Smiley

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Smiley (Begriffsklärung) aufgeführt.

Ein Smiley [ˈsmaɪ̯liː] (auch häufig inkorrekt Smilie, seltener Smily – von englisch to smile = ‚lächeln‘; Mehrzahl Smileys oder inkorrekt Smilies) ist die grafische Darstellung eines Gesichtsausdrucks. Ein Smiley wird oft verwendet, um eine bestimmte Emotion wiederzugeben oder sie zu verdeutlichen. Der Begriff wird oft synonym zu Emoticon verwendet, allerdings ist ein Emoticon eine auf Schriftzeichen basierende Darstellung, das Smiley aber in der Regel ein grafisches Objekt.

Freundliches Smiley, als Emoticon :) Zwinkerndes Smiley, als Emoticon ;) Überraschtes Smiley, als Emoticon :O
Missmutiges Smiley, als Emoticon :/ Trauriges Smiley, als Emoticon :( Weinendes Smiley, als Emoticon :'(
Grinsendes Smiley, als Emoticon :D Teuflisch grinsendes Smiley, als Emoticon >:D Freches Smiley, als Emoticon :P
Unschuldiges (Engel-)Smiley, als Emoticon O:) Verlegenes Smiley Küssendes Smiley, als Emoticon :*
Häufig verwendete Smileys, hier in einer Umsetzung des Tango Desktop Project (mit der Maus berühren für eine Beschreibung)

Geschichte

Die älteste belegbare Verwendung des Smileys geht auf den amerikanischen Werbegrafiker Harvey Ball zurück.[1] Er zeichnete im Dezember 1963 zwei Punkte und einen gebogenen Strich in einen gelben Kreis. Balls Auftraggeber war die Versicherungsgesellschaft State Mutual Life Assurance Cos. of America, die mit den Anstecknadeln das Betriebsklima heben wollte. Ball erhielt für den Entwurf 45 Dollar. Das Zeichen wurde rechtlich nicht gesichert.

1996 meldete der französische Journalist Franklin Loufrani zunächst in Frankreich ein Geschmacksmuster auf das stilisierte Lächeln an, das mit den ovalen Augen und den im Vergleich zu Balls Entwurf veränderten Proportionen den heute gängigen Varianten am nächsten kommt. Die Grafik habe er nach seiner Darstellung als Auflockerung eines Zeitungsartikels erfunden. Inzwischen ist Loufrani Einkommensmillionär und hält Nutzungsrechte für das Smiley in über 80 Ländern. Harvey Ball kämpfte danach um seine Anerkennung als wahrer Vater des Smileys. Ball gründete die World Smile Foundation, die den ursprünglichen Geist des Smileys propagieren soll. Er verstarb am 12. April 2001.

Ende der 1980er Jahre machte sich die Musikbewegung Acid House den Smiley zum Erkennungszeichen.[2] Während des „Second Summer of Love“ wurde auch das Rauschmittel Ecstasy populär und sorgte vor allem in den europäischen Medien für eine Hysterie, worauf viele Warenhäuser aus Angst vor Image-Schäden sämtliche Smiley-Artikel aus dem Sortiment nahmen.

Der als Oz bekannt gewordenen Graffiti-Sprayer Walter Josef Fischer sprühte ab 1992 in Hamburgs Straßen zehntausende von Smileys.[3] Seine Motivation beschreibt er damit "die Menschen zum lächeln bringen zu wollen".[4]

Im Jahr 2005 wollte sich Microsoft die Umwandlung von ASCII-Zeichen in Smileys schützen lassen, was nicht gelang.[5]

Die deutschen Verbraucherschutzminister denken seit 2010[6] darüber nach, ob die Smileys auch als Hygiene-Siegel für Gaststätten[7] dienen können. Die politischen Abstimmungen erfordern jedoch ihre Zeit und die Smileys bilden nur eine Alternative für die Visualisierung.[8][9]

Elektronische Form

Ein aus Satzzeichen konstruiertes Emoticon ergibt ein Smiley
Hauptartikel: Emoticon

Die ursprüngliche Form des elektronischen Smileys besteht aus ASCII-Zeichen und kann so in allen Nachrichtenformen verwendet werden, unabhängig von einer Unterstützung für Grafikformate. Die Grundformen :-) für positive Gefühle und Witze und :-( für negative Gefühle wurden am 19. September 1982 vom späteren Informatikprofessor Scott E. Fahlman vorgeschlagen, der damit als Erfinder der elektronischen Smileys gilt. Diese Grafiken deuten nach links gekippte Gesichter an, die fröhlich oder traurig aussehen.

In Unicode existieren seit längerem drei Zeichen mit der Darstellung eines stilisierten stirnrunzelnden oder lächelnden Gesichts:

Code dezimal Zeichen Name
U+2639 ☹
WHITE FROWNING FACE
U+263A ☺
WHITE SMILING FACE
U+263B ☻
BLACK SMILING FACE

2011 wurden weitere Emoticons in Unicode 6.0 eingeführt, die im Unicodeblock Smileys von U+1F600 bis U+1F64F kodiert sind.[10]

Weblinks

 Commons: Smiley – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Belege

  1. Danny Kringiel: Millionen für ein Lächeln. Spiegel Online. 11. April 2011. Abgerufen am 22. Oktober 2011: „Der Smiley machte viele Menschen reich – nur nicht seinen Schöpfer“
  2. A design for life theguardian.co.uk vom 21 Februar 2009 (englisch)
  3. Bruno Schrep: Als ob es Dreck wäre. In: Der Spiegel 48/1999.
  4. Annika Stenzel, Kai von Appen: Sprayen gegen den Kommerz. STRASSENBILD Der Sprayer Walter Fischer alias "Oz" steht in Hamburg wieder vor Gericht. Sachbeschädigung wirft ihm die Anklage vor, für ihn sind die Tags und bunten Bilder eine Form der Stadtgestaltung. In: TAZ (die Tageszeitung) Nord, 15. Juli 2011, S. 23 - Zitat: "Drückt er sich deswegen lieber mit Smileys aus, statt mit Worten? Fischer sagt, er wolle die Menschen zum lächeln bringen. "Wenn an der Ecke ein Smiley ist, freut sich sogar die Polizei oder ärgert sich, da ist schon wieder so einer." Vor allem Kinder würden sich über die lächelnden Gesichter freuen, darum habe er auch eins auf eine graue Schulwand gesprüht." (online, abgerufen am 11. Januar 2014.)
  5. Millionen für ein Lächeln. Spiegel Online. S. Text zu Bild 19 / 22. 11. April 2011. Abgerufen am 22. Oktober 2011.
  6. Claudia Fuchs: Kritik am Smiley als Hygiene-Siegel. In: Berliner Zeitung (12. Oktober 2010).
  7. Grünes Licht für Restaurant-Ampel. bz-berlin.de. 20. Mai 2011. Abgerufen am 18. Oktober 2011.
  8. Hygiene-Ampel soll kommen. Weser Kurier. 16. September 2011. Abgerufen am 18. Oktober 2011.
  9. Ergebnisprotokoll der 7. VSMK am 16. September 2011 in Bremerhaven (PDF) Verbraucherschutzministerkonferenz. S. 11-12, Top 7. Abgerufen am 18. Oktober 2011.
  10. Unicode 6.0 Standard: Emoticons (PDF, englisch; 129 kB)