Sluschba wneschnei raswedki

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55.58497222222237.517958333333Koordinaten: 55° 35′ 6″ N, 37° 31′ 5″ O

Wappen der SWR

Die Sluschba wneschnei raswedki (SWR; russisch Служба внешней разведки Российской Федерации, СВР; deutsch Dienst der Außenaufklärung) ist der russische Auslandsnachrichtendienst.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Die Tätigkeitsfelder der SWR umfassen Politik, Ökonomie, Wissenschaft und Technik.

Darüber hinaus versucht der Geheimdienst, Aktivitäten und Arbeitsweisen anderer Nachrichtendienste auszukundschaften (Gegenspionage). Bei der Umstrukturierung der russischen Nachrichtendienste wurden der SWR Aufgaben im Bereich der Fernmeldeaufklärung übertragen.

Zentraler Sitz des Dienstes ist Jassenewo am südlichen Stadtrand Moskaus. Der Dienst verfügt über rund 13.000 Mitarbeiter. Hauptamtliche SWR-Mitarbeiter im Ausland, tarnen sich als Diplomaten oder Journalisten. [1] In der "Hauptabteilung S" werden Elite-Agenten mit falschen Namen und konstruierten Biografien koordiniert, die in verschiedenen wichtigen Ländern platziert werden. [2]

Geschichte[Bearbeiten]

Am 20. Dezember 1920 unterschrieb Felix Dserschinski die Anordnung Nr. 169 zur Gründung einer Abteilung für Auslandsaufklärung (Inostranny Otdel – INO). Es war die Geburtsstunde der zivilen Auslandsaufklärung in der Sowjetunion. Bis dahin hatte es lediglich eine Sonderabteilung für militärische Auslandsaufklärung gegeben, die sich nebenher auch um zivile Fragen kümmerte. Der heutige SWR betrachtet sich als INO-Nachfolger. Das 80-jährige und das 90-jährige INO-Jubiläum wurden vom SWR festlich begangen.

Die zivile Auslandsaufklärung der Sowjetunion wechselte mehrfach die Aufsichtsbehörde: Am 22. Februar 1922 wurde die INO als Auslandsabteilung dem Staatlichen Politischen Direktorat (GPU) zugeordnet. Ihr wurden sämtlich nachrichtendienstlichen Aktivitäten im Ausland zugewiesen. Dazu gehörten die Sammlung wichtiger Informationen in anderen Ländern, die Liquidierung von Überläufern, Emigranten und so genannten "Volksfeinden". Von 1923 bis 1934 gehörte die INO zur SPU OGPU (ИНО СПУ ОГПУ; russ. Иностранный отдел Секретно-политическое управлние Объединённое Государственное Политическое Управление; Auslandsabteilung Geheime politische Abteilung OGPU). Im Juli 1934 wurde die INO dem Innenministerium der UdSSR (NKWD) eingegliedert. 1941 wurde aus der INO die INU des Volkskommissariat für Staatssicherheit (NKGB), 1946 die Perwoje Glawnoje Uprawlenije (PGU) des MGB, 1954 schließlich die Ersten Hauptverwaltung (PGU) des KGB.

Nach dem gescheiterten Augustputsch in Moskau wurde die PGU im Oktober 1991 durch den ZSR (Zentralnaja Sluschba Raswedki, deutsch: Zentraler Nachrichtendienst) ersetzt. Im Dezember 1991 ging der ZSR im SWR auf. Erster Leiter der SWR von 1991 bis 1996 war Jewgeni Primakow. Im folgten Wjatscheslaw Trubnikow (1996-2000), Sergei Lebedew (2000-2007) und Michail Fradkow (seit 2007).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bundesamt für Verfassungsschutz: Verfassungsschutzbericht 2011 (PDF; 6,0 MB), 18. Juli 2012
  2. Die Welt: Deutschland im Visier von Moskaus Agenten, 10. Februar 2013