Slawsk
| Stadt
Slawsk/Heinrichswalde
Славск
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| Liste der Städte in Russland | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Slawsk (russisch Славск; bis 1946 deutsch Heinrichswalde, litauisch Gastos) ist eine Kleinstadt in der russischen Oblast Kaliningrad mit Sitz einer Rajonsverwaltung (Rajon Slawsk) und der städtischen Gemeinde Slawskоје gorodskоје posselenije. Der Ort hat 4614 Einwohner (Stand 14. Oktober 2010).[1] Der heutige Name Slawsk leitet sich vom russischen Wort Slawa (Ruhm) ab, frei übersetzt ruhmreiche Stadt.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Die Ortschaft ist Zentrum der Region Elchniederung – einer Moorregion am Kurischen Haff. Sie liegt 15 Kilometer südwestlich von Sowjetsk (ehemals Tilsit) und der Grenze zu Litauen.
Geschichte [Bearbeiten]
Der Ort ist seit 1292 bekannt. 1657 erhielt ihn Heinrich Ehrentreich von Halle (daher der Ortsname) vom Großen Kurfürsten übereignet. Das Rittergut, unweit der 1686 erbauten Kirche, wurde 1738 Domäne und später wieder privatisiert. Der letzte Besitzer aus der Familie Bierfreund kam 1945 auf der Flucht um. Heinrichswalde wurde 1818 Verwaltungszentrum mit Landratssitz des neugegründeten preußischen Landkreises Niederung (ab 1938 Elchniederung) im Regierungsbezirk Gumbinnen. 1939 war die Erhebung zur Stadt eingeleitet worden, was jedoch durch den Kriegsausbruch verhindert wurde. 1891 erfolgte der Anschluss an die Eisenbahnstrecke Tilsit – Königsberg, was zum wirtschaftlichen Aufschwung des Marktortes beitrug. Die Milchwirtschaft mit Rinderzucht, Molkereien und Produktion von Tilsiter Käse florierte. Salz- und schwefelhaltige Quellen wurden entdeckt, ein "Salz- und schwefelhaltiges Sonnen- und Liegebad" entstand. Heinrichswalde durfte sich "Klimatischer Kurort" und "Gartenstadt" nennen. Es war Ausflugsziel insbesondere für das nahe Tilsit. Mit dem Kreis Elchniederung wurde Heinrichswalde im Oktober 1944 vor Anmarsch der Roten Armee evakuiert, zunächst nur bis in den Kreis Heiligenbeil. Am 20. Januar 1945 besetzten sowjetische Truppen den Ort. Die Entwässerungsanlagen wurden verwüstet, das umgebende Land versumpfte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kam der Ort zur sowjetischen Oblast Kaliningrad und erhielt 1946 das Stadtrecht unter dem heutigen Namen.
Bevölkerungsentwicklung [Bearbeiten]
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1885 | 1592 |
| 1890 | 1728 |
| 1910 | 2406 |
| 1925 | 2581 |
| 1933 | 3180 |
| 1939 | 3467 |
| 1959 | 3862 |
| 1970 | 4053 |
| 1979 | 4410 |
| 1989 | 4682 |
| 2002 | 5172 |
| 2010 | 4614 |
Anmerkung: Volkszählungsdaten
Wirtschaft und Verkehr [Bearbeiten]
Es bestanden Eisenbahnverbindungen nach Sowetsk und Kaliningrad.
Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Die ehemals evangelisch-lutherische Kirche wurde 1867-1869 mit hochaufragendem und entsprechend weit ins Land blickendem Turm im neugotischen Stil errichtet. Der Vorgängerbau, eine Fachwerkkirche, stammte von 1686-1694. Schnitzwerk aus der alten Kirche wurde in die neue übernommen. Die gesamte Inneneinrichtung der Kirche wurde 1945 und danach zerstört, auch der Bau selber befand sich im Verfall. Nach 1990 wurde er mit erheblicher deutscher Hilfe erneuert, besonders durch die Kreisgemeinschaft Elchniederung. Leider sind Teile der Inneneinrichtung bereits wieder entwendet und Fenster zerstört worden. Die Kirche wurde 2011 durch die Russisch-Orthodoxe Kirche übernommen.
Heinrichswalde war bis 1944 ein Kirchspiel mit 19 angeschlossenen Orten. Die Einwohnerschaft ist 1944 vollständig evakuiert worden. Nach 1990 hat sich wieder eine kleine evangelische Gemeinde aus Rußlanddeutschen gebildet.
Der evangelische Gottesdienst findet seit 2011 nicht mehr in der Kirche, sondern nur noch in einer ausgebauten Scheune statt. Der Gemeinde gelang es, den Taufstein aus der Kirche des zur Sowjetzeit untergegangenen Dorfs Inse am Kurischen Haff in der Elchniederung für sich zu retten und in der Scheune aufzustellen.
Es ist im Ort ein kleines Deutsch-Russisches Museum entstanden, das Erinnerungsstücke früherer deutscher Einwohner zeigt.
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Söhne und Töchter der Gemeinde [Bearbeiten]
- 1869, 5. Oktober: Ernst Siehr, † 14. November 1945 in Bergen auf Rügen, deutscher Politiker (DDP), MdR, Oberpräsident von Ostpreußen
- 1867, 1. September: Hans Peter Weszkalnys, † 13. März 1946 in Rosenthal (Kreis Pirna), deutscher Architekt
- 1890, 30. November: Arthur Ewert, † 3. Juli 1959 in Berlin, deutscher Politiker (KPD), MdR
Städtische Gemeinde Slawsk [Bearbeiten]
Seit der Verwaltungsreform in der Oblast Kaliningrad 2008/2009 ist Slawsk namensgebender Ort und Verwaltungssitz der städtischen Gemeinde Slawskоје gorodskоје posselenije mit weiteren sechs Siedlungen und insgesamt 6266 Einwohnern (Stand 2010)[2].
| russischer Name | Einwohner 2010[2] |
deutscher Name |
|---|---|---|
| Гастеллово (Gastellowo) | 899 | Groß Friedrichsdorf |
| Майское (Maiskoje) | 205 | O.F. Schnecken |
| Пригородное (Prigorodnoje) | 116 | Reussenhof |
| Приозёрье (Priosjorje) | 356 | Argelothen 1938–45 Argendorf |
| Сосновое (Sosnowoje) | 29 | Waldkrug |
| Сосняки (Sosnjaki) | 47 | Peterswalde |
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
- ↑ a b Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. (s.o.)
Weblinks [Bearbeiten]
- Kirchspiel Heinrichswalde
- Slawsk auf mojgorod.ru (russisch)
Verwaltungszentrum: Kaliningrad
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