Smallworld GIS

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Das Smallworld Geoinformationssystem ist ein Datenbanksystem zur Verwaltung von geografischen und topologischen Informationen.

Während bei klassischen CAD-Systemen der Fokus auf dem Erfassen von Vektorgeometrien zur Erstellung von Zeichnungen, Karten und Plänen liegt, sind die Speicherung, das Verknüpfen und Auffinden sowie das flexible Darstellen von Daten die Kernaufgaben eines (Geo)-Informationssystems.

Im Gegensatz zu rein alphanumerisch geprägten Informationssystemen ergeben sich jedoch für raumbezogene Datenbestände ganz besondere Problemstellungen.

Das Smallworld GIS basiert auf einem 1989 von Richard ‚Dick’ Newell verfassten Papier mit 10 Herausforderungen, die ein Geoinformationssystem seiner Meinung nach meistern müsste:

Smallworld Technical Paper #1: "Ten Difficult Problems in Building a GIS"

Das Smallworld GIS wurde auf Basis dieser Anforderungen mithilfe objektorientierter Methoden und Sprachen entwickelt. Um alle Anforderungen zu erfüllen wurde 1990 die objekt-orientierte Programmiersprache Magik entwickelt, welche mittlerweile in der Version 4.1 vorliegt.

Das Smallworld GIS verfügt seit 1993 über ein CASE-Werkzeug zur automatisierten Erstellung von GIS-Datenmodellen, seit 1995 werden neben UNIX- auch Windows-Plattformen unterstützt, seit 1996 existieren zertifizierte SAP-Schnittstellen und seit 1998 wird die raumbezogene Datenhaltung unter ORACLE Spatial (damals noch SC) unterstützt. Das System wurde 1999 unter Linux lauffähig, stellt seit 2001 Implementierungen von OGC-Spezifikationen bereit (z. B. WMS), verwendet in der aktuellen Version Smallworld 4 Plug-in-Architekturen und wird aktuell auf der Basis von XML konfiguriert.


Das Smallworld-Real-Welt-Konzept

Die Kernidee des Smallworld GIS bildet das Konzept der „Real-Welt-Objekte“, kurz 'RWO'.

Hierunter wird die Modellierung, je nach Problemstellung unterschiedlich abstrahierter, Abbilder der realen Welt durch die Kombination der enthaltenen Daten, der zugrunde liegenden Datenmodelle und der Anwendungslogik verstanden.

Ein RWO unterscheidet nicht zwischen den Datentypen, welche die einzelnen Attribute eines Objektes haben, seien es alphanumerische, Vektor- oder Raster-Daten. Ebenso fließen in die RWO-Modellierung die Beziehungen der Objekte untereinander mit ein. Durch die Kapselung der Daten, die nur einen definierten Zugriff über publizierte Methoden erlaubt, wird die Datenintegrität gesichert.

Neben der eindeutigen Identität besitzt jedes RWO zudem ein spezifisches Verhalten, dass es auf äußere Ereignisse im Fachkontext reagieren lässt. So können ungewollte Aktionen z. B. durch das Objekt selbst blockiert, oder direkt Folgeaktionen bei anderen Objekten angestoßen werden.

Die Definition der Real-Welt-Objekte wird durch das Smallworld CASE-Tool unterstützt. Mit dem CASE-Tool definierte Datenmodelle lassen sich automatisiert erzeugen. Mithilfe der hierbei generierten Metadaten und des vererbten Standardverhaltens stehen alle zum Anlegen, Ändern, Suchen und Darstellen der Objekte benötigten Funktionen direkt, ohne Programmierarbeiten, zur Verfügung.

Ein RWO wird unabhängig von seiner Darstellung erfasst. Somit können sich die Objekte je nach Betrachtungssicht und Aufgabenstellung vollständig unterschiedlich darstellen. Es erfolgt also keine feste Zuordnung der Objekte zu Layern, sondern der Benutzer kann die Zusammenstellung der Objekte zu relevanten Themen, die Steuerung ihrer Sichtbarkeit, Präsentation, Darstellungsreihenfolge, Selektierbarkeit etc. frei wählen.

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