Slanzy

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Stadt
Slanzy
Сланцы
Flagge Wappen
Flagge
Wappen
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Leningrad
Rajon Slanzy
Bürgermeister Alexander Chopjorski
Gegründet 1930
Stadt seit 1949
Fläche 36 km²
Bevölkerung 33.485 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte 930 Einwohner/km²
Höhe des Zentrums 40 m
Zeitzone UTC+4
Telefonvorwahl (+7) 81374
Postleitzahl 188560
Kfz-Kennzeichen 47
OKATO 41 451
Website slantsy.com
Geographische Lage
Koordinaten 59° 7′ N, 28° 5′ O59.11666666666728.08333333333340Koordinaten: 59° 7′ 0″ N, 28° 5′ 0″ O
Slanzy (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Slanzy (Oblast Leningrad)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Leningrad
Liste der Städte in Russland

Slanzy (russisch Сла́нцы) ist eine Stadt in der nordwestrussischen Oblast Leningrad. Sie hat 33.485 Einwohner (Stand 14. Oktober 2010).[1]

Geografie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt in der Narvaniederung etwa 190 km südwestlich der Oblasthauptstadt Sankt Petersburg nahe der Grenze zu Estland, am rechten Ufer der Pljussa, eines rechten Nebenflusses der Narva.

Slanzy bildet eine gleichnamige Stadtgemeinde (gorodskoje posselenije) ist Verwaltungszentrum des gleichnamigen Rajons.

Geschichte[Bearbeiten]

In den Jahren 1926 bis 1927 wurden im Gebiet zwischen den Flüssen Pljussa und Luga Vorkommen von Ölschiefern entdeckt. Am 9. April 1930 wurde mit der Errichtung des ersten Versuchsbergwerks begonnen. Dieser Tag gilt heute als offizielles Gründungsdatum des Ortes, obwohl die Errichtung mehrerer Bergarbeitersiedlungen im Gebiet der bereits früher existierenden Dörfer Nikolschtschina und Rudnja erst 1932 begann. Diese wurden am 20. Dezember 1934 zur Siedlung städtischen Typs Slanzy (russischer Plural von Schiefer) zusammengeschlossen.

Im Zweiten Weltkrieg war der Ort von Juli 1941 bis Februar 1944 von der deutschen Wehrmacht besetzt. Die Schieferförderung kam vorerst zum Erliegen, ein Großteil der errichteten Produktionsanlagen wurde zerstört. In der Stadt bestand das Kriegsgefangenenlager 322 für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs.[2]

1949 wurde das Stadtrecht verliehen.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1939 7.608
1959 35.303
1970 41.146
1979 42.303
1989 43.087
2002 37.371
2010 33.485

Anmerkung: Volkszählungsdaten

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Stadt besitzt ein Historisches und Heimatmuseum.

Im Dorf Sischno des Rajons ist die Erzengel-Michael-Kirche (церковь Михаила Архангела/zerkow Michaila Archangela) aus dem 16. bis 18. Jahrhundert erhalten.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

„Kulturhaus der Bergarbeiter“ in Slanzy

Obwohl sich bereits zu sowjetischer Zeit der Schwerpunkt der Ölschieferförderung nach Estland verlagert hat, ist sie bis heute Hauptwirtschaftszweig der Stadt. Auf deren Grundlage arbeiten mehrere chemische Fabriken (Raffinerie Slanzy, Gummifabrik Polimer). Daneben gibt es das Zement- und Düngerwerk Zesla und Unternehmen der Holz- und Baustoffwirtschaft sowie der Textil- und Lebensmittelindustrie.

Die Stadt liegt an einer 1940 durchgängig fertiggestellten Eisenbahnstrecke, welche in Weimarn von der Strecke Sankt Petersburg–Tallinn abzweigt und nach Gdow führt.

Durch Slanzy führt Regionalstraße R60 Pskow–Gdow–Kingissepp (Anschluss an die Fernstraße A180).

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Maschke, Erich (Hrsg.): Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des zweiten Weltkrieges. Verlag Ernst und Werner Gieseking, Bielefeld 1962-1977.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Slanzy – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien