Soft Biometrics

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Soft biometrics)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Soft Biometrics ist die Wissenschaft von soft biometrischen Merkmalen, die menschliche Verhaltensweisen oder physische Charakteristiken beschreiben. Ferner Accessoires, die zur Beschreibung einer Person dienen können, dazugezählt. Im Gegensatz zu der klassischen Biometrie, sind die soft biometrischen Merkmale klassifizierbar in menschlich konforme und etablierte Kategorien, die von jeher der Unterscheidung von Individuen dienten.[1]

Entstehung[Bearbeiten]

Die Anfänge der Soft Biometrie legte Alphonse Bertillon im 19. Jahrhundert als er ein Menschenidentifikationssystem entwickelte, das auf biometrischen, morphologischen und anthropometrischen Charakteristiken basiert war.[2] Dieses System umfasste Merkmale wie die Farbe der Augen, Haare, Bart und Haut; die Form und Größe des Kopfes; aber auch die Körpergröße oder -gewicht, sowie des Weiteren Muttermale, Narben oder Tätowierungen. Die große Mehrheit dieser Deskriptoren fallen in der heutigen Zeit in die Kategorie der Soft Biometrie.

Unlängst entdeckte Jain die Soft biometrischen Merkmale als eine Reihe von Eigenschaften, die Informationen über eine Person liefern, aber diese Person nicht vollkommen authentifizieren koennen, weil sie von geringer Diskriminierungskraft und Dauerhaftigkeit sind.[3]

Soft Biometrische Merkmale[Bearbeiten]

Charakteristiken, die die obige Definition akzeptieren, aber sich nicht darauf beschränken:

  • Physische: Hautfarbe, Augenfarbe, Haarfarbe, Vorhandensein von Bart und Schnurrbart, Kopfform, Gesichtszüge, Körpergröße und -gewicht.
  • Verhaltensweise: Gang, Tastenanschlag.
  • Accessoires: Kleidungsfarbe, Vorhandensein von Kopfbedeckung, Taschen.

Soft Biometrische Charakteristiken erben einen Hauptteil der Vorteile der klassischen Biometrie, haben aber durchaus darüber hinaus ihre eigenen Stärken. Einige der neuen Vorteile sind die unauffällige Erfassung, man benötigt die Zustimmung oder die Zusammenarbeit des Beobachteten nicht. Weiters ist die Erfassung und Auswertung der Merkmale aufwand- und zeiteffizienz und es bedarf keiner Einlernphase (Enrolment). Schlussendlich sind sie menschlich Konform, man kann also eine Suche anhand menschlicher Beschreibungen initiieren.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. A. Dantcheva, C. Velardo, A. D'Angelo, J.-L. Dugelay; „Bag of Soft Biometrics for Person Identification: new trends and challenges", Multimedia Tools and Applications, Oktober 2010, doi:10.1007/s11042-010-0635-7
  2. H.T.F. Rhodes; „Alphonse Bertillon: Father of Scientific Detection", 1956 , http://openlibrary.org/books/OL18720791M/Alphonse_Bertillon_father_of_scientific_detection
  3. A.K. Jain, S.C. Dass, K. Nandakumar; „Soft biometric traits for personal recognition systems", 2004, doi:10.1007/978-3-540-25948-0_99

Weiterführende Literatur[Bearbeiten]