Skulpturenweg

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Skulpturenwege (auch Kunstwanderwege) sind Spazier- oder Wanderwege, an denen sich zahlreiche, eigens für diesen Ort entworfenen Skulpturen befinden. Als künstlerisches Konzept stehen Skulpturenwege der Land Art nahe. Bei der Anlage von Skulpturenwegen wird versucht, Kunstwerke und Landschaft in einen Einklang zu bringen, um so den ästhetischen Genuss zu vergrößern.

In den letzten Jahren entstanden im deutschsprachigen Raum zahlreiche Skulpturenwege. Neben die ästhetischen Gesichtspunkten traten bei der Anlage der Wege häufig auch wirtschaftliche Interessen, insbesondere im Bereich des Tourismus. In Unterschied zum Skulpturengarten wird jedoch kein Eintrittsobolus verlangt und sie sind meist nicht einer Institution angegliedert.

Häufig werden die Skulpturen während eines Bildhauersymposiums gemeinsam von den Künstlern gestaltet.

Skulpturenwege in Deutschland[Bearbeiten]

Baden-Württemberg[Bearbeiten]

Adolf Bidlingmaier (Lebensalter, 1939) an Wege zur Kunst

Bayern[Bearbeiten]

Berlin[Bearbeiten]

  • Menschenlandschaft Berlin ist ein 1987 installiertes Kunstprojekt in Berlin-Kreuzberg. Es handelt es sich dabei um einen Skulpturenweg, der vom Schlesischen Tor zum May-Ayim-Ufer führt und dabei sieben Bildhauer-Kunstwerke enthält. Entstanden ist das Projekt bei einem Bildhauer-Symposium.

Brandenburg[Bearbeiten]

Hessen[Bearbeiten]

Skulpturen am Kunstwanderweg Ars Natura bei Felsberg (Hessen)

Niedersachsen[Bearbeiten]

Skulpturenmeile Hannover mit 12 m hoher Figur Stahlengel
  • Am Rundweg Bewegte Steine bei Brelingen in der Region Hannover vermitteln zehn Skulpturen Einblicke in die eiszeitliche Entstehung des Brelinger Berges. Das Projekt „Bewegte Steine“ verknüpft den klassischen Skulpturenweg mit einem geologischen Erlebnispfad.
  • Der Skulpturenpfad Damme, der sich im Zentrum der Stadt befindet, besteht zurzeit aus 44 Skulpturen an 37 Standorten.[1]
  • Skulpturenmeile Goldenstedt: Im Bereich des Ortszentrums von Goldenstedt sind zwölf Skulpturen (Stand: Juni 2014) aufgestellt, von denen die meisten von Uwe Oswald angefertigt wurden.[2]
  • Die Skulpturenmeile Hannover ist ein etwa 1.500 m langer Straßenzug in Hannover mit acht Skulpturen, überwiegend aus Metall. Die sehr unterschiedlichen Arbeiten befinden sich überwiegend auf der grünen Mittelinsel einer vierspurigen und stark befahrenen Straße.
  • Skulpturenufer Hude: Auf einer 1,4 Hektar großen Wiese am Huder Bach sind ca. 40 öffentlich zugängliche Werke des Bildhauers Wolf E. Schultz ausgestellt. Die Anlage besteht seit 1992.
  • Skulpturenpfad Kunst am Deich, zweiteiliger Skulpturenpfad entlang des Radwanderwegs rund um den niedersächsischen Jadebusen.
  • Skulpturenweg Lamspringe als Radweg auf der ehemaligen Nebenbahnstrecke Kreiensen-Hildesheim zwischen Lamspringe und Bad Gandersheim auf 12 km Länge. Dieser Skulpturenweg ist das südliche Teilstück des 47 km langen Radwegs zur Kunst, der in Sarstedt an der Mündung der Innerste in die Leine beginnt, über Hildesheim, Bad Salzdetfurth, Bodenburg und Lamspringe führt und in Bad Gandersheim endet.
  • Kunstwegen ist ein Netzwerk von Skulpturenwegen zwischen dem deutschen Nordhorn (Landkreis Grafschaft Bentheim) und dem niederländischen Zwolle (Provinz Overijssel), das seit Anfang der 1980er Jahre entstand und sich hauptsächlich entlang der Vechte erstreckt. Mehr als 60 Kunstwerke werden durch ein Wegenetz von etwa 140 km Länge verbunden.
  • Am Skulpturenweg Salzgitter-Bad stehen insgesamt neun Skulpturen.
  • Kunstmeile der Stadt Wittmund: Skulpturenweg in Wittmund (Ostfriesland)
Skulptur von Volker Friedrich Marten (Woher-Wohin, 2002) am Kunstweg MenschenSpuren im Neandertal.

Nordrhein-Westfalen[Bearbeiten]

Rheinland-Pfalz[Bearbeiten]

Saarland[Bearbeiten]

Sachsen[Bearbeiten]

  • Skulpturenpfad zwischen Herrnhut und Großhennersdorf, hier werden entlang eines in der Landschaft gelegenen Wanderweges an 16 Stationen Kunstwerke zu christlichen Themen präsentiert.[4]
  • In Lichtenstein/Sa., 1996 Austragungsort der ersten Sächsischen Landesgartenschau, wurde 2009/2010 ein Skulpturenpfad installiert. 15 Kunstwerke – überwiegend aus Holz können beim Rundgang entdeckt werden. Ein Großteil entstand während Holzbildhauersymposien im Daetz-Centrum, einer weltweit einzigartigen Ausstellung internationaler Holzbildhauerkunst, die zugleich Ausgangs- bzw. Endpunkt der Route ist. Der Pfad verbindet die Innenstadt Lichtensteins mit dem Schlosspalais.[5]

Thüringen[Bearbeiten]

  • Am Rande des Nationalparks Hainich wurde zwischen Behringen und Hütscheroda/Wüstung Heßwinkel ein Skulpturenwanderweg von zwölf Kilometer Länge und ein Skulpturenpark eingerichtet. Jedes Jahr findet hier ein Bildhauersymposium statt.
  • Seit 2009 entsteht ein Skulpturenweg im Kurpark und um den Burgsee in Bad Salzungen.
  • Der Pummpälzweg verbindet Eisenach mit der Kurstadt Bad Salzungen, die hier aufgestellten etwa 30 Skulpturen und Holzschnitzarbeiten wurden von Schülern der Holzschnitzerschule Empfertshausen geschaffen.
  • Seit 1996 bestehenden Kunstwanderweg in der Nähe von Kleinbreitenbach, der durch regelmäßige Symposien mit internationalen bildenden Künstler erweitert wird.[6]

Skulpturenwege in anderen Staaten[Bearbeiten]

Henry Moore: König und Königin, 1952/53, Glenkiln
Glagolitische Allee, Station 3: Der Sitz des Kliment von Ohrid

Australien[Bearbeiten]

Großbritannien[Bearbeiten]

  • Am Wasserreservoir von Glenkiln, einem Tal in den schottischen Lowlands westlich von Dumfries stellte Sir William Keswick zwischen 1951 und 1976 verschiedene Bronzeplastiken von Henry Moore, Jacob Epstein und Auguste Rodin auf seinem Landbesitz in der freien Landschaft auf. Die Wegstrecke entlang der Skulpturen beträgt etwa 6 km.[7]

Italien[Bearbeiten]

  • Vom Südtiroler Skulpturenwanderweg ist momentan ein etwa 18 Kilometer langer Abschnitt bei Lana fertiggestellt, an dem sich 21 Kunstwerke befinden. Eine Verlängerung in die benachbarten Gemeinden ist geplant.

Kroatien[Bearbeiten]

  • Auf der Halbinsel Istrien befindet sich die 6 Kilometer lange Glagolitische Allee zwischen Roč und Hum. Elf Denkmäler entlang der Allee erinnern an wichtige historische Stationen in der Entwicklung des altslawischen Schriftgutes.

Niederlande[Bearbeiten]

Weitere Beispiele[Bearbeiten]

Kunstwanderweg Ars Natura

Literatur[Bearbeiten]

  • Martin Köttering, Roland Nachtigäller (Hrsg.): Störenfriede im öffentlichen Interesse: der Skulpturenweg Nordhorn als offenes Museum, Köln 1997. ISBN 3-87909-558-2
  • Barbara Neuhäuser: Skulpturenweg Rheinland-Pfalz: acht Skulpturen für den Radweg. Internationales Bildhauersymposium Bitburg 2003, 84 S.: überw. Ill.
  • Unesco-Welterbestadt Bamberg – Internationaler Skulpturenweg Bamberg Freunde des Int. Künstlerhauses Villa Concordia.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Skulpturenweg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kunst- und Kulturkreis in Damme e.V.: Skulpturenpfad Damme. Abgerufen am 10. Juni 2014
  2. Gemeinde Goldenstedt: Skulpturenmeile Goldenstedt. Begegnung mit Kunst unter freiem Himmel
  3. Palatia Art e. V.: Projektbeschreibung
  4. http://www.zittau-goerlitz.city-map.de/02018700/skulpturenpfad-bei-herrnhut
  5. http://www.presseanzeiger.de/meldungen/gesellschaft-kultur/293785.php
  6. Geschichte des Kunstwanderweges Kleinbreitenbach
  7. http://myweb.tiscali.co.uk/celynog/Dumfries/sculpture_walk.htm