Soissons

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Soissons (Begriffsklärung) aufgeführt.
Soissons
Wappen von Soissons
Soissons (Frankreich)
Soissons
Region Picardie
Département Aisne
Arrondissement Soissons
Kanton Hauptort der Kantone Soissons-Sud und -Nord
Gemeindeverband Agglomération du Soissonnais.
Koordinaten 49° 23′ N, 3° 19′ O49.3811111111113.322546Koordinaten: 49° 23′ N, 3° 19′ O
Höhe 38–130 m
Fläche 12,32 km²
Einwohner 28.551 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 2.317 Einw./km²
Postleitzahl 02200
INSEE-Code
Website www.ville-soissons.fr

Rathaus

Soissons [swaˈsõ] ist eine nordfranzösische Stadt mit 28.551 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Aisne in der Picardie. Sie ist die Hauptstadt des Arrondissements Soissons, Hauptort der Kantone Soissons-Sud und Soissons-Nord sowie Sitz des 28 Gemeinden umfassenden Kommunalverbandes Agglomération du Soissonnais.

Die Stadt Soissons war bereits zu Zeiten der römischen Besetzung als Augusta Suessionum bekannt. Sie war zwischen 486 und 497 Hauptstadt des Frankenreichs. Heute ist Soissons noch immer Bischofssitz des Bistums Soissons.

Geografische Lage[Bearbeiten]

Soissons befindet sich zwischen den Städten Laon im Nordosten, Compiègne im Westen, Paris im Südwesten und Reims im Osten. Die Stadt liegt am Südufer der Aisne, deren linker Nebenfluss Crise im Stadtgebiet mündet.

Geschichte[Bearbeiten]

Antike[Bearbeiten]

In der Antike siedelte der keltische Stamm der Suessionen im Gebiet um Soissons. Soissons war der Hauptort dieses belgischen Stammes, der schließlich im Jahr 57 v. Chr. von Gaius Iulius Caesar unterworfen wurde. Die Stadt wurde von den Römern Augusta Suessionum genannt.

Mittelalter[Bearbeiten]

Durch den Sieg Chlodwigs über Syagrius im Jahr 486 (oder 487) n. Chr. in der Schlacht von Soissons wurde die Stadt merowingischer Königssitz. Nach der Legalisierung der fränkischen Reichsgründung Chlodwigs I. durch Kaiser Anastasios I. im Jahre 497 verlegte Chlodwig die Hauptstadt nach Paris. Nach der Reichsteilung 511 erhielt Chlothar I., der jüngste Sohn Chlodwigs, den nordwestlichen Reichsteil mit Soisson als Hauptstadt. Wenig verbreitet ist hierfür die Bezeichnung Reich von Soissons. Ab 575 setzte sich dann der Begriff Neustrien für diesen Reichsteil durch.

Neuzeit[Bearbeiten]

1415 führte der Widerstand Soissons gegen König Karl VI. zur vollständigen Zerstörung der Stadt im Hundertjährigen Krieg.

Während der Hugenottenkriege wurde Soissons in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts ständig belagert.

In den Befreiungskriegen wurde die Stadt im März/April 1814 von preußischen Truppen (3. Armee-Korps) belagert und schließlich eingenommen.

Soissons erlitt bereits im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 starke Schäden. In der Stadt befand sich eine Festung, die im Oktober 1870 von den deutschen Truppen eingenommen wurde. Dabei gingen über 4.700 Soldaten in Gefangenschaft und umfangreiche Sachwerte wie Kanonen, Ausrüstung und die Kriegskasse mit 92.000 Franc wurden erbeutet.

Im Ersten Weltkrieg (1914–1918) wurde die Stadt zweimal von deutschen Truppen besetzt und durch Artilleriefeuer von beiden Seiten zu drei Vierteln zerstört. Die Türme der Abtei und der Kathedrale blieben aber unversehrt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007
Einwohner 23.150 25.890 30.009 30.213 29.829 29.439 28.471

Bauwerke[Bearbeiten]

Kathedrale Saint Gervais und Saint Protais
Kathedrale und Kriegerdenkmal
Ruine der Abteikirche Saint-Jean-des-Vignes

Kathedrale von Soissons[Bearbeiten]

Die gotische Kathedrale Saint-Gervais et Saint-Protais von Soissons wurde ab 1180 errichtet. Die Fassade stammt aus der Zeit um 1400. Die Vollendung des Nordturms ist durch den Hundertjährigen Krieg verhindert worden. Das Radfenster in der Mitte ist sehr viel später eingesetzt worden. Der plastische Schmuck der Portalzonen ist bereits 1567 den Zerstörungszügen der Hugenotten zum Opfer gefallen. Später hat vor allen Dingen der Erste Weltkrieg starke Schäden hinterlassen.

Ehemalige Abtei Saint-Jean-des-Vignes[Bearbeiten]

Die 1076 gegründete ehemalige Abtei Saint-Jean-des-Vignes überragt die Stadt mit den noch erhaltenen und weithin sichtbaren Westtürmen. Die gotische Architektur stammt aus dem 13. bis 16. Jahrhundert. 1359 wurde das Kloster im Hundertjährigen Krieg befestigt. Am Ende des 18. Jahrhunderts und nach der französischen Revolution zerfiel die Anlage. Das Gelände diente fortan als Steinbruch und Kaserne. Heute befindet sich in einem ehemaligen Kasernengebäude ein Museum.

Weitere sehenswerte Bauwerke[Bearbeiten]

Partnerstädte[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Zitate[Bearbeiten]

  • „Sie hat Caesar siegen, Chlodwig regieren und Napoleon wanken sehen.“ (Victor Hugo)

Literatur[Bearbeiten]

  • Horst Heynemann: Picardie. Von der Aisne zur Oise... von der Somme zum Ärmelkanal. Aachen 1999, ISBN 3-89124-558-0.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Soissons – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b c Jumelages : Ville de soissons. Abgerufen am 25. November 2012 (französisch).