Smiltene

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Smiltene (dt.: Smilten)
Wappen von Smiltene
Smiltene (Lettland)
Red pog.svg
Basisdaten
Staat: Lettland
Landschaft: Livland (lettisch: Vidzeme)
Verwaltungsbezirk: Smiltenes novads
Koordinaten: 57° 26′ N, 25° 54′ O57.43305555555625.9153Koordinaten: 57° 25′ 59″ N, 25° 54′ 0″ O
Einwohner: 5.763 (1. Jul. 2010)
Fläche: 8 km²
Bevölkerungsdichte: 720,38 Einwohner je km²
Höhe: 153 m
Stadtrecht: seit 1920
Webseite: www.smiltene.lv
Postleitzahl:
ISO-Code:

Smiltene (deutsch: Smilten) ist eine Stadt im Norden Lettlands, 45 km von der estnischen Grenze entfernt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Vor allem Textil- und Holzindustrie sind in Smiltene ansässig. Es besteht eine große Straßenbaufirma sowie eine Molkerei. In Smiltene befand sich eine für die Region wichtige Poliklinik, welche heute noch eine Ambulanz betreibt. Im Stadtgebiet befinden sich ausgedehnte Parkanlagen und mehrere Seen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gegend war von den Lettgallen besiedelt. Smiltene entstand um eine Burg des Deutschen Ordens, von der heute noch Ruinen existieren. Das ursprünglich aus Holz gebaute Schloss wurde im 12. und 13. Jahrhundert bewohnt und lag auf dem höchsten Berg Smiltenes auf 153m über NN. 1560 wurde die Stadt von Truppen des russischen Zaren erobert und die Burg zerstört. Nun folgte ein wechselndes Besitztum, zunächst von Polen, dann von Schweden. Von 1721 bis 1918 gehörte der Ort wieder zu Russland. Das Landgut Smiltene wurde von Fürst Paul Liven 1895 erworben, zu dessen Zeit ein starker Aufschwung einsetzte. 1912 bestand eine Kleinbahn nach Wolmar. Im Jahre 1920 erhielt Smiltene die Stadtrechte. 1935 lebten hier 3464 Letten, 221 Juden, 25 Deutsche, 19 Russen, 11 Polen und 14 Personen mit anderer Volkszugehörigkeit.

Sonstiges[Bearbeiten]

Bildimpressionen aus dem 19. Jahrhundert
Die Kirche im Jahre 1691
Schloss und Ortsmitte von Smilten
Kirche und Gemeindehaus
Die Burgruine
Karte der Wallburg Pilskalen
Niederlassung Birkau der Herrnhuter Brüdergemeine
Alt Bilskenshof
Neu Bilskenshof
Raudenhof
Karte vom Raudenhof
Gut Bahnhus
  • Der Pastor der Lutherischen Gemeinde Smiltenes Jakob Lange (1711–1777) schrieb das erste deutsch-lettische Wörterbuch.
  • Der Fußballverein Smiltenes Abuls spielt in der 1. Liga Lettlands.

Smiltenes novads[Bearbeiten]

2009 vereinigte sich die Stadt Smiltene mit 8 umliegenden Gemeinden zu einer neuen Verwaltungseinheit. Auf 949 km² Fläche sind 14276 Einwohner gemeldet (Stand 2010). Durch dieses Gebiet fließt der Abuls.

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Jegor von Sievers: Smilten. Ein Beitrag für die Entwickelungsgeschichte Livlands. Riga 1872.
  • Hans Feldmann, Heinz von zur Mühlen (Hrsg.): Baltisches historisches Ortslexikon, Teil 2: Lettland (Südlivland und Kurland). Böhlau, Köln 1990, ISBN 3-412-06889-6, S. #.
  • Astrīda Iltnere (Red.): Latvijas Pagasti, Enciklopēdija. Preses Nams, Riga 2002, ISBN 9984-00-436-8.