Sliwen
| Sliwen (Сливен) | |||
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| Basisdaten | |||
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| Staat: | Bulgarien | ||
| Oblast: | Sliwen | ||
| Einwohner: | 91.620 (1. Feb. 2011[1]) | ||
| Koordinaten: | 42° 41′ N, 26° 19′ O42.68166666666726.318333333333243Koordinaten: 42° 40′ 54″ N, 26° 19′ 6″ O | ||
| Höhe: | 243 m | ||
| Postleitzahl: | 8800 | ||
| Telefonvorwahl: | (+359) 044 | ||
| Kfz-Kennzeichen: | CH | ||
| Verwaltung (Stand: seit 2011) | |||
| Bürgermeister: | Koljo Milew | ||
| Regierende Partei: | Bulgarische Sozialistische Partei | ||
| Webpräsenz: | www.sliven.bg/ | ||
Sliwen [ˈslivɛn] (auch Sliven geschrieben, bulgarisch Сливен) ist eine Stadt in Bulgarien mit 91.620 Einwohnern (Volkszählung 2011) am Fuße der südöstlichen Ausläufer des Balkangebirges gelegen. Die Stadt ist das administrative Zentrum einer gleichnamigen Gemeinde und der gleichnamigen Provinz Sliwen. Sliwen ist nach Sofia und Gabrowo drittgrößtes Textilzentrum des Landes; Industrie- und Garnisonsstadt sowie kultureller Mittelpunkt des Gebietes.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie und Lage [Bearbeiten]
Nördlich von Sliwen befinden sich die südöstlichen Ausläufer des Balkangebirges, die hier mit der gewaltigen Wand der Sinite kamâni (Blaue Steine) aus Quarzporphyr, ein Kennzeichen der Stadt enden. Dieses Areal mit dem Berggipfel Balgarka wurde 1980 zum Naturpark Sinite Kamani erklärt, das heute eine Fläche von 11.380 km² umfasst.
Südlich der Stadt erstreckt sich die Sliwenebene (auch Sliwensko pole). Der Beckencharakter ist schwach ausgeprägt und wird von der Tundscha und in seinem Ostteil von der Motschuriza durchflossen. Im Norden ist es vor allem von den Bergmassive des Balkangebirges Grebenez und Terzijski bair, im Süden dagegen von den östlichen Ausläufern der Sarnena gora und der Hügelkette der Bakadschizi begrenzt.[2]
Geschichte [Bearbeiten]
Die Stadt wurde erstmals um die Mitte des 12. Jahrhunderts vom arabischen Reisenden al-Idrisi unter dem Namen Istilīfunūs erwähnt[3], aber die Ruinen in ihrer Umgebung zeugen davon, dass diese Gegend schon während der Zeit des Römischen Reiches besiedelt war.
Evliya Çelebi beschrieb im 17. Jahrhundert in seinem Reisebuch Seyahatnâme die Stadt unter den Namen Islimiye[4]. Unter diesem Namen war sie Hauptort eines Sandschaks im osmanischen Reich.[5]
Sliwen war Ende des 18. und im 19. Jahrhundert ein Zentrum des Handwerks und Handels, sowie der bulgarischen Wiedergeburt. 1834 wurde hier die erste Textilfabrik des Landes gegründet. Sie wurde "die Stadt der 100 Wojwoden" genannt, da viele Freiheitskämpfer und Heerführer von hier stammten, so die Woiwoden Chadschi Dimitar (1837-1868) und Panajot Chitow (1830-1918) sowie die Kämpfer für nationale Bildung Sawa Dobroplodni (1820-1894) und Dobri Tschintulow (1823-1886).
1860 wurde das Tschitalischte „Sora“ gegründet, das den Antrieb zur Schaffung eines Theaters gab. Sehenswert sind die alten Häuser mit Holzschnitzereien und die Memorialmuseen.
Sliwen ist in Bulgarien unter der Bezeichnung „Stadt der Winde und Zigeuner“ bekannt. Die geographische Lage ist dergestaltig, dass hier nördliche Winde von mehreren Balkanpässen zusammen treffen. „Zigeuner“ ist ein Hinweis auf den hohen Anteil von Roma an der Bevölkerung der Stadt.
Bevölkerung [Bearbeiten]
Sliwen hatte Anfang 2007 noch 101.307 Einwohner und heute nur noch 99.813. Im Vergleich zu anderen bulgarischen Städten hat die Stadt einen besonders großen Anteil an Roma.
Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]
Die wechselnden Einwohnerzahlen resultieren teilweise auch aus dem jeweiligen Gebietsstand.
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Die Zahlen[1] stammen von:
- Volkszählungen (¹),
- Schätzungen (²) oder
- amtlichen Fortschreibungen der Statistischen Ämter (³).
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Hauptsektoren sind Landwirtschaft und Maschinenbau sowie Lebensmittelwirtschaft. Größere Unternehmen sind die Weinkellereien Domaine Boyar und Vini AD; die Textilunternehmen Mirolio und Dokotex Karpet AD, sowie die Molkerei Tirbul.
Sport [Bearbeiten]
Der OFK Sliwen 2000 spielt in der Saison 2012/13 in der Zweiten bulgarischen Liga ab. Er trägt seine Spiele im Chadschi-Dimitar-Stadion aus.
Sliwen ist einer der Austragungsorte der 2015 in Bulgarien stattfindenden U-17-Fußball-Europameisterschaft.
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- Julia Kristeva (* 1941), feministische Psychoanalytikerin und Philosophin
- Jordan Letschkow (* 1967), ehemaliger Fußballnationalspieler und Bürgermeister
- Milena Nikolova (* 1984), Schriftstellerin
- Anton Pann (1794/1798–1854), Lyriker, Komponist und Musikwissenschaftler
Partnerstädte [Bearbeiten]
- Gera (Deutschland), seit 1965
- Pecs (Ungarn), seit 1969
- Ternopil (Ukraine), seit 1969
- Kesariani (Griechenland), seit 1985
- Woronesch (Russland), seit 1995
- Swetlahorsk (Weißrussland), seit 1997
- Tekirdağ (Türkei), seit 1998
- Chongqing (China), seit 2002
- Alba Iulia (Rumänien), seit 2002
- Gerasa (Jordanien), seit 2004
Literatur [Bearbeiten]
- Peter Soustal: Thrakien (Thrake, Rhodope und Haimimontos). (= Tabula Imperii Byzantini Band 6) Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1991, ISBN 3-7001-1898-8, S. 462-464 s.v. Stilbnos.
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ a b Einwohnerzahlen von Sliwen nach Jahr, Nationales Statistikamt, Zugriff am 31. August 2012
- ↑ Peter Soustal: Thrakien (Thrake, Rhodope und Haimimontos). Tabula Imperii Byzantini Band 6, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1991, ISBN 3-7001-1898-8, S. 53-55.
- ↑ Boris Nedkow: Bulgarija i susednite i zemi prez XII vek spored "Geografijata" na Idrisi. La Bulgarie et les terres avoisinantes au XIIe siecle selon la "Geographie" d'al-Idrissi. Nauka i izkustwo, Sofia 1960, S. 86-87. 104-105. 144.
- ↑ Hans-Joachim Kißling: Beiträge zur Kenntnis Thrakiens im 17. Jahrhundert. Steiner, Wiesbaden 1956, S. 46-47.
- ↑ Andreas Birken: Die Provinzen des Osmanischen Reiches. Beihefte zum Tübinger Atlas des Vorderen Orients, Reihe B Nr. 13, Wiesbaden 1976, S. 99.
- ↑ Einwohnerzahlen zum 15. Juni 2012 (bulg.) bei der Meldebehörde

