Société de Transports de l’Agglomération Stéphanoise

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Société de Transports de l’Agglomération Stéphanoise
Logo STAS.png
Basisinformationen
Unternehmenssitz St-Priest-en-Jarez Cedex
Webpräsenz STAS-Homepage
Bezugsjahr 2011
Eigentümer Veolia Transdev
Mitarbeiter 681
Linien
Spurweite 1000 mm (Meterspur)
Straßenbahn 3
Obus 1
Bus 57
Anzahl Fahrzeuge
Straßenbahnwagen 35
Omnibusse 248
Statistik
Fahrgäste 182 300 pro Tag
Fahrleistung 10 247 450 km
Einwohner im
Einzugsgebiet
391,4 Tsd.
Länge Liniennetz
Straßenbahnlinien 23,3dep1
Sonstige Betriebseinrichtungen
Betriebshöfe 4
Liniennetzplan 2009

Die Société de Transports de l’Agglomération Stéphanoise, kurz STAS, ist ein Nahverkehrsunternehmen in der französischen Stadt Saint-Étienne. Sie gehört zur Veolia Transportation, die im Auftrag und auf Rechnung des Zweckverbands Saint Étienne Métropole den Verkehr betreibt. Es handelt sich dabei um einen Zusammenschluss von 43 Gemeinden – 29 von ihnen sind an das Nahverkehrsnetz der STAS angeschlossen. Das Netz der STAS umfasst die drei Linien der Straßenbahn Saint-Étienne, eine Oberleitungsbus-Linie in Saint-Étienne sowie den Omnibusverkehr im Großraum Saint-Étienne und Grand Gier.

Geschichte[Bearbeiten]

Begegnung zweier Trams im Stadtzentrum
Oberleitungsbus in Saint-Étienne, 2009
Die Größe des O-Bus-Netzes von Saint-Étienne im Jahr 1995

Die Stadt Saint-Étienne gehört – zusammen mit Lille und Marseille – zu den drei Städten in Frankreich, in denen die Straßenbahn die Stilllegungswelle der Nachkriegszeit überlebt hat. Die Anfänge der Straßenbahn gehen auf das Jahr 1881 zurück, als die erste meterspurige Dampfstraßenbahn durch die Compagnie des chemins de fer à voie étroite de Saint-Étienne, Firminy, Rive-de-Gier et extentions, kurz CFVE, eröffnet wurde. Ab 1901 kamen die Bahnen der Chemins de fer départementaux de la Loire, kurz CFDL, hinzu. Letztere wurden allerdings in dem 1930ern aufgrund hoher Betriebsverluste wieder stillgelegt.

Elektrisch fuhren die Trams allerdings schon seit 1897, als die Tramway Électriques de Saint-Étienne den Betrieb aufnahm. Bis 1914 wurde auch das Netz der CFVE elektrifiziert. 1932 fusionierten beide Betriebe. In den folgenden Jahren kam der Omnibus als Konkurrenz immer mehr auf und die ersten Tramlinien mussten eingestellt werden.

Während des Zweiten Weltkrieges beschloss die Stadt die Abschaffung der Straßenbahn und deren Ersatz durch Oberleitungsbusse. Die erste Linie wurde am 1. Januar 1942 auf Obus-Betrieb umgestellt. Bis 1952 war nur noch die Linie 4 übriggeblieben. Letztendlich ist es nur den Fahrgästen der Straßenbahn zu verdanken, dass diese wichtige, aber veraltete Linie gerettet wurde. Nach langwieriger Überzeugungsarbeit einer Fahrgastvereinigung, die mit dem Widerstand der Presse, Politik und Autolobby zu kämpfen hatte, gelang es schließlich, die Anschaffung neuer Wagen durchzusetzen. 1958 wurde neue Fahrzeuge vom Typ PCC-Wagen nach Brüsseler Vorbild angeschafft.

Den neuen Wagen folgte eine vollständige Modernisierung der Strecke. Man schuf eigene Trassen und gestaltete die Haltestellen neu. 1980 ging die CFCE in die neu gegründete STAS auf. Bald darauf wurde das Tarifsystem umgestaltet und am 1. November 1982 der Ein-Mann-Betrieb aufgenommen. Am 17. Februar 1998 wurde mit der Verlängerung der Strecke um 1,5 Kilometer in Richtung Süden die erste Neubaustrecke Frankreichs nach Ende des Zweiten Weltkrieges eingeweiht.

Das Verkehrsnetz der STAS[Bearbeiten]

Die Region Saint-Étienne ist in zwei Zonen aufgeteilt.

Insgesamt werden drei Straßenbahnlinien, eine Oberleitungsbuslinie und 57 Omnibuslinien (einige durch Subunternehmen) betrieben.

Die beiden Zonen[Bearbeiten]

Das Netz zerfällt in die beiden Zonen Grand Saint-Etienne (mit drei Straßenbahnlinien, einer Oberleitungsbuslinie und 43 Omnibuslinien) und Grand Gier (sechs Omnibuslinien und vier Schulbuslinien). Die beiden Zonen sind durch Nahverkehrszüge und zwei Omnibuslinien miteinander verknüpft. Ein spezieller Netzausweis namens Oùra erlaubt die Benutzung aller Nahverkehrszüge zwischen den zehn Bahnhöfen seines Gültigkeitsbereichs und der anderen Linien des ÖPNV.

Straßenbahn[Bearbeiten]

Hauptartikel: Straßenbahn Saint-Étienne

Oberleitungsbus[Bearbeiten]

Saint-Étienne ist neben Limoges, Lyon und Nancy eine von vier französischen Städten, in denen Oberleitungsbusse verkehren. Das Oberleitungsbus-Netz bestand bis in die 1990er Jahre hinein aus sieben Linien. Davon ist bis 2011 jedoch nur eine Linie verblieben, alle anderen wurden auf Dieselbetrieb umgestellt:

  • Linie 3 CotonneTerrenoire

Betriebshöfe und Verkehrsmuseum[Bearbeiten]

Tramway de Saint Etienne - Depot plan.png

Die STAS besitzt vier Betriebshöfe:

  • Depot Transpôle in Saint-Priest-en-Jarez an der Rue Pierre Mendès France. Hier befindet sich der Hauptsitz der STAS. Dieser Betriebshof beheimatet auf 9 Hektar Fläche Busse und Straßenbahnen. Er befindet sich in der Nähe der Straßenbahnhaltestelle Clinique du Parc der T1.
  • Depot Transparc in Saint-Étienne an der Rue Pierre Copel. Hier sind auf 2 Hektar Fläche alle Obusse und die meisten Busse, die im Stadtzentrum von Saint-Étienne verkehren, beheimatet.
  • Depot Pont Chaney in Firminy an der Rue Victor Hugo. Dieser Betriebshof hat eine Fläche von 3300 m² und ist für die Buslinien, die von Firminy ausgehen, zuständig.
  • Depot in Saint-Chamond. Hier sind die Busse der Linien im Großraum Grand Gier beheimatet.

Beim Depot Transpôle befindet sich auch ein kleines Verkehrsmuseum (Musée des transports urbains de Saint-Étienne et sa région). Zu sehen sind unter anderem eine Dampfstraßenbahn sowie elektrische Triebwagen der Baureihen "H" aus dem Jahr 1907, "J" aus dem Jahr 1938 und ein "PCC" von 1958. Außerdem gibt es auch einen Oberleitungsbus und verschiedene Omnibusse (VETRA Baujahr 1952 und SAVIEM Baujahr 1966).

Weblinks[Bearbeiten]