Slade (Kurzgeschichte)

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Slade ist eine frühe Kurzgeschichte (ca. 5.200 Wörter) von Stephen King, die der Autor 1970 in 8 Fortsetzungen in einem Campusmagazin veröffentlichte. Es handelt sich um eine Westernparodie rund um den Revolvermann Jack Slade, der eine Dame in Not gegen eine Verbrecherbande beschützt. Obwohl die Geschichte nicht mehr verlegt wird und in keinem der Sammelbände Kings erschienen ist, stellt sie eine wesentliche Etappe im Werk des Autors dar, da sich Slade als eine bescheidene Vorstufe für Kings großes Werk Der Dunkle Turm erweist.

Inhalt[Bearbeiten]

Der Revolvermann Jack Slade kommt nach Dead Steer Springs, weil ihn eine Ranchbesitzerin, Sandra Dawson, um Hilfe gegen die Bande rund um den Verbrecher Sam Columbine bittet. In Wahrheit aber ist alles eine Verschwörung. Sandra ist Slades Ex-Geliebte, die dieser tot glaubt. Da sie es mit ihm nicht mehr aushält, hat sie sich jedoch mit seinem Erzfeind zusammengetan, um Slade auszuschalten. Doch beide rechnen nicht mit Slades kugelsicherer Unterwäsche: Der vermeintlich im Duell Unterlegene erschießt am Ende beide und zieht zu weiteren Abenteuern weiter.

Bezüge zu Kings Dunklem Turm[Bearbeiten]

Obschon Slade natürlich ein viel flacherer und vor allem viel weniger ernst zu nehmender Charakter ist als Kings späterer, wahrer Revolvermann Roland Deschain aus dem Zyklus rund um den Dunklen Turm, ist Slade doch zumindest ein Probelauf für diese Figur, was man an einigen Gemeinsamkeiten ausmachen kann:

  • Wie auch Slade trauert Roland um eine verlorene Liebe.
  • Beide rauchen, wann immer sich die Gelegenheit bietet.
  • Für beide gilt: Jeder Schuss ein Treffer.
  • Beide sind sehr wortkarg und sind es gewohnt, völlig alleine durch die Welt zu ziehen.
  • Wie auch die Revolvermänner im DT-Zyklus (siehe vor allem in Wolfsmond) fühlt Slade sich verpflichtet, einem Hilferuf nachzukommen.
  • Roland muss gegen Ende der siebenbändigen Saga herausfinden, dass er eine fiktive Person im Werk Stephen Kings ist; Slade ist sich dessen längst bewusst. Als Sandra schwärmt, dass er gerade noch rechtzeitig gekommen sei, um sie zu retten, meint er lakonisch: "I always do. Steve King sees to that." ("Schaff ich immer. Dafür sorgt Steve King.")

Stil und Erzählhaltung[Bearbeiten]

Slade ist eine humoristisch erzählte Westernparodie mit allerhand Anspielungen auf (zur damaligen Zeit) aktuelle Themen; so ist Slade etwa Demokrat und unterstützt Eugene McCarthy - als ein Cowboy ihn unbedacht als Republikaner bezeichnet, erschießt er ihn sofort.

Die Person des Slade ist satirisch angelegt und parodiert einschlägige Westernhelden: So schläft er sich lieber aus als einer eben entführten Dame zur Hilfe zu eilen; zudem trägt er blaue Unterwäsche mit Blumen - diese ist jedoch immerhin kugelsicher.

Weblinks[Bearbeiten]