver, da Stuart der Meinung war, Oi! sei eine linke Bewegung geworden, die Angelic Upstarts, da Mensi der Meinung war, dass Oi! in Großbritannien mittlerweile für eine rassistische Gesinnung stünde.

Ab 1985[Bearbeiten]

1985 erfolgte der Bruch mit der National Front und Ian Stuart war maßgeblich an der Gründung des Blood-and-Honour-Netzwerks beteiligt, einer Organisationsstruktur für neonazistische und rechtsextreme Bands. Blood and Honour war auch der Titel eines Albums der Band von 1985. Der musikalische Vorgänger hieß Hail the New Dawn und trug ein martialisches Wikingercover. Auf Konzerten wurde inzwischen für die britische Rechtsaußen-Partei British National Party geworben und die Band war bei dem deutschen Rechtsrock-Label Rock-O-Rama unter Vertrag, bei dem bis zum Tode Stuarts mehrere Alben von Skrewdriver, Soloveröffentlichungen Stuarts und Alben seiner Nebenprojekte Klansmen und White Diamond erschienen.

Kriminalität[Bearbeiten]

Im Umfeld der Gruppe kam es immer wieder zu rassistisch oder politisch motivierter Gewalt. So musste Donaldson im Jahr 1986 eine mehrmonatige Haftstrafe wegen des Überfalls auf einen Nigerianer in London verbüßen, im Jahr 1991 waren die fünf Bandmitglieder im ostdeutschen Cottbus Mitangeklagte im Prozess wegen einer Messerstecherei gegen einen Angehörigen der linken Szene.

1997 waren Charlie Sargent, der Gründer von Combat 18, und der frühere Skrewdriver-Gitarrist Martin Cross in den Mord an Christopher Castle verwickelt und schuldig gesprochen worden.[1]

Der Tod von Ian Stuart Donaldson[Bearbeiten]

Der 36-jährige Donaldson starb am 24. September 1993 an den Folgen eines Autounfalls, Skrewdriver löste sich daraufhin auf. In der Neonazi-Szene wird Ian Stuart Donaldson seitdem als Ikone verehrt und es halten sich hartnäckig Gerüchte über die Umstände seines Todes.

Der Gitarrist von Skrewdriver Steve Calladine alias Stigger gründete kurz nach Stuarts Tod eine eigene RAC-Band namens Warlord, was als Tribut an einen gleichnamigen Skrewdriver-Titel zu verstehen ist.

Diskografie[Bearbeiten]

  • You’re so Dumb/Better off Crazy (7", Chiswick, 1977)
  • Anti-social (7", Chiswick, 1977)
  • All Skrewed Up (LP, Chiswick, 1977)
  • Built up, Knocked Down (7"-EP, TJM, 1979)
  • Back with a Bang (12"-EP, Boots & Braces 1982)
  • Invasion (7"-EP, Rock-O-Rama, 1983)
  • White Power (7"-EP, White Noise, 1983)
  • Voice of Britain (7"-EP, White Noise, 1983)
  • Hail the New Dawn (LP, Rock-O-Rama, 1984, indiziert)
  • Blood and Honour (LP, Rock-O-Rama, 1985, indiziert)
  • White Rider (LP, Rock-O-Rama, 1987)
  • After the Fire (LP, Rock-O-Rama, 1988)
  • Warlord (LP, Rock-O-Rama, 1989)
  • The Early Years (LP, Rock-O-Rama, 1989)
  • The Early Years Vol. 2 (LP, Rock-O-Rama, 1989)
  • The Strong Survive (LP, Rock-O-Rama, 1991)
  • Live and Kicking (LP, Rock-O-Rama, 1991)
  • Freedom What Freedom (LP, Rock-O-Rama, 1992)
  • Land on Fire (CD, Rock-O-Rama, 1992, indiziert)
  • Hail Victory (LP, Rock-O-Rama, 1994, indiziert)
  • Skrewdriver Introduction (CD, Nordland Records, indiziert)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Combat 18: Memoirs of a street-fighting man, independent.co.uk vom 1. Februar 1998