Skunk Anansie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Skunk Anansie
Skunk Anansie bei den Eska Music Awards 2011
Skunk Anansie bei den Eska Music Awards 2011
Allgemeine Informationen
Genre(s) Alternative Rock, Crossover
Gründung 1994
Auflösung 2001
Neugründung 2009
Website http://www.skunkanansie.net/
Aktuelle Besetzung
Deborah Anne Dyer alias Skin
Martin Ivor Kent alias Ace
Mark Richardson
Richard Keith Lewis alias Cass

Skunk Anansie ist eine britische Band. Als eine von einer Frau geprägte, durch ihre Texte politisch explizite Band sorgte sie Mitte der 1990er Jahre für musikalischen Aufruhr. Vor allem in Europa fand die Band mit ihrer kahlköpfigen Frontfrau Deborah Anne Dyer („Skin“) und deren feministischen, antirassistischen Texten Widerhall. Der Bandname Skunk Anansie leitet sich von einer mythischen westafrikanischen Figur, Anansi, dem Spinnenmann,[1] und dem Wort Skunk, einer Cannabissorte, ab, welches hinzugefügt wurde, um den Namen ungezogener zu machen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Sängerin Dyer gründete Skunk Anansie 1994 zusammen mit Martin Ivor Kent, genannt Ace (Gitarre) und Richard Keith Lewis, genannt Cass (Bass). Die Gruppe war aus früheren Formationen (Mama Wild u. a.) hervorgegangen. Erster Drummer der Band war Robbie France, um 1995 übernahm Mark Richardson das Schlagzeug.

1995 erschienen beim Indie-Label One Little Indian die Debütsingle Selling Jesus und das erste Album Paranoid & Sunburnt, welches auf Anhieb vor allem in Europa auf große Resonanz stieß; 1996 folgte Stoosh (jamaikanisch, etwa „stinkfein“). Der ausgekoppelte Titel Hedonism (Just Because You Feel Good) wurde in ganz Europa ein Hit und machte die Band auch dem Mainstream-Publikum bekannt.

Skin (Barcelona, 2011).

Anansi ist ein Fabelwesen aus der westafrikanischen Mythologie; Dyer lernte sie durch ihre Vorfahren aus Zeiten der Sklaverei kennen. Die drei Alben der „Skunkz“ (so der Spitzname in England) wurden weltweit vier Millionen mal verkauft. Etwa 25 weitere Lieder erschienen als sogenannte B-Seiten auf Singles. In Deutschland gab es Live-Auftritte u. a. bei Rock am Ring, dem Bizarre-Festival oder im Rockpalast.

2001 löste sich die Band auf. Die Mitglieder teilten mit, mit der Band genug erreicht zu haben und sich zukünftig auf Solopfade begeben zu wollen. Dyer tat dies 2003 mit Fleshwounds und 2006 mit Fake Chemical State, Gitarrist Kent im selben Jahr mit Still Hungry. Richardson ist seit 2002 Drummer bei der britischen Rockband Feeder.

Bassist Richard Keith Lewis nahm 2002 zusammen mit Gary Moore das Album „Scars“ auf und tourte mit ihm durch Europa.

2009 bestätigte die Band auf ihrem neu erstellten MySpace-Profil Gerüchte über eine Reunion und kündigte an, dass sie an Songs schreiben würden für eine Best-of-LP und -Tournee.[2]

Am 5. März 2009 wurden zwei Auftritte unter dem Pseudonym SCAM (Skin, Cass, Ace, Mark) angekündigt, welche innerhalb von 20 Minuten ausverkauft waren.[3] Diesen Konzerten folgte am 9. September ihre erste Europa-Tour seit acht Jahren.

2010 erschien mit „Wonderlustre“ nach über zehn Jahren ein neues Album der wiedervereinten Band, das sich musikalisch vielfältig zeigt, harter Rock wechselt mit Balladen, Hymnen und karibischem Groove. Ein weiteres Album folgte 2012 mit „Black Traffic“.

Stil[Bearbeiten]

Die Musik lässt sich am ehesten im Bereich des Alternative Rock einordnen und zeichnet sich u. a. durch politisches Songwriting aus. Anknüpfungspunkte gibt es bei Black Sabbath und Rage Against the Machine. Die Texte setzen sich mit Rassismus und Wohlstandsdenken auseinander und betonen die Vielfalt möglicher Lebensformen. Dyer bezeichnet sich programmatisch als „schwarze, glatzköpfige, bisexuelle Amazone“. [4]

Diskografie[Bearbeiten]

Hauptartikel: Skunk Anansie/Diskografie

Studioalben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen [5] Anmerkungen
DE AT CH UK
1995 Paranoid and Sunburnt 37
(37 Wo.)
19
(14 Wo.)
8
(32 Wo.)
Erstveröffentlichung: 18. September 1995
Verkäufe: + 325.000
1996 Stoosh 11
(51 Wo.)
6
(43 Wo.)
8
(23 Wo.)
9
(55 Wo.)
Erstveröffentlichung: 7. Oktober 1996
Verkäufe: + 665.000
1999 Post Orgasmic Chill 5
(25 Wo.)
6
(13 Wo.)
10
(13 Wo.)
16
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 22. März 1999
Verkäufe: + 135.000
2010 Wonderlustre 27
(5 Wo.)
33
(5 Wo.)
11
(8 Wo.)
58
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 13. September 2010
2012 Black Traffic 33
(… Wo.)
28
(… Wo.)
7
(… Wo.)
42
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 17. September 2012

Quellennachweis[Bearbeiten]

  1. Dave Wilson: Rock Formations: Categorical Answers To How Band Names Were Formed, ISBN 0-9748483-5-2, S. 230–1.
  2. http://www.myspace.com/skunkanansiemusic
  3. Newsseite von Skin
  4. Malins, Steve: Skunk Anansie. Skin I'm In. London, Chameleon Books 1998.
  5. Chartquellen: DE AT CH UK

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Skunk Anansie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien