Sloboda (Siedlungstyp)

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Sloboda (nach russisch свобода (swoboda), die Freiheit) bezeichnet eine mittelalterliche bäuerliche Nebensiedlung, die sich räumlich im Umkreis der russischen Stadt, dem Gorod, bestehend aus Kreml (Fürstensitz) und Possad (Vorstadt), bildete.

Die Sloboda entstand seit dem 13. Jahrhundert als ausgegliederter Bezirk im Sinne einer Freisiedlung. Diese Siedlungen wurden zur Kultivierung neuen Landes im Auftrag des Fürsten oder des Grundherrn, z.B. von Klöstern oder auf Eigeninitiative einer Gruppe von Neusiedlern errichtet. Die Slobody hatten Privilegien gerichtlicher und administrativer Art und waren befristet von Steuern freigestellt.

Der Höhepunkt der Sloboda war im 15. Jahrhundert erreicht. Im Russischen Zarentum des 16. und 17. Jahrhunderts veränderte sich der Charakter der Sloboda. Sie war nicht mehr eine privilegierte bäuerliche Siedlung, sondern eine vorwiegend stadtnahe gewerbliche oder berufsständische Gemeinde, die zu den unterstädtischen Siedlungen (der Possad) gehörten, aber nicht deren Steuerpflicht unterworfen waren. Die Bewohner der Sloboda trieben Handel, Handwerk und sonstige Gewerbe wie die Bewohner der Unterstadt, waren aber diesen gegenüber steuerlich begünstigt und daher im Wettbewerbsvorteil. In einer Sloboda waren meistens Angehörige eines Berufszweiges zusammengeschlossen, die entweder auf steuerfreiem Grundherrenland (der Kirche und Klöster) siedelten oder speziell für Staat und Zarenhof produzierten und Dienste leisteten.

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