Smartwatch

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Samsung Galaxy Gear (rechts) im Vergleich zu einer Uhr
Sony SmartWatch 2
Smartwatch von Prada November 2008
Pebble E-Paper Watch, eine Smartwatch mit E-Papier Display

Eine Smartwatch (englisch für schlaue Uhr) ist eine Armbanduhr, die über Display, Sensoren, Aktuatoren (z. B. Vibrationsmotor) sowie zusätzliche Computerfunktionalität und -konnektivität und Internetzugriff verfügt. Aktuelle Smartwatches können neben der Uhrzeit weitere Informationen darstellen und lassen sich meist über zusätzliche Programme (sogenannte Apps) vom Anwender individuell mit neuen Funktionen aufrüsten.

Geschichte[Bearbeiten]

Nach der Handyuhr, die seit den 30er Jahren durch Detektiv Dick Tracy, Knight Rider und andere als Spionage-Gadget gilt und mit einer eigenen SIM-Karte betrieben werden, entstand durch die Synchronisation mit Smartphones auch die Smartwatch. Die grundlegende Funktion von Smartwatches war die Darstellung von Informationen, die üblicherweise das Handy/Smartphone dem Nutzer mitteilt, beispielsweise über eingehende SMS oder Name des aktuellen Anrufers. Dadurch sollte erreicht werden, dass das Smartphone nicht jedes Mal aus der Tasche geholt zu werden braucht. Durch die Konnektivität wurden weiterhin die Darstellung von Wetterinformationen, Web-2.0-Nachrichten etc. möglich. Durch die Nutzung von neuen Konzepten Sensor-Fusion, der Mensch-Maschinen-Schnittstelle und neuen Bedienkonzepten wurden zahlreiche neue Anwendungsgebiete erschlossen.

Gerätehistorie[Bearbeiten]

  • Auf der Consumer Electronics Show (CES) 2003 in Las Vegas stellte Microsoft seine SPOT-Uhr[1] (Smart Personal Objects Technology) vor, die bereits ausgewählte Informationen aus dem Internet visualisieren konnte.
  • In 2008 stellte Sony Ericsson die MBW-150 vor, die neben Informationsdarstellungen zum Beispiel auch die Musikwiedergabe das Handys mittels Bluetooth steuern konnte.
  • Die Chronos[2] von Texas Instruments wurde 2010 in den deutschen Markt eingeführt und wies als Besonderheit die Nutzung von Beschleunigungs- und Luftdrucksensoren auf.
  • Die Meta Watch[3] konnte seit 2011 mit Android-Smartphones kommunizieren.
  • In demselben Jahr wurde die Schweizer Notrufuhr Limmex[4] mit eingebautem Handy auf den Markt gebracht.
  • Seit 2012 sind Sony SmartWatch[5] mit Farbdisplay, Pebble[6] mit E-Paper-Display, I'm Watch[7], WIMM One[8] und inPulse[9] von Verizon Wireless angekündigt oder verfügbar. Ferner sind Modelle von Casio[10] und VEA[11] angekündigt oder verfügbar.
  • Im Juni 2013 kündigte Sony den Nachfolger Smartwatch 2[12] (SW2) an.
  • Seit September 2013 gibt es die Samsung Gear-Reihe.
  • Weitere Projektvorstellungen im Jahr 2013 sind Agent[13] und Kreyos Meteor[14]. Letzteres stellt bis dato das erste Smartwatchmodell dar, das über Gestenerkennung und Sprachsteuerung verfügt.
  • Mit Android Wear stellte Google eine Smartwatch-Plattform vor, die, gekoppelt mit einem Android-Smartphone, automatisch relevante Informationen anzeigt und eine tiefe Integration der Google-Sprachsuche bietet. Erste Geräte sind die LG G Watch und die Samsung Gear Live.
  • Anfang 2014 kündigte Motorola mit der Moto 360 die erste runde Smartwatch vor. Der geplante Release der Uhr mit Android Wear ist auf „später im Sommer“ terminiert.[15]
  • Am 9. September 2014 stellte Apple die Apple Watch vor.

Beschreibung[Bearbeiten]

Smartwatches verfügen über die Baugröße von Armbanduhren, können jedoch weitere Informationen zum Beispiel über ihr Display darstellen, den Nutzer zum Beispiel durch einen Vibrationsalarm informieren, sowie die aktuelle Situation über die Sensorik erfassen. Dadurch kann der Nutzer beobachtet und situationsspezifisch unterstützt werden oder der Nutzer kann durch Interaktionen Befehle ausführen, um andere Geräte zu steuern.

Die Smartwatches verwenden derzeit (Stand 2012) proprietäre Betriebssysteme oder Android. Google kündigte im März 2014 eine eigene Android-Version für Smartwatches und vergleichbare Geräte mit dem Namen Android Wear an.[16]

Die Betriebsdauer der Smartwatch ist besonders stark durch die Konnektivität beschränkt. Herstellerangaben geben Laufzeiten von 3 Tagen bis 2 Jahren an.

Anwendungsgebiete[Bearbeiten]

Smartwatches sind typische Produkte für Privatanwender, aber auch im industriellen Umfeld anwendbar.[17] Durch die Sensorik ist das Erkennen von Anomalien möglich, was beispielsweise die Anwendung für ältere Menschen (Sturzerkennung, Assistenz, Epilepsie), bei gefährdeten Arbeitsplätzen oder medizinische Anwendungen erlaubt. Klassische Anwendungen sind auch Uhrzeitangaben durch Vorlesen der Uhrzeit, Erinnerungsfunktionen, Zeiterfassung, Benachrichtigungen oder die Aktivitätserkennung.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Smartwatch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zeit für SPOT-Uhren von Microsoft ist abgelaufen. 26. April 2008, abgerufen am 22. September 2012.
  2. EZ430-Chronos. In: Wiki. Texas Instruments, abgerufen am 22. September 2012.
  3. http://www.metawatch.org/
  4. NZZ-Artikel vom 22. April 2013
  5. SmartWatch Android Armbanduhr. Sony Corporation, abgerufen am 22. September 2012.
  6. Pebble: E-Paper Watch for iPhone and Android. Kickstarter, 18. Mai 2012, abgerufen am 22. September 2012.
  7. http://www.imwatch.it/de-de/
  8. http://www.wimm.com/
  9. http://getinpulse.com/
  10. Casio G-Shock GB-6900: Price, Specs and Release For Smartphone Watch. 3. Januar 2012, abgerufen am 22. September 2012 (englisch).
  11. http://www.smartwatch-infos.de/vea-buddy-als-smartphone-ergaenzung/
  12. SmartWatch 2 SW2. 25. Juni 2013, abgerufen am 25. Juni 2013 (deutsch).
  13. AGENT – The World's Smartest Watch. 25. Juni 2013, abgerufen am 25. Juni 2013 (englisch).
  14. KREYOS: The ONLY Smartwatch With Voice & Gesture Control. 25. Juni 2013, abgerufen am 25. Juni 2013 (englisch).
  15. Moto 360: Runde Smartwatch mit Android Wear. 19. März 2014, abgerufen am 31. Juli 2014 (deutsch).
  16. Sharing what’s up our sleeve: Android coming to wearables. 18. März 2014, abgerufen am 19. März 2014.
  17. Gerald Bieber, Marian Haescher, Christian Peter, Mario Aehnelt, Claas Richter, Holger Gohlke: Hands-free Interaction mittels Handgelenksensoren für mobile Assistenzsysteme. In: Institut für Multimediatechnik (IFM): 6. Multimediakongress Wismar 2011 : Netzwerk – Forschung – Innovation. 2011, 7 S.