Solarfeld Erlasee

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Solarfeld Erlasee
Solarfeld Erlasee, 1.jpg
Lage
Solarfeld Erlasee (Bayern)
Solarfeld Erlasee
Koordinaten 50° 0′ 11″ N, 9° 55′ 14″ O50.0030555555569.9205555555556Koordinaten: 50° 0′ 11″ N, 9° 55′ 14″ O
Daten
Primärenergie Solarenergie
Leistung 11,4 Megawatt
Typ Photovoltaikanlage
Eigentümer S.A.G. Solarstrom AG und andere
Eingespeiste Energie im
Jahre
14 GWh

Das Solarfeld Erlasee (auch Solarstrompark Gut Erlasee) ist ein 2005/2006 auf dem ehemaligen fränkischen Weingut Erlasee bei Arnstein im Landkreis Main-Spessart (Bayern) errichtetes Solarkraftwerk.

Dieses Kraftwerk war bis 2007/2008 die größte Photovoltaikanlage der Welt. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt des Berliner Solarmodulherstellers Solon SE, des Projektierungs- und Vertriebsunternehmens S.A.G. Solarstrom AG und der E.ON Bayern AG, in deren 20-kV-Netz der erzeugte Strom in der etwa elf Kilometer weiter westlich gelegenen Ortschaft Schönarts eingespeist wird.

Auf dem 85 Hektar großen Gelände wandeln 1.464 zweiachsig der Sonne nachgeführte Solarmodule mit einer Nennleistung von 11,4 Megawatt peak Sonnenlicht in elektrische Energie. Pro Jahr werden etwa 14.000 Megawattstunden Strom erzeugt. Dies entspricht einem Kraftwerk, welches konstant rund um die Uhr etwa 1,6 MW erzeugt. Um die Solarmodule nachzuführen, sind jeweils zwölf Module auf beweglichen Unterkonstruktionen, sogenannten Movern montiert. Durch diese Technik des SOLON Movers verspricht sich der Initiator des Parkes einen Mehrertrag von etwa 30 Prozent. Eingesetzt sind Solarmodule mit etwa 1,55 Metern Breite und 2,6 Metern Länge. Pro Mover kommen immer Module mit einem Typ Solarzellen zum Einsatz, im gesamten Solarfeld sind Module sowohl mit polykristallinem als auch mit monokristallinen Zellen mit Wirkungsgraden zwischen 15 und 22 Prozent verbaut.

Der Flächenbedarf beträgt etwa 74.500 m² pro Megawatt und ist mehr als doppelt so hoch wie bei einer starr nach Süden ausgerichteten Anlage. Ursache ist, dass Module dieser nachgeführten Anlage auch Freiraum nach Osten und Westen benötigen, damit es zu keiner gegenseitigen Abschattung bei tiefem Sonnenstand kommt. Der Vorteil dieser Bauweise sind ein etwa 30 % höheres Regelarbeitsvermögen (Energieertrag pro Modul) und die bessere landwirtschaftliche Nutzbarkeit des Bodens im Vergleich zu einer starren, nach Süden orientierten Montage.

Nach einer Bauzeit von 15 Monaten wurde das Solarfeld am 1. September 2006 mit einem Konzert von BAP und The BossHoss feierlich eingeweiht. Das Gesamtprojekt hat rund 70 Millionen Euro gekostet. Die 1.464 Mover wurden auf verschiedenen Wegen „kommerzialisiert“. So hat die Solarstrom AG aus Freiburg 776 Mover erworben und an Investoren verkauft – zum Preis von 45.000 bis 55.000 Euro pro Stück je nach Leistungsfähigkeit der eingesetzten Solarmodule. 436 Mover werden über den Fonds Solarstrompark Erlasee finanziert, bei dem Anteile ab einer Mindestbeteiligung von 5.000 Euro zu haben sind. Die restlichen 196 Mover wurden an einen weiteren Kunden verkauft.

Weblinks[Bearbeiten]