Sofiensäle
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Sofiensäle ist der Name eines Gebäudes bzw. seiner Veranstaltungsräumlichkeiten in der Marxergasse 17, im 3. Wiener Gemeindebezirk (Landstraße). Synonyme Bezeichnungen sind Sofiensaal und Sofienbadsaal. 2001 brannten die Sofiensäle größtenteils ab. Seitdem stehen nur mehr die tragenden Mauern als Brandruine.
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[Bearbeiten] Geschichte
1838 wurde an der Stelle der späteren Sofiensäle ein russisches Dampfbad errichtet. In den Jahren 1845 - 1849 wurde am Standort des Dampfbads das Sophienbad nach Plänen der Architekten Eduard van der Nüll und August Sicard von Sicardsburg errichtet.
Der große Saal des Sophienbads (=Sofiensaal) wurde im Winter als Schwimmhalle, im Sommer unter dem Namen Sofiensaal als Tanz-, Konzert- und Versammlungssaal genutzt. Dazu wurde das Schwimmbecken mit Holzbrettern abgedeckt.
1870, 1886 und 1899 kam es zu Umbauten und Umgestaltungen. So wurde in den Jahren 1898 und 1899 die Fassade vom Architekten Ernst Gotthilf-Miskolczy neu erbaut. Im Dehio wird sie fälschlicherweise den Architekten Dehm & Olbricht zugeschrieben.[1] 1886 wurde der zweite, kleinere Saal dazugebaut, der den Namen „Blauer Salon“ trug. Erst seit diesem Zeitpunkt ist die Bezeichnung „Sofiensäle“ in Verwendung. Im März 1912 hielt Karl May dort seinen letzten öffentlichen Vortrag ("Empor ins Reich des Edelmenschen!") vor ca. 2000 Zuhörern. In den Sofiensälen wurden im September 1913 unter dem Titel „Sprechender Film“ erstmals auch in Wien mit Sprechton begleitete Filme präsentiert (Edison Kinetophon und Gaumont-Vorführungen). Aus unterschiedlichen Gründen, etwa dem geringen Angebot am Filmmarkt und Problemen mit der Synchronität von Bild und Ton wurden diese Vorführungen bald wieder eingestellt.
Die Sofiensäle sind aber auch mit dunklen Kapiteln der Wiener Geschichte verbunden: So wurde dort von Richard Suchenwirth in einer Versammlung im Mai 1926 die NSDAP in Österreich gegründet. Ab 1938 wurden die Sofiensäle für zur Deportation bestimmte Juden als Sammelstelle verwendet.
1948 wurde bei einer Restaurierung durch den Architekten Carl Appel die ursprüngliche Deckenkonstruktion freigelegt. Der Künstler Konrad Honold gestaltete die Wandflächen im Foyerbereich.
An den 1950er-Jahren installierte das Recordlabel DECCA das modernste Aufnahmestudio Europas im Gebäude, in dem bis in die 1970er Aufnahmen etwa mit den Wiener Philharmonikern eingespielt wurden.
In den 1990er-Jahren wurden die Sophiensäle noch für Clubbings und diverse Veranstaltungen genützt.
Bereits seit 1986 bestanden Pläne, die denkmalgeschützten Sofiensäle abzureißen und an ihrer Stelle ein Hotel zu errichten. Am 16. August 2001 wurden die Sofiensäle durch einen Brand schwer beschädigt. Auslöser waren Flämmarbeiten an der Dachkonstruktion, wobei sich der hölzerne Dachstuhl entzündete. Die Säle brannten vollständig aus, die Dachkonstruktion stürzte ein. Als Brandruine sind Reste der Außenmauern, Foyer und drei Seitenwände des „Großen Saales“ vorhanden.
[Bearbeiten] Rechtsstreit und Zukunft der Säle
Die Sofiensäle standen unter Denkmalschutz, die nach dem Brand verbliebene Fassade, das Foyer und der "Große Saal" stehen nach wie vor unter Denkmalschutz, weshalb ein Abriss vom Bundesdenkmalamt nicht gestattet wird. Der Eigentümer plante die Errichtung eines Hotels und wünschte daher den vollständigen Abriss der Brandruine, da eine Einbindung der Fassadenteile in das neue Hotel laut Eigentümer nicht wirtschaftlich beziehungsweise nicht umsetzbar gewesen wäre.
Nach dem Brand entstand daher ein andauernder Streit zwischen Eigentümer und Bundesdenkmalamt, der die Gerichte beschäftigte. Die Fassadenteile der Säle waren der Witterung ausgesetzt, weshalb ihr Zustand nach und nach schlechter wurde.
Am 27. Jänner 2006 erwarb die der Stadt Wien nahe stehende Immobilienfirma ARWAG das Grundstück samt Brandruine und versprach eine denkmalgerechte Sanierung. Für die erneute Nutzung war im Gespräch die Sofiensäle zu Wohnungen oder in ein Hotel umzubauen. Im Juli 2008 wurde endgültig beschlossen, dass die Sofiensäle nun für ein Hotel genutzt werden. Der denkmalgeschützte Saal und der Stiegenaufgang werden renoviert und ins Hotel integriert[2].
48.20681944444416.391158333333Koordinaten: 48° 12′ 25″ N, 16° 23′ 28″ O
[Bearbeiten] Einzelnachweise
[Bearbeiten] Literatur
- Christoph Römer: Die Sofiensäle - eine Wiener Institution 2004, ISBN 3-89702-740-2

