Sodoma

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Sodoma (* 1477 in Vercelli, Piemont; † 15. Februar 1549 in Siena; eigentlich Giovanni Antonio Bazzi) war ein italienischer Maler.

Leben[Bearbeiten]

Sein Vater war Giacomo Bazzi, seine Mutter war Angelina di Niccolò da Bergamo.[1] Sodoma bildete sich seit 1498 nach Leonardo da Vinci in Mailand und kam 1501 nach Siena, wo er verschiedene Fresken und Tafelbilder ausführte; 1505 malte er einen großen Freskenzyklus aus dem Leben des Heiligen Benedikt für das Kloster Monte Oliveto Maggiore und um dieselbe Zeit die Kreuzabnahme, jetzt im Museum von Siena. Zwischen 1507 und 1509 war Sodoma in Rom, wo er im Vatikan malte; dann ging er wieder nach Siena, kehrte aber 1514 nach Rom zurück und malte in der Villa Farnesina seine berühmtesten Fresken: Alexander vor der Familie des Dareios und seine Vermählung mit Roxane, ein Bild, das durch Liebenswürdigkeit der Erfindung und Zartheit des Ausdrucks bezaubert. Damals erhob ihn Leo X. für ein Bild der Römerin Lucretia in den Ritterstand.

1515 hielt er sich erstmals bei den Appiani in Piombino auf[1], danach kam Sodoma nach Siena zurück, wo er 1518 vier Fresken aus der Geschichte der Maria im Oratorium von San Bernardino malte. Zwischen 1518 und 1525 schien er sich in Oberitalien aufgehalten zu haben, wo er mehr von der lombardischen Schule beeinflusst wurde. Von 1525 bis 1537 war der Maler wieder in Siena ansässig, wo er seit 1525 die Fresken aus dem Leben der Heiligen Katharina in der Kapelle der Heiligen in der Kirche San Domenico, ein durch Tiefe und Wahrheit der Empfindung ausgezeichnetes Hauptwerk des Künstlers, und später mehrere Heiligengestalten, die Auferstehung Christi u. a. im Stadthaus malte. 1542 war er zu Pisa tätig. Er starb 15. Februar 1549 in Siena.

Sodoma war ein Lebemann, dessen exzentrisches Wesen ihn nicht zu einem sorgsamen Naturstudium und zu einer fleißigen Durchführung seiner Bilder kommen ließ. Seinen Beinamen Il Sodoma verdankt er, Giorgio Vasari zufolge, seiner Vorliebe für minderjährige Knaben.

Von seinen Tafelbildern sind noch die heilige Familie mit Calixtus (im Stadthaus zu Siena), die Anbetung der Könige (in Sant' Agostino daselbst) sowie eine Prozessionsfahne mit der Madonna und dem hl. Sebastian (in den Uffizien zu Florenz) hervorzuheben.

Hauptwerke[Bearbeiten]

Galerie[Bearbeiten]

Fresken[Bearbeiten]

Tafelbilder[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Enzo Carli in: Dizionario Biografico degli Italiani
Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890.
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