Solarwatt
| SOLARWATT AG | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 1993 |
| Sitz | Dresden |
| Mitarbeiter | 469 (2009) [1] |
| Umsatz | 296 Mio. Euro (2009)[1] |
| Branche | Photovoltaik |
| Website | www.solarwatt.de |
SOLARWATT ist ein Hersteller von kristallinen Solarmodulen und Anbieter von Photovoltaik-Systemen mit Sitz in Dresden. Seit der Gründung im Jahr 1993 bis 2011 wuchs das Unternehmen kontinuierlich und beschäftigte bis zu 490 Mitarbeiter. Der Umsatz für das Jahr 2009 betrug 296 Millionen Euro. In den Jahren 2005 bis 2012 firmierte das Unternehmen als Aktiengesellschaft, der BMW-Großaktionär Stefan Quandt war an der Solarwatt AG maßgeblich beteiligt.[2] [3]
SOLARWATT verfügt über eine Modulfertigungskapazität von 240 MWp (Mega-Watt-Peak). Zu den Produkten gehören Standardmodule für solare Kraftwerke und zur Gebäudeintegration (BIPV), Kleinmodule sowie Sondermodule für außergewöhnliche Architektur. Ein weiterer Geschäftsbereich befasst sich mit der Umsetzung schlüsselfertiger Projekte. Das Leistungsspektrum der Module erstreckt sich von 2 Watt bis 320 Watt.
Eines der bekanntesten Projekte ist die Solaranlage auf dem Dach der BMW Welt in München mit 8000 m².
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte [Bearbeiten]
Gegründet wurde die Firma als SOLARWATT Solar-Systeme GmbH 1993 von Lothar Schlegel und Frank Schneider, zwei Mitarbeitern des einstigen DDR-Vorzeigeunternehmens ZMD (Zentrum für Mikroelektronik Dresden). Mit der Herstellung von Kleinmodulen zur Stromversorgung von Verkaufsautomaten und Notrufsäulen gelang dem Zwei-Mann-Unternehmen damals der Einstieg in die Photovoltaikbranche.
Im Jahr 2005 erfolgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft. Frank Schneider wurde Vorstandsvorsitzender.[1] Bis 2011 ist das Unternehmen, dank der Förderung der Photovoltaik durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz, kontinuierlich gewachsen.
Am 1. August 2012 wurde vom Amtsgericht Dresden ein Insolvenzverfahren über das Vermögen der Solarwatt AG eröffnet (Az 534/554 IN 1286/12).[4] Nach erfolgreichen Sanierungsmaßnahmen und nachdem das Gericht den Restrukturierungsplan bestätigt hatte, hob das Amtsgericht Dresden Mitte Oktober 2012 das Insolvenzverfahren auf.[3] Am 23. Januar 2013 erfolgte die Umwandlung in eine GmbH.[5]
| Jahr | Ereignisse | Umsatz | Mitarbeiter | ||
|---|---|---|---|---|---|
| 1993 | Gründung der Firma am 17. Februar 1993 durch Lothar Schlegel und Frank Schneider als SOLARWATT Solar-Systeme GmbH | 0,15 Mio. DM | 2 | ||
| 1995 | Serienfertigung schlagfester Solarmodule in Gießtechnologie für Verkaufsautomaten und Notrufsäulen | 1,2 Mio. DM | 7 | ||
| 1996 | Einführung und Weiterentwicklung der Laminiertechnologie | 1,8 Mio. DM | 10 | ||
| 1997 | Serienfertigung von Solarmodulen in Gieß- und Laminiertechnologie | 3,10 Mio. DM | 20 | ||
| 2000 | Beginn der Serienfertigung von Standard-Solarmodulen | 6,30 Mio. DM | 56 | ||
| 2001 | Beginn der Serienfertigung von kundenspezifischen Standardmodulen | 17,50 Mio. DM | 80 | ||
| 2002 | Einstellung des 100. Mitarbeiters | 16,0 Mio. € | 101 | ||
| 2003 | Baubeginn einer Produktionshalle für 4 Fertigungslinien | 27,5 Mio. € | 120 | ||
| 2004 | Inbetriebnahme der Produktionshalle, 80 neue Arbeitsplätze | 76 Mio. € | 250 | ||
| 2005 | Baubeginn für Produktions- und Lagerhalle / Umwandlung zur AG am 14. Oktober 2005 /
Übernahme eines Zellenherstellers und Umfirmierung zur SOLARWATT Cells GmbH |
109 Mio. € | 314 + 62 | ||
| 2006 | Inbetriebnahme Produktions- und Lagerhalle / neue Arbeitsplätze > 50 / Baubeginn eines Verwaltungsgebäudes | 145 Mio. € | 320 + 62 | ||
| 2007 | Inbetriebnahme des Verwaltungsgebäudes / Ausbau der Produktionskapazität auf 100 MWp / 50 neue Mitarbeiter | 202,8 Mio. € | 398 | ||
| 2008 | Vollauslastung der in 2006 u. 2007 installierten 5 neuen Produktionslinien | 302,6 Mio. €[1] | 415 [1] | ||
| 2009 | Produktionsoptimierung, Einführung der 6-Tage-Woche; Investition in eine vollautom. Produktionslinie für zusätzliche 150 MWp
Verkauf des Geschäftsbetriebes der SOLARWATT Cells GmbH (10/09) |
296,0 Mio. € | 430 | ||
| 2010 | Inbetriebnahme der vollautom. Produktionslinie im September 2010
Inbetriebnahme des Logistikzentrums im Juni 2010 |
324,0 Mio. € | 480 | ||
| 2011 | Neue strategische Ausrichtung als Anbieter von Komplettpaketen und Energiemanagement-Systemen | keine Angabe | 490 |
Produkte [Bearbeiten]
Standardmodule werden als gerahmte Glas-Folie-Module in Großserien hergestellt. Sie eignen sich für den Einsatz auf Dächern und Freiflächen.
Module zur Gebäudeintegration werden als Glas-Glas- oder Glas-Folie-Module hergestellt. Auf Grund der rahmenlosen Konstruktion und Teillichtdurchlässigkeit (Glas-Glas-Module) eignen sie sich für den Einsatz an Fassaden oder zur Verschattung von Veranda, Balkon oder Wintergarten.
Kleinmodule werden als gerahmte Glas-Folie-Module hergestellt. Sie wurden für den Aufbau von autarken photovoltaischen Systemen (Inselanlagen) entwickelt. Eingesetzt werden die Module bevorzugt im Freizeit- und Campingbereich.
SOLARWATT bietet Systemkomponenten verschiedener Hersteller an. Hierzu gehören Wechselrichter zur Umwandlung von Gleichstrom in Wechselstrom, Befestigungssysteme wie z.B. Aufdach-Schnellmontagesysteme sowie Steckverbinder und Kabel. Zusätzliche Komponenten für Inselanlagen sind insbesondere Batterien, Solarladeregler und Leuchtmittel.
Der Vertrieb der Module erfolgt europaweit über Vertragshändler und Projektpartner.
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ a b c d e Elektronischer Bundesanzeiger, abgerufen am 28. April. 2010
- ↑ Die Wut der Quandts. Frankfurter Allgemeine. 26. Juni 2011. Abgerufen am 30. Oktober 2012.
- ↑ a b SOLARWATT AG vollständig saniert: Insolvenzverfahren aufgehoben. Solarwatt. 17. Oktober 2012. Abgerufen am 30. Oktober 2012.
- ↑ SOLARWATT AG: Amtsgericht Dresden eröffnet Verfahren, Pressemitteilung vom 1. August 2012.
- ↑ http://www.solarwatt.de/de/ueber_solarwatt/news/news/umwandlung-in-gmbh-vollzogen-management-erwirbt-unternehmensanteile/News/detail