Sly & the Family Stone

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Sly & the Family Stone war eine US-amerikanische Funk- und Soul-Band aus San Francisco, die Ende 1966[1][2] von Sylvester Stewart alias Sly Stone gegründet wurde und bis 1983 aktiv war.

Bedeutung[Bearbeiten]

Die Band nahm eine zentrale Funktion in der Entwicklung des Funk, Soul und Rhythm and Blues ein. Sly Stone lebte den Fans durch eine damals noch nicht ganz selbstverständliche Tatsache seine Ideale einer perfekten Gesellschaft vor, indem er die Band mit Menschen verschiedener Hautfarbe, Geschlecht und Kultur besetzte. Durch Letzteres setzte er als Schwarzer ein deutliches Zeichen für die USA der 1960er-Jahre, in denen die Geschichte der Afroamerikaner (geprägt durch Sklaverei, Rassentrennung und Diskriminierung) noch immer ein wunder Punkt war. Gemeinsam mit James Brown waren Sly & the Family Stone für den Durchbruch des Funk verantwortlich. Im Vorwort seines 1998 erschienenen Buchs For the Record: Sly and the Family Stone – An Oral History fasst Joel Selvin den Einfluss der Band mit dem Satz zusammen: „Es gibt zwei Arten von schwarzer Musik: schwarze Musik vor und schwarze Musik nach Sly Stone.“[3] Die Band wurde 1993 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.[4]

Besetzung[Bearbeiten]

Die Band ging Ende 1966 aus den vorigen Bands Sly & the Stoners und Freddie & the Stone Souls der Brüder Sly (Sänger, Songwriter, Produzent und Multiinstrumentalist) und Freddie Stone (Gitarre, Gesang) hervor. Die anderen Mitglieder waren Cynthia Robinson (Trompete), Greg Errico (Schlagzeug), Jerry Martini (Saxophon) und Bassist Larry Graham. Ein Jahr später kam Rosie Stone (Klavier), die Schwester von Sly und Freddie hinzu. Ab 1972 ersetzen Rusty Allen und Andy Newmark die bisherigen Musiker Larry Graham Jr. und Greg Errico.

Werdegang[Bearbeiten]

Die erste Single I Ain’t Got Nobody war bereits ein regionaler Erfolg. Der Erfolg für das Debütalbum A Whole New Thing stellte sich zunächst nicht ein, Dance to the Music schaffte es 1968 in die Top-Ten.

Im gleichen Jahr erschien die Single Everyday People aus dem 1969 folgenden Album Stand!. Don’t Call Me Nigger, Whitey und Everyday People sind Aussagen gegen die unsinnige Wertung eines Menschen nach Hautfarbe und anderen Äußerlichkeiten oder nach Kultur und Religion. Stand! ist ein aufbauendes Lied, das den Hörer ermutigen soll, sich nicht durch die Intoleranz des Umfeldes vom persönlichen Ziel und Lebensmut abbringen zu lassen. Weiterhin befinden sich auf dem Album die Klassiker Sing a Simple Song, Sex Machine und I Want to Take You Higher.

Sie wurden zur gefragten Liveband und traten beim Woodstock-Festival auf. Dieses Konzert gilt als eines der besten des legendären Hippie-Festivals. Als Nächstes erschienen die Singles Hot Fun in the Summertime, Thank You und Everybody Is a Star, die es mit ihren Inhalten 1969 und 1970 auf die ersten beiden Plätze der US-Charts schafften. Das dazugehörende Greatest-Hits-Album landete auf Platz 2.

Die häufigen Nebenwirkungen eines so großen Erfolges ließen auch hier nicht lange auf sich warten. Aufgrund einer beginnenden Abhängigkeit von Betäubungsmitteln erschien Sly verspätet bei Auftritten oder fehlte mitunter ganz. Sly begann zu resignieren aufgrund verschiedener politischer Entwicklungen, die seinen Vorstellungen nicht entsprachen, zum Beispiel dem Ende des Civil Rights Movement. Dennoch gelang ihm 1971 mit dem Album There’s a Riot Goin' On und dem Nummer-1-Hit Family Affair noch einmal ein kommerzieller und künstlerischer Erfolg.

Die Band veränderte sich ebenfalls. Larry Graham Jr., der darauf die Band Graham Central Station gründete, und Greg Errico verließen die Band und wurden durch Rusty Allen und Andy Newmark ersetzt.

Fresh (1973) schaffte es wie die dazugehörende Single If You Want Me to Stay in die Top-Ten. Small Talk von 1974 schaffte es nur noch auf Platz fünfzehn. High on You, 1975 erschienen, konnte an den Erfolg nicht mehr anknüpfen. Sly Stone war mittlerweile kokainsüchtig. 1979 beendete seine Plattenfirma Epic den gemeinsamen Vertrag nach der Veröffentlichung von Ten Years Too Soon – einem Versuch sich dem Thema Discomusik zu nähern.

Er wechselte zu Warner Brothers und konnte für Back on the Right Track ein paar ehemalige Mitglieder gewinnen, doch auch hier kam es nicht zu dem ersehnten Erfolg. Sly Stone schloss sich 1981 George Clinton an, ging mit ihm auf Tour und wirkte am Album The Electric Spanking of War Babies mit. Mit Bobby Womack veröffentlichte er 1983 Ain’t But the One Way, doch das Album verkaufte sich nicht gut. Sly Stone wurde wegen Kokainbesitzes verhaftet, worauf er einen Entzug versuchte.

Danach ging es zunächst wieder bergauf. Er sang 1986 mit Jesse Johnson Crazay, was wieder ein Hit wurde. 1987 sang er mit Martha Davis den Soul-Man-Soundtrack Love & Affection. Doch der Misserfolg des Solostücks Eek-a-Boo-Static beendete diese Hochphase wieder. Sly Stone wurde zum wiederholten Male aus dem gleichen Grund wie zuvor festgenommen und verhaftet. Immer wieder versuchte er den Ausstieg aus der Drogensucht.

Diskografie[Bearbeiten]

Alben[Bearbeiten]

  • 1967: A Whole New Thing
  • 1968: Dance to the Music
  • 1968: Life
  • 1969: Stand!
  • 1970: Greatest Hits
  • 1971: There’s a Riot Goin’ On
  • 1973: Fresh
  • 1974: Small Talk
  • 1975: High on You
  • 1976: Heard You Missed Me, Well I’m Back
  • 1979: Back on the Right Track
  • 1982: Ain’t But the One Way
  • 1990: Anthology
  • 2011: I'm Back

Erfolgreiche Titel (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Dance to the Music
  • Everyday People
  • Stand!
  • I Want to Take You Higher
  • Hot Fun in the Summertime
  • Thank You (Falettinme Be Mice Elf Agin)
  • Everybody Is a Star
  • Family Affair
  • Runnin’ Away
  • If You Want Me to Stay

Literatur[Bearbeiten]

  • Stambler, Irwin: The Encyclopedia Of Pop, Rock And Soul. 3. überarbeitete Auflage, New York City, New York: St. Martin’s Press, 1989, S. 620f – ISBN 0-312-02573-4

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sly and the Family Stone – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. Rock and Roll Hall of Fame
  2. Sly Stone Book
  3. Joel Selvin: For the Record: Sly and the Family Stone: An Oral History. Quill Publishing, New York 1998, ISBN 0-380-79377-6.
  4. Rock and Roll Hall of Fame Sly & the Family Stone in der Rock and Roll Hall of Fame