Snellen-Haken

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Snellen-Haken

Beim Snellen-Haken (benannt nach dem niederländischen Augenarzt Herman Snellen; Synonym: E-Haken) handelt sich um ein Sehzeichen in Form eines großen lateinischen E, wobei alle drei Balken eine Länge von 5 d aufweisen. Die Balken– und Zwischenraumbreite sind gleich groß und betragen je 1 d. Somit ist der Snellen-Haken genau so lang wie hoch. Weil er im Gegensatz zum Normsehzeichen, dem Landoltring, nicht rund ist, kommen nur vier Stellungen in Betracht, nämlich oben, rechts, unten oder links. Deshalb ist die Wahrscheinlichkeit eines „geratenen“ Ergebnisses mit 25 Prozent auch doppelt so groß.

Bei einem Sehtest soll der Prüfling erkennen, wo die Öffnung des Snellen-Haken hinzeigt. Anwendung findet er vor allem bei Augenärzten, um die Sehschärfe von Analphabeten oder Kleinkindern zu überprüfen. In besonders schwierigen Fällen wird dem Prüfling ein Modell des Hakens, die sogenannte Sehzeichengabel, in die Hand gegeben, die dann so gehalten werden soll, wie das Zeichen gesehen wird. Die Handhabung ist für Kinder nicht ideal, jedoch aufschlussreicher als die Prüfung mit Sehtafelbilder, mit denen eher der Formensinn geprüft wird.

Auch wenn der Prüfling noch nicht in der Lage ist, die Zwischenräume aufzulösen, so kann er die eine Seite schwärzer als die andere empfinden. Daher dient das Sehzeichen nur zur nichtgutachterlichen Sehschärfenprüfung. Zudem kann es zu Unterschieden im Prüfergebnis kommen, wenn man die Sehzeichen „einzeln“ oder in einer „Reihe“ darbietet.

Eine Abwandlung des Snellen-Haken stellt der Pflüger-Haken dar. Bei diesem ist der mittlere Balken um das Ausmaß seiner Dicke kürzer als der obere und untere.

Literatur[Bearbeiten]

  • Herbert Kaufmann (Hrsg.): Strabismus. Unter Mitarbeit von Wilfried de Decker u. a. Enke, Stuttgart 1986, ISBN 3-432-95391-7.