Slawischer Drache

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Der Zmej Gorynytsch von Wiktor Wasnezow

Der Slawische Drache ist die Entsprechung des klassischen europäischen Drachen in der slawischen Mythologie. Sein Name ist dort Smei (Duden-Umschrift) bzw. Zmej (Змей) im Russischen und Bulgarischen, Zmij im Altkirchenslawischen und Ukrainischen, Żmij im Altpolnischen und Zmaj (Змај) im Bosnischen, Serbischen, Kroatischen und Slowenischen. In der aktuellen polnischen Sprache und im Weißrussischen wird weiters das Wort Smok (Смок) verwendet, das im Bulgarischen Nattern bezeichnet, und in Rumänien kennt man ein ähnliches Wesen namens Zmeu.

Etymologie[Bearbeiten]

Die meisten der oben genannten Namen sind die männlichen Formen des slawischen Begriffes für „Schlange“ (russ. змея, bulg. змия, serb. und kroat. zmija, poln. żmija), und so sieht die altslawische Mythologie den die Luft bewohnenden und Feuer speienden männlichen Drachen (Żmij) als Pendant des unter der Erde wohnenden, dafür das Wasser kontrollierenden weiblichen Drachens (Żmija) – ein Gedeihen von Vegetation und Ernte ist daher nur bei Harmonie bzw. Versöhnung beider möglich, das heute geläufige Bild des in Höhlen wohnenden, gleichwohl Feuer speienden Drachens dagegen der offensichtliche Versuch, die (scheinbare) Gegensätzlichkeit beider Symbole zu überbrücken.

Die Kreatur im ostslawischen Bereich[Bearbeiten]

Russland und die Ukraine kennen den Drachen als Smei/Smij Gorynytsch (Змей Горыныч). Er ist dreiköpfig und grün, geht auf seinen zwei Hinterbeinen, besitzt eher kleine Vorderbeine und kann Feuer spucken. Einem Epos zufolge wurde Zmei Gorynytsch von Dobrynja Nikititsch besiegt und getötet.

Andere russische Drachen wie der Tugarin Smejewitsch haben turkische Namen – vielleicht in Anlehnung an die Mongolen. So ist St. Georg (ein Symbol der Christenheit), der den Drachen als Sinnbild des Satans tötet, auf dem Moskauer Wappen abgebildet. Einige vorgeschichtliche Bauten, besonders der Schlangenwall in der Nähe von Kiew, wurden als Symbole fremder Völker mit den Drachen in Verbindung gebracht.

Die Kreatur im südslawischen Bereich[Bearbeiten]

Dobrynja Nikititsch rettet Prinzessin Zabawa vor Zmej GorynytschIwan Bilibin

In Slowenien wird der Drache Zmaj genannt, obwohl ein älteres Wort unklaren Ursprungs, Pozoj, verwendet werden kann. Drachen sind in Slowenien normalerweise im böswilligen Bereich angesiedelt, und sie werden meist gemeinsam mit St. Georg dargestellt.

Es gibt Erzählungen aus vorchristlichen Zeiten, die von Drachen handeln, die ähnlich überwunden wurden wie beispielsweise der polnische Wawel-Drache, der mit Hilfe eines schwefelgefüllten Lamms bezwungen wurde. Drachen sind jedoch nicht immer dem Menschen feindlich gesinnt. So beschützt etwa der Ljubljanski Zmaj (Laibacher Drache) die Stadt Ljubljana und wird dafür auch auf dem Stadtwappen abgebildet.

In Makedonien, Kroatien, Bulgarien, Bosnien, Serbien und Montenegro ist der Drache (Zmaj, Zmej oder Lamja) vielköpfig (mit drei, sieben oder neun Köpfen) und spuckt Feuer. In Serbien und Bosnien wird er Aždaja (Аждаја) oder Ala (Ала) genannt. Das rumänische Wort für Drache, Zmeu, wurde aller Wahrscheinlichkeit nach aus dem Bulgarischen übernommen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]