Sozialverband Deutschland
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Der Sozialverband Deutschland e.V. (SoVD) ist ein sozialpolitischer Interessenverband, der sich für die Stärkung der sozialen Rechte einsetzt.
Er wurde 1917 unter dem Namen Reichsbund der Kriegsteilnehmer und Kriegsgeschädigten gegründet, um Kriegsopfer des Ersten Weltkriegs und Hinterbliebene zu unterstützen. Der von dem sozialdemokratischen Politiker Erich Kuttner geleitete Verband zählte 1922 etwa 830.000 Mitglieder. Im Jahr der Machtergreifung 1933 durch die Nationalsozialisten beschloss der Reichsbund die Auflösung seiner Organisation, weil ein aktiver Widerstand gegen die Diktatur Hitlers aussichtslos war. Mit diesem Schritt entzog sich der Reichsbund der weitgehenden Gleichschaltung von Politik, Wirtschaft, Kultur, Verwaltung und Verbänden. Diese Entscheidung ermöglichte 1946 einen von der Vergangenheit unbelasteten und glaubwürdigen Neubeginn. Heute zählt der Sozialverband Deutschland e. V. mehr als 500.000 Mitglieder.
[Bearbeiten] Der Verbandsname im Wandel der Zeit
Die Geschichte des Sozialverband Deutschland ist eine "Zeitreise" durch fünf Epochen: das ausgehende Kaiserreich, die Weimarer Republik, die Nazizeit, die alte Bundesrepublik Deutschland und das wiedervereinigte Deutschland unserer Tage. Die Veränderungen, aber auch die von der politischen Lage ausgehenden Zwänge, spiegeln sich in den Änderungen des Verbandsnamens:
1917 wurde der Verband als "Bund der Kriegsteilnehmer und Kriegsbeschädigten" in Berlin gegründet
1919 Umbenennung in "Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhinterbliebenen"
1933 Auflösung des "Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhinterbliebenen"
1946 Neugründung als "Reichsbund der Körperbeschädigten, Sozialrentner und Hinterbliebenen" (da die Besatzungsmächte eine Organisation ehemaliger Soldaten in größerem Maße ablehnten, wurde ein neuer Name für den Verband gewählt)
1949 nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland wird der Verband in "Reichsbund der Kriegs- und Zivilbeschädigten, Sozialrentner und Hinterbliebenen" umbenannt und im ganzen Bundesgebiet tätig
1974 um die Begriffe in der Sozialpolitik aufzunehmen, wird eine Umbenennung in "Reichsbund der Kriegsopfer, Behinderten, Sozialrentner und Hinterbliebenen" vorgenommen
1987 der vertretene Personenkreis wird im Namen vervollständigt, so dass sich der Verband "Reichsbund der Kriegs- und Wehrdienstopfer, Behinderten, Sozialrentner und Hinterbliebenen" nennt
1995 Umbenennung in "Sozialverband Reichsbund"
1999 der neue Name "Sozialverband Deutschland" verweist durch den Zusatz -ehemals Reichsbund, gegründet 1917- auf die Wurzeln des traditionsreichsten deutschen Sozialverbandes
Seinen Mitgliedern bietet der Sozialverband Versicherungsschutz und Beratung im Sozialrecht. Außerdem unterhält er zwei Berufsbildungswerke für Behinderte, eine Behindertenwerkstätte sowie vier Erholungszentren. Der in 14 Landesverbände untergliederte Sozialverband Deutschland ist Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband. Der Sitz der Bundesgeschäftsstelle ist in Berlin.

