Slowenen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die südosteuropäische Ethnie; für die Staatsbürger Sloweniens, siehe dort, für den ostslawischen Stamm siehe Ilmenslawen

Die Slowenen (auch Windische; im historischen Kontext auch Alpenslawen) sind eine slawische Ethnie. Sich selbst bezeichnen sie als Slovenci. Sie sprechen zumeist Slowenisch, das zu den südslawischen Sprachen gehört. Die Mehrzahl der Slowenen lebt in Slowenien, jedoch gibt es eine hohe Anzahl von Slowenen, die aufgrund schwieriger wirtschaftlicher Bedingungen im damaligen österreichischen Kaiserreich ausgewandert sind bzw. später in den 1960er und 70er Jahren aus wirtschaftlichen oder politischen Gründen aus dem kommunistischen Jugoslawien. Autochthone Minderheiten von Slowenen leben aber auch in Österreich, Italien, Kroatien und Ungarn (zwischen Mur und Raab).

Geschichte[Bearbeiten]

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

Frühgeschichte der Slowenen[Bearbeiten]

Im 6. Jahrhundert siedelten slawische Stämme an der Adria und den Alpen. Sie kamen durch insgesamt zwei entscheidende Migrationswellen: Die erste fand im Jahr 550 statt, als zahlreiche Slawen die heutige Region Mähren verließen. Die zweite fand ein wenig später, im Jahr 568 statt, als sich die Langobarden nach Italien zurückzogen.

Von 623 bis 658 waren die Slowenen unter der Herrschaft von Samo (Kralj Samo), welcher die Einheit unter den slawischen Völkern förderte. Die Einheit zerbrach unmittelbar nach Samos Tod.

Slowenen im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit[Bearbeiten]

Aus Angst vor den awarischen Stämmen aus Zentralasien gingen die Slowenen (Alpenslawen, Karantanen) 745 ein Bündnis mit den Bayern ein. Sie akzeptierten fränkische Gesetze und nahmen das Christentum an.

Die Slowenen verloren ihre Unabhängigkeit im Jahre 874. Der letzte souveräne Herrscher war Prinz Kocelj.

Das Verbreitungsgebiet der Slowenen schrumpfte in den folgenden Jahrhunderten. Hauptgrund dafür war die Ansiedlung bairischer Siedler im Westen und die Ankunft der Ungarn in der Pannonischen Tiefebene.

Das slowenische Nationalgefühl entwickelte sich seit dem Windischen Bauernkrieg 1515, dem kroatisch-slowenischen Bauernaufstand 1573 und wurde gefördert durch den Buchdruck. Der Reformator Primus Truber/Primož Trubar verwendete erstmals den Begriff „Slowenen“ im Catechismus in der Windischen Sprach. Dieses 1550 von Ulrich Morhart in Bad Urach gedruckte Werk begründete die slowenische Schriftsprache. 1584 folgte die von Jurij Dalmatin in Tübingen-Bebenhausen übersetzte Lutherbibel.

Slowenen zwischen dem 17. Jahrhundert und dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Das Verbreitungsgebiet der Slowenen in den damaligen Herzogtümern Krain, Kärnten, Steiermark und in der Grafschaft Görz und Gradisca gehörte zu den Habsburgischen Erblanden und war ab 1804 Teil des Österreichischen Kaisertums.

Viele Slowenen wanderten zu Beginn des 20. Jahrhunderts in die USA aus. Die Gründe waren dafür meist wirtschaftlichen Charakters. Die meisten Slowenen ließen sich dort in Cleveland oder Ohio nieder.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das slowenische Gebiet Bestandteil des jugoslawischen Königreiches.

1920 stimmte die Mehrheit der Bevölkerung Südkärntens in einer Volksabstimmung für die Zugehörigkeit zu Österreich.

Zahlreiche slowenische Freiwillige zogen 1935 in den Italienisch-Äthiopischen Krieg sowie 1936 in den Spanischen Bürgerkrieg.

Verteilung der Slowenen in verschiedenen Ländern[Bearbeiten]

Slowenen in den Staaten des ehemaligen Jugoslawiens[Bearbeiten]

Land Anzahl der slowenischen Einwohner Anteil an der Gesamtbevölkerung [%]
Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina Bosnien und Herzegowina 2.100 0,05
KroatienKroatien Kroatien 13.173[1] 0,3
SerbienSerbien Serbien 5.104[2] 0,29
SlowenienSlowenien Slowenien 1.631.363[3] 83,1
MazedonienMazedonien Mazedonien 403 0,02
MontenegroMontenegro Montenegro 415 0,07

Slowenen in anderen Staaten der Welt[Bearbeiten]

Land Anzahl der slowenischen Einwohner Bemerkung
AustralienAustralien Australien 16.085[4] Slowenen und Slowenischstämmige
ArgentinienArgentinien Argentinien 30.000[5] Slowenen und Slowenischstämmige
BelgienBelgien Belgien 1.500
BrasilienBrasilien Brasilien 1.500 Slowenen und Slowenischstämmige
DeutschlandDeutschland Deutschland 21.759
FrankreichFrankreich Frankreich 4.000
IrlandIrland Irland 135
ItalienItalien Italien 80.000 davon 61.000 autochtone Slowenen in Friaul-Julisch Venetien
OsterreichÖsterreich Österreich 24.855[6] v.a. Kärntner Slowenen, Slowenen in der Steiermark; vgl. Slowenen in Österreich
SchwedenSchweden Schweden 4.000
SchweizSchweiz Schweiz 1.601
SpanienSpanien Spanien 758[7] slowenische Staatsbürger
UngarnUngarn Ungarn 3.040 Ungarische Slowenen im Vendvidék um St. Gotthard
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 176.691[8] Slowenen und Slowenischstämmige

Es gibt einen prozentual hohen Anteil von Slowenen, die aus verschiedensten Gründen in anderen Teilen Europas und der Welt leben. Am Ende des 19. bzw. zu Beginn des 20. Jahrhunderts wanderten viele Slowenen aus armen (vor allem landwirtschaftlich geprägten) Gegenden aus. Ein beliebtes Ziel waren damals die Vereinigten Staaten, es gab aber auch Bergarbeiter, die ins Ruhrgebiet gingen. Einen interessanten Fall stellen junge Frauen dar, die vor allem nach dem Ersten Weltkrieg nach Alexandria in Ägypten als Kindermädchen und Hebammen gegangen sind. Sie wurden Aleksandrinke genannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg suchten viele Arbeit in Westeuropa (vor allem in der Bundesrepublik Deutschland aber auch Belgien und Frankreich). Es gab aber auch politische Emigration aus dem damals kommunistischen Jugoslawien. So flüchteten direkt nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges Menschen, die aktiv auf Seiten Deutschlands gekämpft hatten (Domobranzen) bzw. deren Angehörige vor allem nach Argentinien. Seitdem die wirtschaftliche Lage nach der internationalen Bankenkrise im Jahre 2009 auch in Slowenien schwieriger geworden ist, suchen viele hochqualifizierte, junge Slowenen Arbeit im Ausland. Im Jahre 2004 lebten in Deutschland 21.034 slowenische Staatsangehörige[9], davon 7.633 in Baden-Württemberg; 80 % leben bereits länger als 20 Jahre in Deutschland[10].

In Österreich (hauptsächlich in den Bundesländern Kärnten und Steiermark) lebten 2001 laut Volkszählung 17.953 Österreicher und 6.902 Ausländer mit slowenischer oder „windischer“ Umgangssprache[11].

Ostslawischer Stamm der Slowenen[Bearbeiten]

„Slowenen“ wurde auch der ostslawische Stamm genannt, der im frühen Mittelalter in Russland am Ilmensee und Ladogasee siedelte. Siehe: Ilmenslawen

Religion[Bearbeiten]

Katholische Kirche[Bearbeiten]

Der Dom von Ljubljana (katholisch)
Evangelische Kirche in Domanjševci

Durch die Verbindung mit den Bayern haben die Slowenen im 8. Jahrhundert das Christentum angenommen. Die große Mehrheit der Slowenen ist römisch-katholischer Konfession.

Heute sind rund 57,8 % der Slowenen Mitglied der römisch-katholischen Kirche.

Der Dom zu Ljubljana stellt das „Zentrum“ des slowenischen Katholizismus dar.

Evangelische Kirche[Bearbeiten]

Im 16. Jahrhundert erreichte die Reformation auch Slowenien, wurde aber durch die Gegenreformation wieder unterdrückt, so dass sich der Katholizismus wieder durchsetzte. Dabei konnten nur wenige evangelische Gemeinden überleben. Viele protestantische Amtsträger flohen nach Deutschland.

Erst in den 1950er Jahren wurde das evangelische Gemeindeleben durch die jugoslawischen Behörden zugelassen. Dabei gründeten einige deutsche Missionare evangelische Gemeinden in Ljubljana, Celje und Maribor.

Die evangelische Kirche in Slowenien ist lutherisch ausgerichtet.

Die Anzahl der slowenischen Protestanten ist jedoch marginal und beträgt nicht mehr als 1 % der Bevölkerung.

Literatur[Bearbeiten]

  • Marija Mitrović: Geschichte der slowenischen Literatur. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Übersetzt und bearbeitet von Katja Sturm-Schnabl. Hermagoras/Mohorjeva, Klagenfurt / Ljubljana / Wien 2001, ISBN 3-85013-834-8.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Republika Hrvatska - Državni Zavod Za Statistiku
  2. Serbien: Ergebnisse der Volkszählung 2002 (PDF; 379 kB)
  3. Statistični urad RS - Popis 2002
  4. http://elecpress.monash.edu.au/pnp/free/pnpv7n4/v7n4_3price.pdf
  5. http://www.zrc-sazu.si/ZGDS/glasgow/16.pdf
  6. STATISTIK AUSTRIA - Statistiken
  7. Ine.es
  8. U. S. Census Bureau (PDF; 480 kB)
  9. www.destatis.de/basis/e/bevoe/bevoetab10.htm, abgerufen am 6. Sep. 2006
  10. Statistische Berichte Baden-Württemberg, Ausländische Bevölkerung am 31. Dezember 2004, pdf
  11. Volkszählung 2001, Bevölkerung nach Umgangssprache und Staatsangehörigkeit, abgerufen am 24. September 2009.