Sodbrennen

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Dieser Artikel behandelt ein schmerzhaftes Symptom, für den Film Sodbrennen (Film) siehe ebendort.

Sodbrennen (griech. 'Pyrosis', in der Schweiz auch Magenbrennen) beschreibt eine epigastral aufsteigende brennende und schmerzhafte Empfindung hinter dem Brustbein, der unter Umständen bis zum Hals und dem Pharynx ausstrahlt und oft mit sauren oder bitteren Aufstoßen bzw Regurgitation assoziiert wird. Er wird meist durch den Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre (Ösophagus) ausgelöst und ist in der Pathologie das Leitsymptom der Refluxkrankheit bzw. Refluxösophagitis. Ebenso kann bitteres, galliges Aufstoßen auf einen duodenogastroösophagealen Reflux hinweisen. Als Begleitsymptom kann es vor allem auch bei hypermotilen Motilitätsstörungen und nicht säurebedingt bei Achalasie auftreten.[1] Etymologisch bezeichnet das kaum noch verwendete Wort Sod ‘das Sieden, das Siedende’ und ist vom Althochdeutschen sōd, gisōd sowie mittelhochdeutsch sōt ‘das Wallen, Sieden, siedende Flüssigkeit, Brühe, Brunnen’ herzuleiten.[2]

Hauptauslöser ist ein saurer gastroösophagealer Reflux. Hierdurch kommt es zu einer Stimulation intraepithelial gelegener Chemo-Nozizeptoren durch H+-Ionen nach säurebedingter Lockerung der Zellverbindungen des ösophagealen Schleimhautepithels mit erhöhter parazellulärer Permeabilität. Nicht bei jedem Refluxereignis entsteht Sodbrennen, sondern die Symptomgenerierung ist in Abhängigkeit von Ausmaß und Dauer des pH-Abfalls, vom Ausmaß der durch Säure angegriffenen Schleimhautfläche sowie von einer Sensibilisierung der Rezeptoren durch vorangegangene Refluxepisoden abhängig. Ebenso kann Sodbrennen durch einen duodenogastroösophagealen Reflux sowie auch durch einen nichtsauren Volumenreflux ausgelöst werden. Auch können Nahrungsmittel und Getränke über verschiedene Mechanismen wie etwa Refluxinduktion, lokale Irritation oder Reizschwellensenkung Sodbrennen verursachen. Häufigkeit und Intensität können durch eine individuell unterschiedliche Säuresensitivität sowie durch psychosoziale Faktoren wie Stress oder psychische Komorbidität erheblich beeinflusst werden. Weiter scheinen Interaktionen zwischen der Chemo- und Mechanosensitivität des Ösophagus wie durch eine Ösophagusdehnung eine Rolle in der Genese zu spielen. Ferner kann es durch Entzündungsmediatoren zu einer Hypersensitivität der Chemo-Nozizeptoren kommen, die über zentrale Mechanismen dann verstärkt und räumlich ausgeweitet werden kann.[3]

Saurer Reflux kann insbesondere nach fetthaltigem oder scharfem Essen, pfefferminzhaltigen Speisen, Kaffee-, Alkohol- oder Nikotinkonsum auftreten und im Liegen sich verstärken. Daher wird empfohlen diese auslösende Faktoren vor dem Schlafengehen zu vermeiden.[4] Medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten zur kurzfristigen Symptomminderung sind bei saurem gastroösophagealen Reflux Antazida, die als Puffer die Magensäure neutralisieren sowie Protonenpumpenhemmer, die die Bildung von Magensäure über die Hemmung der H+/K+-ATPase in den Belegzellen des Magens unterdrücken.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Irmtraut Koop: Gastroenterologie compact: Alles für Klinik und Weiterbildung, Thieme 2009, online in Google Bücher
  2. Etymologisches Wörterbuch des Deutschen nach Pfeifer online auf DWDS
  3. Pehl, Christian; Schepp, Wolfgang: Wie entsteht Sodbrennen? Pathomechanismen und Einflussfaktoren In: Deutsches Ärzteblatt 2002, online
  4. Warum ein Verdauungsschlaf nicht unbedingt eine gute Idee ist, wissenschaft.de vom 29. Dezember 2005

[Bearbeiten] Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Sodbrennen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
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